{"id":2997,"date":"2011-06-27T16:22:12","date_gmt":"2011-06-27T15:22:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2997"},"modified":"2011-07-05T10:44:21","modified_gmt":"2011-07-05T09:44:21","slug":"les-huguenots-%e2%80%93-die-hugenotten-brussel-theatre-royal-la-monnaie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2997","title":{"rendered":"LES HUGUENOTS \u2013 DIE HUGENOTTEN &#8211; Br\u00fcssel, Th\u00e9\u00e2tre Royal La Monnaie"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Oper in 5 Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe, Gaetano Rossi, Emile Deschamps, UA: 29. Februar 1836, Op\u00e9ra, Salle de la rue Le Peletier, Paris,<\/p>\n<p>Regie: Olivier Py, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Pierre-Andr\u00e9 Weitz, Licht: Bertrand Killy<\/p>\n<p>Dirigent: Marc Minkowski, Orchestre symphonique et ch\u0153urs de la Monnaie, Choreinstudierung: Martino Faggiani:<\/p>\n<p>Solisten: Marlis Petersen (Marguerite de Valois), Mireille Delunsch (Valentine), Yulia Lezhneva (Urbain), Eric Cutler (Raoul de Nangis), J\u00e9r\u00f4me Varnier (Marcel) Philippe Rouillon (Graf von Saint-Bris) Jean-Fran\u00e7ois Lapointe (Graf von Nevers) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Juni 2011 (Premiere: 11. Juni 2011)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bruessel-Hugenotten.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2998\" title=\"Bruessel-Hugenotten\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bruessel-Hugenotten.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bruessel-Hugenotten.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Bruessel-Hugenotten-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf von Nevers feiert auf seinem Schlo\u00df den Vorabend seiner Hochzeit mit Valentine, wozu er den Hugenotten Raoul de Nangis eingeladen hat. W\u00e4hrend des Fests erh\u00e4lt Raoul einen Brief. Er stammt von Marguerite der Valois, denen Ziel es ist, Raoul mit Valentine de Saint-Bris zu verloben in der Absicht, einen Hugenotten mit einer einflu\u00dfreichen katholischen Familie zu verbinden, um die religi\u00f6se Zwietracht zu entsch\u00e4rfen. Doch Raoul lehnt die Verlobung ab, da er Valentine (sie hatte noch w\u00e4hrend des Fests ihre Verlobung mit Nevers gel\u00f6st) f\u00fcr eine vermeintliche fr\u00fchere Geliebte von Nevers h\u00e4lt. Dar\u00fcber ist Graf von Saint-Bris, Valentines Vater, so erbost, da\u00df er die Beleidigung durch ein Duell mit Raoul s\u00fchnen will. Unterdessen werden alle vom K\u00f6nig nach Paris gerufen. Dorthin eilen auch Raoul und seine treuer Diener Marcel. Doch der Religionsstreit der Hugenotten und Katholiken entl\u00e4dt sich in einer Katastrophe: die Katholiken \u00fcberfallen die Hugenotten im Schlaf und t\u00f6ten alle, auch Raoul Marcel und Valentine.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn ist die B\u00fchne leer, von zwei Dutzend Scheinwerfern beleuchtet, die zuweilen auch in den Zuschauerraum gerichtet werden. Danach werden b\u00fchnenhohe H\u00e4userzeilen rechts und links eingeschoben, in der Mitte befindet sich eine Treppe, auf der die Handelnden in verschiedenen Positionen erscheinen. Die Kost\u00fcme, meist in schwarzer Farbe mit wei\u00dfen Halskrausen, sind dem 16. Jahrhundert nachempfunden. Beim Fest im Schlo\u00df von Graf von Nevers entbl\u00f6\u00dfen die M\u00e4nner ihren Oberk\u00f6rper und berauschen sich an Wein, den sie aus der Flasche trinken. Im zweiten Akt, der die Gesellschaft um Marguerite de Valois beschreibt, ahmen drei nackte Frauen pantomimisch die Freuden des Badens nach. Das Opernende spielt wieder auf einer fast kahlen B\u00fchne, auf der sich das Blutbad unter den Protestanten vollzieht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit Recht werden die <strong>Ch\u00f6re<\/strong> der Oper schon bei der Urauff\u00fchrung 1836 ger\u00fchmt. Diese in einer so eindrucksvollen Weise benutzte \u201eStimme des Volkes\u201c \u00fcberraschte Meyerbeers Zeitgenossen sicher ebenso wie jetzt bei der Br\u00fcsseler Auff\u00fchrung. <strong>Marc Minkowski<\/strong> f\u00fchrt akkurat durch die schwierige Partitur. Allerdings w\u00fcnschte man sich \u00f6fters gr\u00f6\u00dfere Zur\u00fcckhaltung der Orchesterlautst\u00e4rke. <strong>Yulia Lezhnevas<\/strong> (Urbain) mit vielen Koloraturen versehene klare Sopranstimme steht in gewolltem Kontrast zu den tiefen M\u00e4nnerstimmen auf dem Fest der Adligen, auf dem sie pl\u00f6tzlich erschienen ist. Sie meistert diese schwierigen Verzierungen mit gro\u00dfer Bravour, und man merkt einmal mehr, wie eng Meyerbeer zum Belcantogesang stand. Die Figur des Marcel, der neben seinem Herrn Raoul unersch\u00fctterlich seinen Glauben manifestiert, ist mit <strong>J\u00e9r\u00f4me Varnier<\/strong> ad\u00e4quat besetzt. Sein Ba\u00df erreicht die Tiefen seiner Gesangslinien rund und wohlt\u00f6nend. <strong>Marlis Petersen<\/strong> (Marguerite de Valois) besitzt einen sehr lyrischen Sopran, den sie auch gut einzusetzen vermag. Ihr Koloraturen sind allerdings \u00f6fters verwischt und die Intonation ab und an getr\u00fcbt. Die Rolle des Raoul de Nangis ist wegen der geforderten <em>Voi mixte<\/em>, des dauernden Wechsels von Kopf- und Brustregister, sehr anspruchsvoll. <strong>Eric Cutler<\/strong> ben\u00fctzt diesen Wechsel nicht immer zu seinem Vorteil und sein starkes Vibrato verdeckt nicht selten die klaren Tonlinien. Im Duett mit seiner Geliebten Valentine w\u00e4chst er allerdings \u00fcber sich selbst hinaus, so da\u00df man ihm dort uneingeschr\u00e4nktes Lob zollen mu\u00df. Die wichtige Rolle der Valentine vertritt <strong>Mireille Delunsch<\/strong> \u00fcber die Ma\u00dfen gut. \u00dcberragend ihr Duett mit Raoul im 4. Akt. Das Liebesduett <em>Tu l\u2019as dit! Oui, tu m\u2019aimes \u2013 Du hast ja gesagt, da\u00df du mich liebs<\/em>t beginnt Raoul. Man summte sp\u00e4ter in ganz Paris diese bet\u00f6rende Melodie. Mireille Delunsch folgt hier mit aufbl\u00fchendem lyrischem Sopran. Mit dem darin enthaltenen hohen C, das sie mit starker Stimme zwei Takt anh\u00e4lt, folg sie vermutlich ihrer ber\u00fchmte Vorg\u00e4ngerin, der ersten Valentine Corn\u00e9lie Falcon nach, wonach diese Gesangsmanier <em>Falocon<\/em>-Sopran benannt ist.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Br\u00fcsseler Oper La Monnaie kann man zur Produktion der <em>Hugenotten<\/em> nur begl\u00fcckw\u00fcnschen: diese wichtige Oper sollte auf vielen B\u00fchnen zu sehen sein, denn ihr Nichtspielen blendet geradezu eine Epoche der Musikgeschichte aus. Allerdings birgt eine Auff\u00fchrung viele Schwierigkeiten, insbesondere die Gesangseigent\u00fcmlichkeiten, die in Br\u00fcssel einigerma\u00dfen gemeistert wurden. Auf jeden Fall \u00fcberw\u00e4ltigte die B\u00fchnendarstellung: das Publikum war au\u00dfer Rand und Band.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Cl\u00e4rchen und Matthias Baus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Philippe Rouillon (Comte de Saint-Bris), Mitte, Mireille Delunsch (Valentine), re. und Statisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Oper in 5 Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe, Gaetano Rossi, Emile Deschamps, UA: 29. 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