{"id":2936,"date":"2011-05-23T09:18:48","date_gmt":"2011-05-23T08:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2936"},"modified":"2011-06-14T09:21:03","modified_gmt":"2011-06-14T08:21:03","slug":"lohengrin-kassel-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2936","title":{"rendered":"LOHENGRIN &#8211; Kassel, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883); Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; Dichtung vom Komponisten; UA: 1850, Weimar<\/p>\n<p>Regie: Lorenzo Fioroni, B\u00fchne: Paul Zoller<\/p>\n<p>Dirigent: Patrik Ringborg, Staatsorchester Kassel, Opernchor, Extrachor und Kinderchor Cantamus des Staatstheaters Kassel, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti<\/p>\n<p>Solisten: Krzysztof Borysiewicz (K\u00f6nig Heinrich), Martin Homrich (Lohengrin), Edith Haller (Elsa), Espen Fegran (Telramund), Lona Culmer-Schellbach (Ortrud), Adam Kim (Heerrufer)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Kassel-Lohengrin.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2937\" title=\"Kassel-Lohengrin\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Kassel-Lohengrin.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Kassel-Lohengrin.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Kassel-Lohengrin-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich ruft die Brabanter zum Feldzug. Graf Telramund, von seiner Gattin Ortrud angestachelt, beschuldigt Elsa von Brabant des Mordes an ihrem Bruder Gottfried. Ein Gottesgericht in Form eines Zweikampfs soll \u00fcber Elsas Schuld entscheiden. Da erscheint ein Fremder im Boot, gezogen von einem Schwan, und besiegt Telramund. Dieser Fremde will Elsa heiraten unter der Bedingung, da\u00df sie nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen w\u00fcrde. Elsa willigt ein. Am Hochzeitstag bezichtigen Ortrud und Telramund vor dem M\u00fcnster den Fremden der Zauberei und des Betruges. Doch Elsa vertraut ihrem Br\u00e4utigam. Sp\u00e4ter, als sie allein sind, bricht Elsa ihr Versprechen und stellt die Fragen. Im gleichen Moment dringt Telramund in das Brautgemach ein, doch Lohengrin besiegt ihn. Danach offenbart er seinen Namen und Herkunft. Ortrud triumphiert, aber durch sein Gebet bewirkt Lohengrin die R\u00fcckkehr Gottfrieds, des rechtm\u00e4\u00dfigen Thronfolgers.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Paul Zoller<\/strong> hat drei unterschiedliche B\u00fchnenbilder f\u00fcr die drei unterschiedlichen Akt-Konzepte <strong>Lorenzo Fioronis<\/strong> geschaffen: Der erste Akt spielt am Hofe eines absoluten Herrschers (K\u00f6nig Heinrich, mit einer barocken Hofdame Elsa), als die franz\u00f6sische Revolution hereinbricht. Der Auftritt Lohengrins wird von einer K\u00fcnstlertruppe auf der Seitenb\u00fchne vorbereitet: als barocke Erscheinung eines deus ex machina, ganz in Gold, der auch die aufbegehrenden Volksmassen einzunehmen vermag.<\/p>\n<p>Im zweiten Akt befinden wir uns in einer Kolonie zu Wagners Zeiten, die Kolonialmacht kann an ihren Milit\u00e4runiformen nicht zugeordnet werden. Ortrud und Telramund sind kolonialisierte Neger (teilweise echt, teilweise angemalt). Elsa ist die naive wei\u00dfe Missionarsgattin, die es mit der Dienerin Ortrud gut meint, die allerdings den Aufstand plant gegen den christlichen Missionar Lohengrin und den Gouverneur Heinrich.<\/p>\n<p>Dritter Akt: Wir befinden uns in\u00a0 der Gegenwart, bei einem Staatsbesuch des Pr\u00e4sidenten Lohengrin mit seiner Frau in einem Museum. Es werden Bilder mit Frauenakten z.B. von Rubens ausgestellt. Die beiden bleiben allein zur\u00fcck. Auch ohne einen Auftritt Telramunds mu\u00df sich Lohengrin das Scheitern seiner Ehe eingestehen. In einer Gedenk-Veranstaltung f\u00fcr gefallene Bundeswehrsoldaten \u00fcbernimmt er an ihren S\u00e4rgen die Verantwortung f\u00fcr die Gefallenen. Am Ende nimmt er sich mit der v\u00f6llig traumatisierten Elsa das Leben und Ortrud, als Tod verkleidet, schwingt die Sense. Das Volk steht in Stra\u00dfenkleidung im Zuschauerraum, schreit uns sein Weh entgegen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4ngerdarsteller gehen in ihren Rollen auf, allen voran <strong>Edith Haller<\/strong> als Elsa. Mit sicheren H\u00f6hen ein Beispiel f\u00fcr vokale Klarheit. <strong>Martin Homrich<\/strong> als Lohengrin ist ein leichter lyrischer Tenor, der sich die Kr\u00e4fte klug einteilt, an den zentralen Stellen wie der Gralserz\u00e4hlung Pr\u00e4senz zeigt, aber dem zum Schlu\u00df doch ein wenig die Kr\u00e4fte schwinden. <strong>Espen Fegrans<\/strong> Telramund ist ein (etwas rauher) Helden-Bariton. Mit Kraft und guter Textverst\u00e4ndlichkeit kommt er scheinbar m\u00fchelos zu einer guten Darstellung dieser schwierigen Partie. <strong>Lona Culmer-Schellbach<\/strong> agiert gl\u00e4nzend mit ihrem gro\u00dfvolumigen dramatischen Sopran, st\u00f6\u00dft aber mit ihrer Darstellung der Elsa leider gelegentlich an ihre Grenzen. Auch die kleinen Rollen repr\u00e4sentieren das gute Kasseler-Staatstheater-Niveau. Gro\u00dfartig klingend \u2013 weil bestens pr\u00e4pariert und bis in die letzten Nuancen h\u00f6rbar aufgegliedert \u2013 ist das Orchester unter <strong>Patrik Ringborg<\/strong>, der einen <em>Lohengrin<\/em> pr\u00e4sentiert, der mindestens so durchdacht ist, wie die Inszenierung intelligent sein will. Genauso gut wie das Orchester ist der <strong>Chor <\/strong>des Staatstheaters, der seine schwierige Dauerpr\u00e4senz in dieser Chor-Oper brillant meistert. Gleiches gilt f\u00fcr den Kinderchor, der Elsa von Brabant begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Drei v\u00f6llig unterschiedliche Konzepte f\u00fcr drei verschiedene Akte: Es pa\u00dft nicht zusammen und geht doch irgendwie auf. Eine solide handwerkliche Regiearbeit, verbunden mit vielen Details und Regieeinf\u00e4llen, wie z.B. das Tee-Picknick im zweiten Akt, sorgen daf\u00fcr, da\u00df die Spannung nie abrei\u00dft. Die musikalische Leistung ist auf bestem Staatsopernniveau, so da\u00df die strikt-konservativen Opernfreunde zumindest hier Trost finden. F\u00fcr die Freunde des Regietheaters ist dies eine wahre Sternstunde. Freundlicher Beifall eines nachdenklichen Publikums.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: N. Klinger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Edith Haller (Elsa), Martin Homrich (Lohengrin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883); Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen; Dichtung vom Komponisten; UA: 1850, Weimar Regie: Lorenzo Fioroni, B\u00fchne: Paul Zoller Dirigent: Patrik Ringborg, Staatsorchester Kassel, Opernchor, Extrachor und Kinderchor Cantamus des Staatstheaters Kassel, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti Solisten: Krzysztof<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2936\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[109,1],"tags":[],"class_list":["post-2936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kassel-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2936"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2936\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2939,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2936\/revisions\/2939"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}