{"id":2963,"date":"2011-06-18T21:36:20","date_gmt":"2011-06-18T20:36:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2963"},"modified":"2011-06-27T21:39:24","modified_gmt":"2011-06-27T20:39:24","slug":"zanaida-bad-lauchstadt-goethetheater-bachfest-leipzig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2963","title":{"rendered":"ZANAIDA &#8211; Bad Lauchst\u00e4dt, Goethetheater (Bachfest Leipzig)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Christian Bach (1735-1782) Oper seria in drei Akten, Libretto: Giovanni Gualberto Bottarelli, UA: 1763, London<\/p>\n<p>Regie: Sigrid T\u2019Hooft, Regieassistenz: Roman Balko, B\u00fchne: Wolfram Zimmer\/Achim von Heimburg, Kost\u00fcme: Claire Planchez (Centre de Musique Baroque de Versailles), Maske: Isabell Scholz, Luise Sch\u00e4cher, Licht: Jack Boateng, B\u00fchnentechnik: Hans-J\u00fcrgen Arndt,<\/p>\n<p>Dirigent: David Stern, <em>Orchester Opera Fuoco<\/em><\/p>\n<p>Solisten: Sara Hershkowitz (Zanaida), Cl\u00e9mentine Margaine (Tamasse), Chantal Santon Jeffery (Roselane), Camille Poul (Osira), Pierrick Boisseau (Mustaf\u00e0), Natalie Perez (Cisseo), Majdouline Zerari (Aglatida), Julie Fioretti (Silvera), Jeffrey Thompson (Gianguir)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung (16. Juni 2011, Bachfest Leipzig, in italienischer Sprache, ohne \u00dcbertitel)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Lauchst\u00e4dt-Zanaida.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2964\" title=\"Lauchst\u00e4dt-Zanaida\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Lauchst\u00e4dt-Zanaida.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Lauchst\u00e4dt-Zanaida.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Lauchst\u00e4dt-Zanaida-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung <\/strong><\/p>\n<p>Die Originalmaterialien dieser Oper galten seit \u00fcber 200 Jahren als verschwunden. Vor kurzem tauchte die autographe Partitur im Privatbesitz des amerikanischen Kunstsammlers Elias Kulukundis wieder auf und wurde von ihm dem Bachfest Leipzig zur Verf\u00fcgung gestellt. So konnte es jetzt zu einer Wiederauff\u00fchrung dieser Oper kommen, die genau auf der Grenze zwischen den beiden Musikepochen des Barock und der Klassik steht.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Tamasses Mutter Roselane m\u00f6chte Osira zur persischen K\u00f6nigin und Ehefrau ihres Sohnes machen und nicht die t\u00fcrkische Prinzessin Zanaida, die dazu vorgesehen ist. Auch Tamasse liebt Osira und begr\u00fc\u00dft die eintreffende Zanaida zur\u00fcckhaltend. Mustaf\u00e0 lehnt Tamasses Bitte um die Hand seiner Tochter entschlossen ab und m\u00f6chte seine Tochter t\u00f6ten. Tamasse l\u00e4\u00dft Zanaida in Ketten legen und denunziert sie, indem er ihr einen Brief unterschiebt, in dem sie seinen Mord ank\u00fcndigt. Mustaf\u00e0 glaubt dem scheinbar und deutet an, da\u00df solche Verr\u00e4ter sterben m\u00fc\u00dften. Zanaida beteuert ihre Unschuld. Als sie aus dem Gef\u00e4ngnis herausgef\u00fchrt wird, verhindert Mustaf\u00e0 in letzter Minute ihre Hinrichtung, indem er Tamasse zu t\u00f6ten versucht. Doch Zanaida geht dazwischen, wodurch Tamasse von ihrem Mut und ihrer Aufrichtigkeit \u00fcberzeugt wird und sie um Vergebung bittet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der kleinen B\u00fchne wird der Zuschauer in die Mitte des 18. Jahrhunderts zur\u00fcckversetzt. Gem\u00e4\u00df barocker B\u00fchnentechnik wird das B\u00fchnenbild, das aus gemalten Schiffen, S\u00e4ulen, B\u00e4umen, Mauern und einem Amphitheater besteht, im Hintergrund als Stoffbahn heruntergelassen und von den Seiten auf die B\u00fchne geschoben. Die prachtvollen Kost\u00fcme wurden nach historischen Vorbildern erstellt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das auf die historische Auff\u00fchrungspraxis spezialisierte Orchester <em>Opera fuoco<\/em> mit seinem Dirigenten David Stern lie\u00df ein musikalisches Feuerwerk erklingen, spielte organisch, gemeinsam atmend, das jeweils folgende Metrum voraussp\u00fcrend. Nicht nur bei den Rezitativen schimmerte das meisterlich von <strong>H\u00e9l\u00e8ne Clerc-Murgier<\/strong> gespielte Cembalo durch den Orchesterklang. Alle neun S\u00e4nger beherrschten die barock inspirierte Gestik und Mimik, mit der die Affekte und Charaktere und so auch die Handlung verstehbar gemacht wurden, souver\u00e4n. <strong>Sara Hershkowitz<\/strong> (Zanaida) sang ausdrucksstark, besonders beeindruckend in der Verabschiedungsszene von ihrem Gefolge, in der Bl\u00e4ser ihre Stimme begleiten. <strong>Cl\u00e9mentine Margaines<\/strong> (Tamasse) verk\u00f6rperte mit klangvollem Mezzosopran die M\u00e4nnerrolle des in sich gekehrten Prinzen mit galanter Glaubw\u00fcrdigkeit. <strong>Chantal Santon Jeffery<\/strong> (Roselane) beeindruckte am Anfang mit ihrer k\u00f6rperlichen und stimmlichen Pr\u00e4senz, ihr Glanzst\u00fcck war ihre halbwegs zwischen den Z\u00e4hnen hervorgepre\u00dfte Arie, mit der sie ihrem Machthunger Ausdruck verlieh. <strong>Camille Poul<\/strong> (Osira) dominierte mit ihrer klaren Sopranstimme im ersten Akt,<strong> Majdouline Zerari<\/strong> (Aglatida) trat mit voll klingendem Mezzosporan im dritten Akt hervor. <strong>Pierrick Boisseau<\/strong> (Mustaf\u00e0) sang die einzige tiefe Partie der Oper, eine Baritonrolle, h\u00f6chst flexibel, aufbrausend und zupackend. <strong>Natalie Perez <\/strong>(Cisseo) beeindruckte mit ihrer brillanten Stimme, besonders im zweiten Akt mit leisen, selbst in der H\u00f6he leicht perlenden Koloraturen. <strong>Julie Fiorettis<\/strong> (Silvera) sang mit einer sehr leichten und klaren jungen Sopranstimme. Am besten gelang ihr das gesungene Herzklopfen im dritten Akt, mit dem sie ihrer Verliebtheit Ausdruck gab. <strong>Jeffrey Thompson <\/strong>(Gianguir) verf\u00fcgt mit seinem ausdrucksstarken Tenor \u00fcber eine selten geh\u00f6rte Qualit\u00e4t: Er konnte geradewegs h\u00e4misch klingen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn es sich um eine handlungsarme Oper handelt, w\u00e4re das Libretto im Programmheft angesichts der wenig bekannten Handlung<strong> <\/strong>und der fehlenden \u00dcbertitel den Zuh\u00f6rern dienlich gewesen.<\/p>\n<p>Im kleinen Bad Lauchst\u00e4dt wurde ein prachtvoll inszeniertes, musikalisches Juwel pr\u00e4sentiert, das das hochinteressierte Publikum v\u00f6llig in seinen Bann schlug. In den Pausen wurde das Geh\u00f6rte allseits diskutiert und der Schlu\u00dfapplaus mit Bravorufen und lautem Fu\u00dfgetrappel wollte nicht enden. Wie sagte ein Besucher beim Verlassen des pittoresken Barocktheaters <em>So was Sch\u00f6nes hab\u2019 ich schon lange nicht mehr geh\u00f6rt!<\/em><\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: Bach-Archiv Leipzig, Gert Mothes<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Aglatida (Majdouline Zerari), Zanaida (Sara Hershkowitz), Osira (Camille Poul) und Mustafa (Pierrick Boisseau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Christian Bach (1735-1782) Oper seria in drei Akten, Libretto: Giovanni Gualberto Bottarelli, UA: 1763, London Regie: Sigrid T\u2019Hooft, Regieassistenz: Roman Balko, B\u00fchne: Wolfram Zimmer\/Achim von Heimburg, Kost\u00fcme: Claire Planchez (Centre de Musique Baroque de Versailles), Maske: Isabell Scholz,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2963\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[166,134,116],"tags":[],"class_list":["post-2963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bachfest-leipzig","category-featured","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2963"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2963\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2966,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2963\/revisions\/2966"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}