{"id":2931,"date":"2011-05-31T09:13:50","date_gmt":"2011-05-31T08:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2931"},"modified":"2011-06-14T09:17:17","modified_gmt":"2011-06-14T08:17:17","slug":"andromaque-luzern-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2931","title":{"rendered":"ANDROMAQUE  &#8211; Luzern, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Andr\u00e9-Ernest-Modeste Gr\u00e9try (1741-1813), Trag\u00e9die lyrique in drei Akten, Schweizer Erstauff\u00fchrung, \u00a0Libretto: Louis-Guillaume Pitra, nach Jean Racine. UA: 1780, \u00a0Paris, Acad\u00e9mie Royale de Musique<\/p>\n<p>Regie und Licht: Georges Lavaudant, B\u00fchne\/ Kost\u00fcme: Jean-Pierre Vergier<\/p>\n<p>Dirigent: Mark Foster , Luzerner Sinfonieorchester, Chor und Extrachor des Luzerner Theaters, Choreinstudierung: Lev Vernik<\/p>\n<p>Solisten: Simone Stock (Andromaque), Madelaine Wibom (Hermione), Utku Kuzuluk (Pyrrhus), Marc-Olivier Oetterli (Orest)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Mai 2011 (Premiere, Koproduktion Schwetzinger Festspielen und Op\u00e9ra National de Montpellier)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Luzern-Andromaque.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2932\" title=\"Luzern-Andromaque\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Luzern-Andromaque.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Luzern-Andromaque.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Luzern-Andromaque-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Griechen siegen \u00fcber Troja. Dabei werden Andromaque, die Witwe des gefallenen trojanischen Heerf\u00fchrers Hector und ihr gemeinsamer Sohn gefangengenommen. Andromaque liebt Hector treu \u00fcber seinen Tod hinaus. Um ihren Sohn ist sie besorgt, da die Griechen in ihm einen sp\u00e4teren R\u00e4cher vermutet. Der epirische K\u00f6nig Pyrrhus schiebt den Hochzeitstermin mit der Prinzessin Hermione hinaus, weil er sich mit Andromaque verm\u00e4hlen will und ihr im Falle ihrer Verm\u00e4hlung die Sicherheit ihres Sohnes garantiert. Prinzessin Hermione verzehrt sich in Liebe zu Pyrrhus. Von Eifersucht getrieben stimmt sie das Volk den Gefangenen gegen\u00fcber feindlich und mi\u00dftrauisch. Um Hermiones Zuneigung ist jedoch Orest bem\u00fcht. Hermione beauftragt ihn, K\u00f6nig Pyrrhus w\u00e4hrend der angek\u00fcndigten Trauung mit Andromaque zu t\u00f6ten. Orest ist sich sicher, auf diese Weise das Herz Hermiones zu gewinnen. Jedoch nach der Tat ist Hermione zutiefst verzweifelt und nimmt sich das Leben. Dar\u00fcber verliert Orest den Verstand.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die leicht diagonal aufw\u00e4rts verlaufende graue rundliche Mauerkulisse, mit einigen h\u00f6her und tiefer gelegenen gro\u00dfen und kleinen Fenstern sowie ein mittig auf der B\u00fchne stehendes graues Bett bestimmen das B\u00fchnenbild. Der Stimmungslage angepa\u00dft wechselt die Beleuchtung der Fenster ihre Farbe: Sie erscheinen blau, rot leuchtend oder auch schwarz. Die Kost\u00fcme sind schlicht und versetzen die Handlung eher in die Moderne. Hermiones Kleid ist grau und Ton in Ton mit Bett und Steinboden. Jedoch beachtlich schillernd kann es durch wechselnde Farbreflexe die Laune der Protagonistin zus\u00e4tzlich untermalen. Der Chor steht nie mit auf der B\u00fchne. Zum Einsatz kommen einige Statisten. Sie tragen hin und wieder symboltr\u00e4chtige Gegenst\u00e4nde auf, u.B. eine Hochzeitstorte mit einer brennenden Fackel .<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester erreicht in seiner Dynamik betr\u00e4chtliche Lautst\u00e4rke. Die S\u00e4nger setzen ihre tragenden und starken Stimmen dynamisch angepa\u00dft ein. Sie blieben stets etwas \u00fcber dem Orchesterklang und gut h\u00f6rbar. Der Chor klang rein und weich, wirkte jedoch etwas statisch, weil unsichtbar. Es war ungew\u00f6hnlich den Chor nur zu h\u00f6ren ohne ihn zu sehen.<strong> Madeleine<\/strong> <strong>Wibom<\/strong> (Hermione) r\u00fcckte in den Mittelpunkt durch ihre starke B\u00fchnenpr\u00e4senz. Ihre sehr klare Aussprache bestach bei diesem an der Sprache orientierten Werk. Ihre Aktionen unterstrichen ihre unterschiedliche Gem\u00fctslage. Mit der ersten Solo-Arie <em>C\u2019est le seul \u00e9spoir qui me reste <\/em><em>\u2013 Das ist die einzige Hoffnung, die mir bleibt<\/em> fesselte sie die Zuh\u00f6rerschaft. <strong>Simone Stock <\/strong>(Andromaque) meisterte die Titelrolle grazi\u00f6s, gef\u00fchlvoll mit schmelzend zarten Koloraturen. Schmerzerf\u00fcllt sang sie die Arie <em>Triste, captive, importune \u00e0 moi-m\u00eame <\/em><em>\u2013 Ich bin traurig, gefangen und mir selbst zuwider. <\/em>\u00dcberzeugende Standhaftigkeit vermittelte sie auch als Gefangene in der zwischenmenschlichen Auseinandersetzung mit dem Befehlshaber.<strong> Utku Kuzuluk<\/strong> (Pyrrhus), ein selbstbewu\u00dfter und stimmsicherer S\u00e4nger, war die Rolle des Herrschers regelrecht auf den Leib geschneidert. Er bew\u00e4ltigte diese gro\u00dfe Rolle mit \u00fcberzeugender Souver\u00e4nit\u00e4t. So sang er mal scharf, mal besinnlich, doch konnte er seine Klangst\u00e4rkendynamik in differenziertere Regionen f\u00fchren, so da\u00df er scheinbar das h\u00f6chste Forte in <em>Vous le voulez? H\u00e9 bien, cruelle! <\/em><em>\u2013 Du hast es so gewollt! Grausame! <\/em>noch steigern konnte. <strong>Marc-Olivier Oetterli<\/strong> (Orest) gab in der Rolle des blind Liebenden sein Bestes. Das angenehme Timbre seiner tiefen Stimme war eines der Glanzlichter des Abends. Mit dem Auftritt <em>Princesse,<\/em> <em>c\u2019en est fait!<\/em> <em>\u2013 Princessin, die Tat ist vollbracht! <\/em>leitete er gemeinsam mit dem Chor das tragische Ende der Handlung ein.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Durch die sehr realistisch umgesetzte Dramatik wurde dieses in Vergessenheit geratene Werk erfolgreich und zu Recht wieder belebt. Es zeichnete sich besonders durch die schlichte Pr\u00e4sentation der etwas anderen Aspekte der Liebe und ihrer Macht aus. Es gab viele \u00e4sthetisch anspruchsvoll gestaltete Momente. Psychologisch wirksam und leicht nachvollziehbar dargestellt, wurde es vom Luzerner Publikum mit sp\u00fcrbarer Begeisterung und anhaltendem Applaus belohnt.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Ingo H\u00f6hn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Madelaine Wibom (Hermione)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Andr\u00e9-Ernest-Modeste Gr\u00e9try (1741-1813), Trag\u00e9die lyrique in drei Akten, Schweizer Erstauff\u00fchrung, \u00a0Libretto: Louis-Guillaume Pitra, nach Jean Racine. 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