{"id":292,"date":"2008-05-17T11:02:47","date_gmt":"2008-05-17T09:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=292"},"modified":"2008-05-17T11:02:47","modified_gmt":"2008-05-17T09:02:47","slug":"dresden-semperoper-la-grande-magia-der-grosse-zauber","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=292","title":{"rendered":"Dresden, Semperoper  &#8211; LA GRANDE MAGIA &#8211; DER GROSSE ZAUBER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Manfred Trojahn; Oper in f\u00fcnf Bildern; Libretto von Christian Martin Fuchs<br \/>\nRegie: Albert Lang, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Rosalie<br \/>\nDirigent: Jonathan Darlington, Staatskapelle Dresden<br \/>\nSolisten: Marlies Petersen (Marta Di Spelta), Rainer Trost (Calogero Di Spelta), Andrea Ihle (Matilde Di Spelta), Sabine Brohm (Rosa Intrugli), Gerald Hupach (Oreste Intrugli), J\u00fcrgen Commichau (Marcello Polvero), Jonas Gudmundsson (Gregorio Polvero), Christoph Pohl (Mariano D\u2019Albino), Urban Malmberg (Otto Marvuglia), Barbara Hoene (Zaira), Tom Martinsen (Arturo Recchia), Romy Petrick (Amelia)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung:: 10. Mai 2008 (Urauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dresden-la-grande-magier.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/dresden-la-grande-magier.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dresden-la-grande-magier.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/dresden-la-grande-magier.jpg\" \/><\/a>Auf der Terrasse eines Hotels verbringt die italienische Gro\u00dffamilie Di Spelta ihre Sommerferien. Der Familienverbund zeigt Risse: Gregorio schw\u00e4rmt von seiner Cousine Rosa. Diese ist von der Ehe mit Oreste gelangweilt, der unbedingt Munizipaldirektor werden will. Calogero ist es nicht gelungen, aus der S\u00e4ngerin Marta eine gl\u00fcckliche, b\u00fcrgerliche Ehefrau zu machen. W\u00e4hrend einer inszenierten Zaubervorstellung verschwindet Marta. Das bringt den Zauberer Otto Marvuglio in N\u00f6ten, denn durch einen Zaubertrick hat er Marta den Argusaugen ihres Ehemanns Calogero entzogen. Nur f\u00fcr einen Augenblick sollte Mariano sie allein treffen. Marta kehrt nicht zur\u00fcck.<br \/>\nW\u00e4hrend sie an Lebenserfahrung gewinnt, lebt Calogero in einer Illusionswelt. Otto hat f\u00fcr ihn die Theorie der nicht vergehenden Zeit und der nicht verschwundenen Marta entwickelt. Diese soll sich verzaubert in einer Schatulle befinden, von der sich Calogero nicht mehr trennt. Und alle befinden sich noch auf der Terrasse des Hotels. Nur, wenn er die Schatulle mit wahrem Glauben an Liebe und Treue \u00f6ffnet, w\u00fcrde er Marta darin finden \u2013 sagt Otto. Calogero h\u00e4lt die Schatulle verschlossen und ist mit dem Sinnbild seiner idealen Liebe gl\u00fccklich. Er zwingt die ganze Familie sich ihm und seiner Traumwelt zu unterwerfen. Als Marta leibhaftig zur\u00fcckkehrt, scheut er vor der Realit\u00e4t zur\u00fcck.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEine gescheiterte M\u00e4rchenoper<br \/>\nEigentlich w\u00e4re ein anderer Titel als La Grande Magia angebracht gewesen, denn weder der Zauberer Otto ist ein gro\u00dfer Vertreter seines Faches \u2013 seine Zaubertricks sind von Anfang an durchschaubar \u2013 noch ist eine Grande Magia Basis dieses St\u00fcckes. Es geht mehr um kollektiven Selbstbetrug durch Einbildungskraft.<br \/>\nAm Anfang wird noch die heile Welt der Familie Di Spelta gezeigt, aber bald zeigt sie Risse, die eigenen Interessen treibt die Familie auseinander. Schwierig ist es, zwischen den Problemen des St\u00fcckes und der Umsetzung auf der B\u00fchne zu unterscheiden. Literarisch gesehen ist das Libretto von <strong>Christian Martin Fuchs<\/strong> ungemein \u00fcberzeugend, das Problem ist, da\u00df das Verst\u00e4ndnis ab und an abhanden kommt, wenn er fast kafkaeske Strukturen aufbaut: Die Handlung auf der B\u00fchne deckt sich mit der Inhaltsangabe, die Motivation der handelnden Personen l\u00e4\u00dft sich leider nicht immer erschlie\u00dfen. So bleibt f\u00fcr den Betrachter r\u00e4tselhaft, weshalb die \u00fcbrigen Familienmitglieder auf Dauer den Selbstbetrug Calogeros mittragen und sogar nichts essen, denn man befindet sich ja in der Realit\u00e4t immer noch auf der Terrasse des Hotels. Ja, warum unterwerfen sie sich seinem Willen und seiner Gewalt? Diese Fragen bleiben offen, wenn am Schlu\u00df Calogero seine Schuhe in die leere Schatulle packt.<br \/>\nWeiterhelfen konnte auch das B\u00fchnenbild <strong>Rosalie<\/strong>s nicht, die aber immerhin mit ihren Assoziationen Bilder von bleibender Erinnerung schuf. Der K\u00e4fig im K\u00e4fig im vierten Bild, um die geistige Gefangenschaft zu symbolisieren, w\u00e4re einer Installation von bleibender Dauer w\u00fcrdig. Und die blauen Ballons vom Anfang, die im  f\u00fcnften Bild zerplatzen, versinnbildlichen die zerplatzen Tr\u00e4ume aller.<br \/>\n<strong>Manfred Trojahn<\/strong> definiert sich als ein zeitgen\u00f6ssischer Komponist, f\u00fcr den die \u201eMusik aller Zeiten\u201c permanent gegenw\u00e4rtig ist. F\u00fcr ihn ist Mozart noch lebendig, wobei er sich f\u00fcr dieses Werk allerdings an Richard Strauss orientiert \u2013 bis hin zum Zitat aus dem Rosenkavalier \u00fcber die Zeit, die ein seltsam Ding ist. Der Abend klingt insgesamt wie eine Reminiszenz an Richard Strauss.<br \/>\n<strong>Musik<\/strong><br \/>\nDie musikalische Umsetzung durch die <strong>s\u00e4chsische Staatskapelle<\/strong> unter <strong>Jonathan Darlington<\/strong> unterstreicht diese N\u00e4he zu Strauss gerade in den nachdenklichen Passagen des dritten und vierten Bildes eindrucksvoll.<br \/>\nAuch die Anforderungen an das Ensemble \u2013 mit 12 Rollen ist dies durchaus in die N\u00e4he zu Ariadne zu setzen \u2013 sind durchaus hoch und konnten eindrucksvoll gel\u00f6st werden. Besonders zu nennen in dem ausgewogenen Ensemble ist <strong>Marlies Petersen<\/strong> als Marta, die schon durch ihre Ausstrahlung und harmonischen Bewegungen das Publikum in ihren Bann zog. Gleiches gilt f\u00fcr <strong>Rainer Trost<\/strong> (Calogero), der die seelischen Abgr\u00fcnde zwischen Realit\u00e4t und Wahnsinn nicht nur stimmlich, sondern auch durch schauspielerische Leistung \u00fcberzeugend vermitteln konnte.<br \/>\nEin wirklich magischer Abend wie im Titel angek\u00fcndigt ist es leider nicht geworden, aber immerhin der bodenst\u00e4ndige Nachweis, da\u00df die zeitgen\u00f6ssische Oper noch am Leben ist. Ein Viva f\u00fcr Trojahn und die Semperopera!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<br \/>\nDas Bild zeigt Rainer Trost (Calogero Di Spelta), Marlis Petersen (Marta Di Spelta) u.a. von li.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Manfred Trojahn; Oper in f\u00fcnf Bildern; Libretto von Christian Martin Fuchs Regie: Albert Lang, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Rosalie Dirigent: Jonathan Darlington, Staatskapelle Dresden Solisten: Marlies Petersen (Marta Di Spelta), Rainer Trost (Calogero Di Spelta), Andrea Ihle (Matilde Di Spelta),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=292\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-292","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=292"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}