{"id":2991,"date":"2011-06-29T14:30:06","date_gmt":"2011-06-29T13:30:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2991"},"modified":"2011-07-02T14:39:39","modified_gmt":"2011-07-02T13:39:39","slug":"parsifal-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2991","title":{"rendered":"PARSIFAL &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Text vom Komponisten, B\u00fchnenweihfestspiel in drei Akten, UA: 1882, Bayreuth<\/p>\n<p>Regie: Claus Guth, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Christian Schmidt<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Opern- Zusatzchor und SoprAlti der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli<\/p>\n<p>Solisten: Thomas Hampson (Amfortas), Pavel Daniluk (Titurel), Matti Salminen (Gurnemanz), Stuart Skelton (Parsifal), Egils Silins (Klingsor), Yvonne Naef (Kundry), Wiebke Lehmkuhl (Stimme aus der H\u00f6he), u.a.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Juni 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Z\u00fcrich-Parsifal.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2992\" title=\"Z\u00fcrich-Parsifal\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Z\u00fcrich-Parsifal.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Z\u00fcrich-Parsifal.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Z\u00fcrich-Parsifal-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Gurnemanz unterweist die Knappen, als K\u00f6nig Amfortas zum Bad getragen wird. Er leidet unter einer nicht heilenden Verletzung, die er bei dem Raub des heiligen Speers durch Klingsor erlitten hat. Die Heilung gelingt nicht, denn Amfortas Genesung ist nur durch die Ber\u00fchrung mit dem heiligen Speer m\u00f6glich. Dies erreichte nur \u201eein reiner Tor\u201c. Da taucht Parsifal auf. Gurnemanz h\u00e4lt ihn f\u00fcr den \u201ereinen Tor\u201c und nimmt ihn mit in die Gralsburg. Als er sich get\u00e4uscht sieht, setzt er Parsifal vor die T\u00fcr. Parsifal findet den Zaubergarten Klingsors mit seinen verf\u00fchrerischen M\u00e4dchen. Als auch Kundry ihn im Zaubergarten nicht halten kann, versucht Klingsor ihn mit dem Speer zu bannen. Parsifal ergreift den Speer, der Zaubergarten versinkt. Parsifal kehrt zur\u00fcck zur Gralsburg. Dort fordern die Ritter nach dem Tode Titurels von Amfortas, den Gral ein letztes Mal zu enth\u00fcllen. Doch Amfortas will lieber sterben. Parsifal heilt die Wunde mit dem Speer und enth\u00fcllt den Gral.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf einer Drehb\u00fchne zeigt Claus Guth drei R\u00e4ume: Einen gro\u00dfen Festsaal, einen kleinen Speisesaal mit dar\u00fcber liegenden Vitrinenraum, in dem Speer, Gralskelch und Amfortas aufbewahrt werden, und eine gro\u00dfe Rundtreppe, die sich um die Lobby windet. Das Gr\u00fcnderzeit-Geb\u00e4ude ist in die Jahre gekommen, der wei\u00dfe Lack ist abgebl\u00e4ttert. Auch die Kost\u00fcme weisen auf die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts hin: Die Herren tragen, wenn sie nicht im wei\u00dfer Anstaltkleidung ihre Kriegsverletzungen pflegen, schwarzen Gehrock mit Zylinder, die Gralsritter zeitgem\u00e4\u00dfe Milit\u00e4runiformen. Die Damen haben nur einen Auftritt im II.Akt und feiern mit Federn am Bubikopf eine Charleston-Party. Am Ende verbrennt Kundry ihr Ballkleid und eilt mit einem Koffer davon.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Daniele Gatti vermeidet auf Kosten des Tempos jedes Pathos. Bei fast zwei Stunden Dauer f\u00fcr den ersten Akt kann man sich beim Einzug der Ritter nicht der Langeweile verwehren. <strong>Salminens<\/strong> Paraderolle seit fast 30 Jahren ist der Gurnemanz, er vermag es noch immer, die Worte als Wohlklang in den Raum zu stellen und schweben zu lassen \u2013 und jedes dieser Worte ist verst\u00e4ndlich. Jedoch sind die Phrasen ob des Tempos zerdehnt, Salminen mu\u00df sich immer \u00f6fter zur\u00fccknehmen \u2013 zu einem Piano von hoher Gestaltungskraft. \u00c4hnliche Probleme haben auch die anderen S\u00e4nger, besonders <strong>Stuart Skelton<\/strong> (Parsifal). Ein Tenor mit wahrhaft heldischem Glanz, der immer voll aussingt, auch wenn er manchmal zu viel Kraft einsetzt, der Sitz in der Kehle manchmal eng wird. Gatti gelingt es, ihn ein ums andere Mal zuzudecken. <strong>Thomas Hampson<\/strong> ist einer der f\u00fchrenden lyrischen Baritone, der auch gutturalen heldischen Glanz verbreiten kann. Sein Amfortas leidet beim besten Willen nicht. <strong>Yvonne Naef<\/strong> gestaltet die Kundry mit hochdramatischen Ausbr\u00fcchen, selten hat man das <em>und lachte<\/em> so verzweifelt eindrucksvoll geh\u00f6rt. Hier versteht man, wieso Parsifal schwach wird. <strong>Pavel Daniluk<\/strong> verleiht dem Titurel den Glanz in der Tiefe, der einem frommen Helden w\u00fcrdig ist. <strong>Egils Silins<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber einen volumenstarken Ba\u00dfbariton und kann die Nebenrolle des Klingsor voll aussingen. Gleiches gilt f\u00fcr die Nebenrollen wie Knappen, Gralsritter und Blumenm\u00e4dchen: Alle Rollen sind herausragend besetzt. Ein Garant f\u00fcr den Erfolg ist neben dem Orchester auch wieder der <strong>Chor,<\/strong> der eine Pr\u00e4zision im Zusammenspiel zeigte, die es Wert w\u00e4re auf Tontr\u00e4ger zu ver\u00f6ffentlichen. Allerdings mu\u00df der Chor des \u00f6fteren akustisch unpassend von der Hinterb\u00fchne singen, z.B. statt des Einzugs der Ritter sieht man Titurel die Treppe hinaufschnaufen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Titurel betreibt ein Freicorps mit Milit\u00e4rlazarett. Die Leitung \u00fcberl\u00e4\u00dft er seinem Sohn Amfortas worauf sein Bruder Klingsor w\u00fctend davon eilt. Die Abendmahl- und Gralsszene gibt es nicht. Die Vers\u00f6hnung Klingsors mit dem erl\u00f6sten Amfortas zu den Kl\u00e4ngen des Gralsmotives ist dann auch das beste Beispiel f\u00fcr eine Inszenierung gegen die Musiksprache. Sehr verhaltener Beifall und einige Buhrufe f\u00fcr Claus Guth und Daniele Gatti, w\u00e4hrend alle Solisten st\u00fcrmisch umjubelt werden.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Stuart Skelton (Parsifal), Yvonne Naef (Kundry)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Text vom Komponisten, B\u00fchnenweihfestspiel in drei Akten, UA: 1882, Bayreuth Regie: Claus Guth, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Christian Schmidt Dirigent: Daniele Gatti, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Opern- Zusatzchor und SoprAlti der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli Solisten:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2991\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,1,104],"tags":[],"class_list":["post-2991","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-featured","category-allgemein","category-zurich-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2991"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2991\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2996,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2991\/revisions\/2996"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}