{"id":2927,"date":"2011-05-22T10:24:02","date_gmt":"2011-05-22T09:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2927"},"modified":"2011-06-13T10:25:55","modified_gmt":"2011-06-13T09:25:55","slug":"parsifal-wurzburg-mainfranken-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2927","title":{"rendered":"PARSIFAL &#8211; W\u00fcrzburg, Mainfranken Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Libretto vom Komponisten, B\u00fchnenweihfestspiel in drei Akten, UA: 1882, Bayreuth.<\/p>\n<p>Regie: Kurt Josef Schildknecht, B\u00fchne: Rudolf Rischer<\/p>\n<p>Dirigent: Jonathan Seers, Philharmonisches Orchester W\u00fcrzburg, Opern- und Extrachor, Choreinstudierung: Markus Popp<\/p>\n<p>Solisten: Joachim Goltz (Amfortas), Vidar Gunnarsson (Titurel), Claudius Muth (Gurnemanz), Paul McNamara (Parsifal), Johan F. Kirsten (Klingsor), Karen Leiber (Kundry, Stimme aus der H\u00f6he), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Wuerzburg-Parsifal.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2928\" title=\"Wuerzburg-Parsifal\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Wuerzburg-Parsifal.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Wuerzburg-Parsifal.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Wuerzburg-Parsifal-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nig Amfortas leidet unter einer nicht heilenden Verletzung, die er bei dem Raub des heiligen Speers durch Klingsor erlitten hat. Die Heilung gelingt nicht, denn Amfortas Genesung ist nur durch die Ber\u00fchrung mit dem heiligen Speer m\u00f6glich. Dies erreichte nur \u201eein reiner Tor\u201c. Da taucht Parsifal auf. Gurnemanz, der Erzieher der Knappen, \u00a0h\u00e4lt ihn f\u00fcr den \u201ereinen Tor\u201c und nimmt ihn mit in die Gralsburg. Als er sich get\u00e4uscht sieht, setzt er Parsifal vor die T\u00fcr. Parsifal findet den Zaubergarten Klingsors mit seinen verf\u00fchrerischen M\u00e4dchen. Als auch Kundry ihn im Zaubergarten nicht halten kann, versucht Klingsor ihn mit dem Speer zu bannen. Parsifal ergreift den Speer, der Zaubergarten versinkt. Parsifal kehrt zur\u00fcck zur Gralsburg. Dort fordern die Ritter nach dem Tode Titurels von Amfortas, den Gral ein letztes Mal zu enth\u00fcllen. Doch Amfortas will lieber sterben. Parsifal heilt die Wunde mit dem Speer und enth\u00fcllt den Gral.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00c4stethik dieser Inszenierung f\u00fchrt uns zur\u00fcck in die Anfangszeit von Neu-Bayreuth. Rudolf Rischer hat eine schwarz-wei\u00dfe Rundb\u00fchne erstellt, die haupts\u00e4chlich im Halbdunkel gehalten ist. Ein Altar steht im Zentrum, im zweiten Akt mehr als Bett genutzt. Klingsors Welt wird mit wehenden roten Vorh\u00e4ngen symbolisiert, eine heruntergezogene Klappbr\u00fccke beendet seinen Zauber. Die Kost\u00fcme sind gepr\u00e4gt von der Kunstreligion Richard Wagners, die sich aus allen m\u00f6glichen Religionen zusammensetzt. So k\u00f6nnten die Gralsgesellschaft sowohl Christen, Buddhisten oder Islamisten sein. Nur das Kreuz mu\u00df jeder Ritter im Tornister tragen, Amfortas kommt gleich im Krankenbett daher. Parsifal tr\u00e4gt einen schwarzen Ledermantel, um ihn im Schlu\u00dfakt mit einer R\u00fcstung zu tauschen. Kundry verwandelt sich vom W\u00fcsten-Derwisch zur Frau in Rot, um sich als \u201eMutter Theresa\u201c mit der Gralsgesellschaft zu vers\u00f6hnen. Zum Schlu\u00df versammeln sich alle, Ritter und Blumenm\u00e4dchen, Amfortas und Klingsor, Parsifal und Kundry (nun im wei\u00dfen Abendkleid) um den heiligen Gral, der ein wei\u00dfer gro\u00dfer Edelstein ist.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Klangwunder von Bayreuth kann man an einem kleinen Stadttheater wie W\u00fcrzburg nicht erwarten. Jedoch gelingt es <strong>Jonathan Seers<\/strong> aus der Not eine Tugend zu machen und kommt mit einem kleinen Orchester bei flottem Tempo zu einem schlanken, detailreichen Klang. Er zelebriert die einzelnen T\u00f6ne und es gelingt ihm den Wagnerschen Klangbogen \u00fcber die vielen Phrasen zu einem gro\u00dfen Klangbild zu schmieden. Das erm\u00f6glicht den Solisten viele Entfaltungsm\u00f6glichkeiten, f\u00fchrt aber auch zu Problemen im Zusammenspiel zwischen Chor, Solisten und Orchester &#8211; besonders im ganzen ersten Akt. Die Produktion kann mit solider Besetzung aufwarten, allen voran <strong>Joachim Goltz<\/strong>, ein beeindruckend textverst\u00e4ndlicher Amfortas, mit schlanker Stimmf\u00fchrung und sicheren H\u00f6hen gelingt ihm die Leidensmine des Amfortas ausnehmend gut. <strong>Paul McNamara<\/strong> (Parsifal), bewies schon als Tannh\u00e4user, da\u00df er das Format zum Wagnertenor hat. Ihm gelingen in der explosiven Darstellung der Emotionen seine besten Momente, jedoch mu\u00df er gerade im Finale seine Kr\u00e4fte schonen. Er hatte sich im mitrei\u00dfenden zweiten Akt im Kampf mit <strong>Karen Leiber<\/strong> (Kundry) verausgabt, die ihren hochdramatischen Sopran mit viel Kraft, aber auch viel Ausdruck, voll ausspielte \u2013 wenn sie auch manchmal tremolierte. Leider konnte <strong>Claudius Muth<\/strong> dieses Niveau als Gurnemanz nicht halten, er war zu schwach im Ausdruck und in den H\u00f6hen. Gerade die kleineren Rollen wie Klingsor (<strong>Johann F. Kirsten<\/strong>) und Titurel (<strong>Vidar Gunnarsson<\/strong>) waren wie die Knappen und die Blumenm\u00e4dchen hervorragend besetzt. Gleiches gilt auch f\u00fcr den Herren- und Damenchor, der einige G\u00e4ste formschl\u00fcssig zu integrieren wu\u00dfte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ein kleines Stadttheater, das Jahr f\u00fcr Jahr um sein \u00dcberleben k\u00e4mpft, mu\u00df man den Hut vor dieser Leistung ziehen, n\u00e4mlich die W\u00fcrzburger Erstauff\u00fchrung des Parsifal zu stemmen.<\/p>\n<p>Das W\u00fcrzburger Publikum feierte diese Produktion freundlich und ausdauernd \u2013 abgesehen von wenigen Buh-Rufen f\u00fcr die wenig ansprechende Leistung des Claudius Muth (Gurnemanz) und die inkonsequente Regie \u2013 die sinnfreie Speer\u00fcbergabe durch drei Blumenm\u00e4dchen, die den Speer tippelnd \u00fcber die B\u00fchne tragen, pa\u00dft einfach nicht zur vorherrschenden B\u00fchnen\u00e4stethik. Bleibt zu hoffen, da\u00df diese insgesamt positive Leistung das \u00dcberleben des Hauses sichert.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Falk von Traubenberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Blumenm\u00e4dchen versuchen Parsifal zu verf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Libretto vom Komponisten, B\u00fchnenweihfestspiel in drei Akten, UA: 1882, Bayreuth. 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