{"id":2919,"date":"2011-06-12T15:41:19","date_gmt":"2011-06-12T14:41:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2919"},"modified":"2011-06-12T15:41:19","modified_gmt":"2011-06-12T14:41:19","slug":"katja-kabanowa-karlsruhe-badisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2919","title":{"rendered":"KATJA KABANOWA &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in drei Akten, Libretto vom Komponisten nach dem Schauspiel <em>Gewitter<\/em> von Alexander Ostrowskij, UA 23. November 1921, Nationaltheater Br\u00fcnn<\/p>\n<p>Regie: Georg K\u00f6hl, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Ursina Z\u00fcrcher, Dramaturgie: Margrit Poremba, Licht: Gerd Meier<\/p>\n<p>Dirigent: Justin Brown, Badische Staatskapelle und Badischer Staatsopernchor, Choreinstudierung: Ulrich Wagner,<\/p>\n<p>Solisten: Ulrich Schneider (Dikoj, Bernhard Berchtold (Boris), Sonja Borowski-Tudor (Kabanicha), Matthias Wohlbrecht (Tichon), Christina Niessen (Katja), Andreas Heideker (Kudrjasch), Stefanie Schaefer (Barbara), Luiz Molz (Kuligin), Sarah Alexandra Hudarew (Glascha), Sigrun Maria Borntr\u00e4ger (Fekluscha), Doru Cepreaga (ein Mann)<\/p>\n<p>Statisterie des Badischen Staatstheaters<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Juni 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Karlsruhe-Kabanowa.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2920\" title=\"Karlsruhe-Kabanowa\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Karlsruhe-Kabanowa.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Karlsruhe-Kabanowa.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Karlsruhe-Kabanowa-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Katja Kabanowa ist in ihrer ungl\u00fccklichen Ehe mit Tichon gefangen. Aber auch das Verh\u00e4ltnis zu ihrer Schwiegermutter ist kein gl\u00fcckliches, denn Beleidigungen und Dem\u00fctigungen seitens Kabanicha bestimmen den Alltag. Aus Eifersucht auf Katja schickt sie ihren Sohn fort. Katja vertraut ihrer Freundin Barbara, Pflegetochter im Hause Kabanow, ihre heimliche Liebe zu Boris an. Barbara gesteht daraufhin, da\u00df sie unbemerkt den Schl\u00fcssel f\u00fcr das Gartent\u00fcrchen hin zum Wolgaufer entwendet hat und arrangiert ein Treffen zwischen Katja und Boris. W\u00e4hrend nun Dikoj, Boris\u2019 Onkel Kabanicha besucht, treffen sich die Liebenden heimlich. Nach der R\u00fcckkehr Tichons scheint Katja v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Als schlie\u00dflich ein Gewitter aufzieht, suchen alle Schutz in einem zerfallenen Geb\u00e4ude. Die Blitze als Zorn Gottes deutend, gesteht Katja in aller \u00d6ffentlichkeit ihren Ehebruch. Boris wird daraufhin nach Sibirien verbannt. Von ihrem Geliebten zur\u00fcckgelassen und von der Familie ausgesto\u00dfen, bleibt ihr nur der Freitod in der Wolga.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu den ersten Kl\u00e4ngen aus dem Orchestergraben hebt sich der Vorhang. Zun\u00e4chst bleibt alles in Dunkelheit geh\u00fcllt, ein durchsichtiger Vorhang verschleiert zudem den Blick auf die B\u00fchne. Dahinter zeigt sich ein ger\u00fcstartiges Gebilde mit vielen Treppen; auf einer Treppe, die ins Nichts f\u00fchrt, sitzt Katja in einem rot-schwarzen Kleid. Der Hintergrund bildet eine st\u00e4ndige Projektion von Gewitterquellwolken. Katja beginnt, ihre Umgebung zu inspizieren: zwei Sessel, ein Schreibtisch, Waschbecken und Toilette, aber auch ein Kleiderschrank werden schrittweise beleuchtet und zeigen das Haus Kabanow. F\u00fcr die n\u00e4chtliche Liebesszene am Wolgaufer wird von niedrigeren Ger\u00fcsten ein blauer Vorhang herabgelassen, der wie eine Hecke die Liebenden vor fremden Blicken sch\u00fctzt. F\u00fcr den dritten Akt wird die B\u00fchne geflutet \u2013 eine flache Rampe f\u00fchrt ins Wasser, das sich wie eine Spiegelfl\u00e4che darstellt. Katja, nun in rosa-wei\u00dfem T\u00fcllkleid, st\u00fcrzt sich bei ihrem Selbstmord kopf\u00fcber ins Wasser, taucht ab (in eine eigens daf\u00fcr gemachte Konstruktion) und als Wasserleiche wieder auf.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Figur der Katja war mit <strong>Christina Niessen<\/strong> zweifellos hervorragend besetzt: intonationssicher, in den H\u00f6hen klar und mit zartem Schmelz interpretierte sie feinsinnig und mit gro\u00dfer Intensit\u00e4t ihre hochdramatische Rolle. Die gro\u00dfe emotionale Spannbreite \u2013 ein st\u00e4ndiges Wechselbad zwischen moralischer Verpflichtung, Beleidigungen und sehns\u00fcchtiger Liebe \u2013 transportiert Christina Niessen unmittelbar in ihre Stimme und verleiht ihrem Charakter dadurch Authentizit\u00e4t. <strong>Matthias Wohlbrecht<\/strong> (Tichon) als ihr Ehemann, der seiner herrschs\u00fcchtigen Mutter haupts\u00e4chlich durch Alkoholkonsum zu entgehen versucht, mimt einen charakterschwachen, latent aggressiven Feigling. Immer wieder in Rage geratend dienen ihm auch einige \u201eunsaubere\u201c T\u00f6ne der \u00fcberzeugenden Darstellung seiner schreienden Hilflosigkeit. Schauspielerisch beeindruckend agiert <strong>Sonja Borowski-Tudor<\/strong> als dominante, herrschs\u00fcchtige Kabanicha. In tiefer Lage pr\u00e4sentiert sie ihren warmen Alt wunderbar majest\u00e4tisch-zornig, in der hohen Lage ist sie nicht ganz so ausdrucksstark, der Figur der keifenden Schwiegermutter wird dies aber durchaus gerecht. Einen von jugendlichem Eifer ergriffen Liebhaber zeigt <strong>Bernhard Berchtold<\/strong> (Boris) dessen schlanker, klarer Tenor durch ein wunderbares Timbre besticht. <strong>Andreas Heideker<\/strong> (Kudrjasch), <strong>Stefanie Schaefer<\/strong> (Barbara) und <strong>Ulrich Schneider<\/strong> (Dikoj) erg\u00e4nzen das Ensemble ausgezeichnet.<\/p>\n<p><strong>Justin Brown <\/strong>dirigiert die <strong>Badische Staatskapelle <\/strong>umsichtig mit gro\u00dfen lyrischen Passagen, aber im Ganzen dynamisch zu undifferenziert. Der, in der Musik enthaltene Nuancenreichtum, kann sich so nicht v\u00f6llig entfalten, folkloristische Elemente bleiben zumeist verborgen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Jan\u00e1\u010deks Oper um depressive Schicksalsergebenheit feierte eine erfolgreiche und bejubelte Premiere.<\/p>\n<p>Isabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christina Niessen, Sonja Borowski-Tudor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in drei Akten, Libretto vom Komponisten nach dem Schauspiel Gewitter von Alexander Ostrowskij, UA 23. 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