{"id":294,"date":"2008-05-19T23:28:11","date_gmt":"2008-05-19T21:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=294"},"modified":"2008-05-19T23:28:11","modified_gmt":"2008-05-19T21:28:11","slug":"koln-oper-un-ballo-in-maschera-ein-maskenball","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=294","title":{"rendered":"K\u00f6ln Oper &#8211; UN BALLO IN MASCHERA- EIN MASKENBALL"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Oper in 3 Akten, Libretto: Antonio Somma nach Eug\u00e8ne Scribe,<br \/>\nUA: 17. Februar 1859, Apollotheater Rom.<br \/>\nRegie\/B\u00fchnenbild: Jos\u00e9 Cura, Dirigent: Enrico Dovico, G\u00fcrzenich Orchester K\u00f6ln, Opernchor, Einstudierung: Andrew Ollivant<br \/>\nSolisten: Ray M. Wade jr. (Riccardo), Bruno Caproni (Renato), Chiara Taigi (Amelia), Dalia Schaechter (Ulrica), Claudia Rohrbach (Oscar), Leandro Fischetti (Silvano), Ulrich Hielscher (Samuel), Timm de Jong (Tom), Alexander Fedin (Richter), Werner Sindemann (Diener).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. Mai 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"koeln-maskenball.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/koeln-maskenball.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"koeln-maskenball.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/koeln-maskenball.jpg\" \/><\/a>Eug\u00e8ne Scribe verfa\u00dfte das Libretto urspr\u00fcnglich f\u00fcr Gioacchino Rossini. Schlie\u00dflich wurde es 1835 von Fran\u00e7ois Auber unter dem Titel: Gustave III. oder Der Maskenball vertont. Der Inhalt bezieht sich auf den Stockholmer K\u00f6nigsmord von 1792, den Scribe mit einer sentimentalen Liebesgeschichte verband.<br \/>\n<strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\nGraf Riccardo, Gouverneur von Boston, ist beliebt, dennoch trachtet eine Gruppe unter der F\u00fchrung von Tom und Samuel aus pers\u00f6nlichen Rachemotiven nach seinem Leben. W\u00e4hrend der Audienzstunde, in der das Verbannungsurteil \u00fcber die Wahrsagerin Ulrica verh\u00e4ngt werden soll, legt der Page Oscar dem Grafen die Einladungsliste f\u00fcr den geplanten Maskenball vor. Mit Freuden liest er auch den Namen Amelias, die er heimlich liebt. Es ist die Frau seines Freundes Renato. Zur \u00dcberraschung aller schl\u00e4gt Riccardo vor, die Versammelten sollen Ulrica verkleidet einen Besuch abstatten.<br \/>\nVersteckt lauscht Riccardo bei der Wahrsagerin, wie Amelia Ulrica ihre Liebe zu ihm gesteht. Die Wahrsagerin macht einige Prophezeiungen, auch die, da\u00df Renato zum M\u00f6rder seines besten Freundes, des Grafen, werden w\u00fcrde.<br \/>\nZu mittern\u00e4chtlichen Stunde treffen sich Graf und Amelia erstmals und werden durch die Verschw\u00f6rer getrennt, Renato soll seine eigene Frau zur\u00fcckf\u00fchren. Da diese tief verschleiert ist, erkennt Renato sie nicht. Als Amalie ihre Identit\u00e4t preis gibt, f\u00fchlt sich Renato von seinem Freund betrogen und schlie\u00dft sich den Verschw\u00f6rern an. Doch  Riccardo hat keine unlauteren Absichten und hat die Versetzungsurkunde f\u00fcr Renato und Amelia schon unterzeichnet. Zu sp\u00e4t erf\u00e4hrt es Renato und wird zum Freundesm\u00f6rder auf dem Maskenball.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer bekannte argentinische Tenor <strong>Jos\u00e9 Cura<\/strong> gab in K\u00f6ln sein Regiedeb\u00fct mit einem St\u00fcck, in dem er selbst die Partie des Riccardo bestens kennt. Er bestand mit der Besetzung von Wade jr. auf einen Farbigen als Grafen, also genau umgekehrt, wie es im Libretto steht: Dort ist Renato ein Kreole. Cura verlegt das B\u00fchnenbild nach Amerika ins ausgehende 19. Jahrhundert. Das Arbeitszimmer f\u00fcllt sich zu Beginn mit Audienzbesuchern, auch die bunte Ballszene am Ende sind bewegte Bilder. Im Gegensatz dazu steht dazu die von Netzen, Stahltr\u00e4gern, Tonnen und M\u00fcll \u00fcbervolle Szene im Hafen. Dort sagt die Wahrsagerin vor brennender Tonne die Zukunft voraus. M\u00fclls\u00e4cke sind nicht zuletzt der Hintergrund der Totenst\u00e4tte f\u00fcr das Stelldichein von Amelia und Riccardo: eigentlich nur absto\u00dfend h\u00e4\u00dflich, ohne einen Funken schauerlicher Romantik.<br \/>\nCura f\u00fchrte die Figuren wenig: die Personen stehen oft teilnahmslos herum, nicht selten, ohne den Duettpartner \u00fcberhaupt zu beachten.<br \/>\n<strong>Dalia Schaechter<\/strong>s Ulrica ragt als schauspielerische Glanzleistung \u2013 leider stimmlich nicht unbedingt voll einnehmend, da die Tiefen fehlten \u2013 neben der stimmlich als lyrischer Koloratursopran gl\u00e4nzenden und, wie stets fabelhaft agierenden <strong>Claudia Rohrbach<\/strong> heraus. Sie lie\u00df Cura als Frau, nicht als Mann auftreten und nivellierte damit die homoerotische Komponente zwischen Riccardo und seinem Pagen. <strong>Bruno Caproni<\/strong>s Renato wirkte im Spiel schwerf\u00e4llig und man m\u00f6chte fast glauben, der gro\u00dfartige S\u00e4nger sei indisponiert gewesen. Eher unbeweglich agierte auch <strong>Ray M. Wade jr.<\/strong> Seine weiche Tenorstimme entsprach nicht der zu besetzenden Partie des Tenore lirico spinto. Besonders die Auftrittsarie wirkte, zumal die etwas holprige Ouvert\u00fcre fast schleppend vorausgegangen war, nicht \u00fcberzeugend. <strong>Chiara Taigi<\/strong>s Amelia hatte stimmliche Sch\u00e4rfen und Unebenheiten, dar\u00fcber hinaus wirkte sie schauspielerisch kalt, besonders in der Sterbeszene, die den Zuschauer ebenfalls unber\u00fchrt lie\u00df. Ihre Stimme kam in dieser gro\u00dfen dramatischen Partie nicht an, doch wu\u00dfte sie Anfang des dritten Aktes mit ihrer lyrischen Soloarie zu \u00fcberzeugen. <strong>Ulrich Hielscher<\/strong> (Samuel), <strong>Timm de Jong<\/strong> (Tom) blieben \u2013 wie die anderen kleineren Rollen \u2013 bla\u00df. Der <strong>Chor<\/strong> sang \u00fcberzeugend und wurde zur dekorativ maskierten Ballgesellschaft, konnte sich jedoch kaum, wie auch die Solisten, aus den vom musikalischen Leiter vorgegebenen langatmigen Tempi, die kaum Esprit aufkommen lie\u00dfen, befreien, zumal <strong>Dovico<\/strong> sehr laute, s\u00e4ngerunfreundliche dynamische Register bevorzugte.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin eher entt\u00e4uschender als erleuchtender Opernabend, da die Protagonisten nebeneinander her nicht miteinander oder zueinander agierten und die Auswahl der S\u00e4nger f\u00fcr die drei Hauptpersonen nicht unbedingt gl\u00fccklich zu nennen ist. Das Orchester hatte keine gute F\u00fchrung. Auf der B\u00fchne \u2013 ohne Dirigent \u2013 gab es eine reizende Ballmusik zum besten. Zudem wu\u00dften die Solisten unter den Holzbl\u00e4sern sich und das Solocello seine St\u00e4rken jenseits des unsensiblen Dirigats zu behaupten. Ein mutiger Teil des Premierenpublikums buhte \u2013 zu Recht den Dirigenten aus. Kommentarlos hielten die Zuh\u00f6rer jedoch Applaus f\u00fcr den mi\u00dfgl\u00fcckten Regieeinstand von <strong>Jos\u00e9 Cura<\/strong> parat.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Klaus Lefebvre<br \/>\nBruno Caproni (Mitte) und der Chor der Oper K\u00f6ln. Renato wird nach dem Attentat auf Graf Riccardo festgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Oper in 3 Akten, Libretto: Antonio Somma nach Eug\u00e8ne Scribe, UA: 17. Februar 1859, Apollotheater Rom. Regie\/B\u00fchnenbild: Jos\u00e9 Cura, Dirigent: Enrico Dovico, G\u00fcrzenich Orchester K\u00f6ln, Opernchor, Einstudierung: Andrew Ollivant Solisten: Ray M. Wade jr. 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