{"id":2911,"date":"2011-06-08T20:41:56","date_gmt":"2011-06-08T19:41:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2911"},"modified":"2012-02-06T09:55:28","modified_gmt":"2012-02-06T08:55:28","slug":"la-villisuor-angelica-krefeld-vereinigte-buhnen-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2911","title":{"rendered":"LA VILLI\/SUOR ANGELICA &#8211; Krefeld, Vereinigte B\u00fchnen der Stadt"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>La Villi <\/em><\/strong><\/p>\n<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in zwei Akten, Libretto: Ferdinando Fontana<\/p>\n<p>UA: 31. Mai 1884, Mailand, Teatro dal Verme; Erstauff\u00fchrung der 2. Fassung: 26. Dezember 1884, Turin, Teatro Reggio<\/p>\n<p>Regie: Beverly Blankenship, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Susanne Hubrich, Choreographie: Teresa Rotemberg<\/p>\n<p>Dirigent: Graham Jackson, Niederrheinischen Sinfoniker, Chor und Bewegunsensemble der Vereinigten B\u00fchnen, Maria Benyumova, Statisterie des Theaters Krefeld und M\u00f6nchengladbach<\/p>\n<p>Solisten: Igor Gavrilov (Guglielmo), Janet Bartolova (Anna), Kairschan Scholbybajew (Roberto)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Juni 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Krefeld-Le-Villi.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2912\" title=\"Krefeld-Le-Villi\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Krefeld-Le-Villi.gif\" alt=\"\" width=\"231\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Krefeld-Le-Villi.gif 231w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Krefeld-Le-Villi-198x300.gif 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>In einer kirchlichen Institution f\u00fcr gefallene Frauen lebt Anna, die ihren Mann Roberto verlor, als dieser wegen nach Mainz reiste, um dort ein reiches Erbe anzutreten. Auch sein ungeborenes Kind lie\u00df er zur\u00fcck. Zu allem Ungl\u00fcck wird sie nun noch von ihrem Vater, der sie in jene Institution brachte, ignoriert und verleumdet. Mehr und mehr beginnt Anna sich in einer surrealen Welt, in der sie eine Vereinigung mit den \u201eWillis\u201c, die Seelen toter Frauen mit \u00e4hnlichen Schicksalsschl\u00e4gen, eingeht. Hier begegnet sie ferner Roberto, der sich reum\u00fctig zeigt und sie befreien m\u00f6chte. Anna hingegen will nur eines: Rache. Roberto wird in einen Todestanz der Willis verwickelt und stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne bestand aus hohen transparenten Stellw\u00e4nden, aus denen eine Vorder- und Seiten- bzw. Hinterb\u00fchne gebaut war. Die Stellw\u00e4nde wurden stets in anderen Farben angestrahlt. Zun\u00e4chst erschienen sie in gr\u00fcn, dann wei\u00df und sp\u00e4ter in lila und orange. Mit dem Beginn des Totentanzes am Ende der Oper erstrahlte die B\u00fchne in Rot. Vor dem Erklingen der Musik war ein Schattenspiel von Kindern zu sehen, das mit Hilfe eines Beamers auf die B\u00fchne projiziert wurde. Mit dem Beginn der Oper kamen Frauen in grauen Kitteln auf die B\u00fchne, die in stummer Rolle, begannen, die B\u00fchne aufwendig zu putzen. In stummen Rollen und im Hintergrund meist auf und abgehend, zeigten Nonnen in wei\u00dfer Tracht ihre Pr\u00e4senz. Nach dem Terzett zwischen Guglielmo, Anna und Roberto st\u00fcrzte sich eine Nonne auf Anna und begann auf sie einzudreschen, w\u00e4hrend eine zweite sie davon abzuhalten versuchte. Gegen Ende,\u00a0 beim Erscheinen Robertos, war Anna stark blutverschmiert.<\/p>\n<p>S\u00e4nger und Orchester<\/p>\n<p>Die Stimmen der drei S\u00e4nger <strong>Janet Bartolova<\/strong> (Anna), <strong>Igor Gavrilov<\/strong> (Guglielmo) und <strong>Kairschan Scholdybajew<\/strong> (Roberto) pa\u00dften nicht ganz zu ihren ausge\u00fcbten Rollen. Jede Stimme hatte gewisse St\u00e4rken, jedoch auf der anderen Seite auch un\u00fcberh\u00f6rbare Schw\u00e4chen, wie die deutlich zu h\u00f6renden Probleme in den hohen Lagen, was bei Bartolova schon fr\u00fchzeitig deutlich wurde. Ihre Stimme wirkte teilweise gebrechlich, teilweise gar fahl. Scholdybajew zeigte eine zur Oper passende dramatische Stimme, wobei diese durchaus noch etwas durchdringender und vor allem klarer h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. So kam ihr Duett am Beginn auch eher m\u00e4\u00dfig daher. Seine Rolle des Robertos spielte er nur in Ans\u00e4tzen glaubhaft. Gavrilov pr\u00e4sentierte dem Publikum eine durchaus farbenreiche Stimme, allerdings auch nicht allzu kr\u00e4ftig. Beim Terzett pr\u00e4sentierten sie sich nicht als eine Einheit. Eine Einheit war hingegen sowohl beim Chor als auch beim Orchester zu erleben. Die Eins\u00e4tze des Chores waren pr\u00e4zise und sein Gesamtklang bereichernd. Der auch in dieser Puccini-Oper wichtige volle und satte Klang kam gut zum Ausdruck. Die dynamischen Abstufungen wirkten sauber herausgearbeitet. Hervorzuheben ist auch der \u201ewarme\u201c Streicherklang. Dirigent <strong>Graham Jackson<\/strong> w\u00e4hlte ein unaufgeregtes Tempo, wodurch keine Passage gehetzt wirkte.<\/p>\n<p><strong><em>Suor Angelica<\/em><\/strong><\/p>\n<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Oper in einem Akt, Libretto: Giovacchino Forzano<\/p>\n<p>UA: 14. Dezember 1918, New York, Metropolitan Opera<\/p>\n<p>Regie: Beverly Blankenship, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Susanne Hubrich, Choreographie: Teresa Rotemberg<\/p>\n<p>Dirigent: Graham Jackson, Niederrheinischen Sinfoniker, Chor und Bewegunsensemble der Vereinigten B\u00fchnen, Einstudierung: Maria Benyumova,<\/p>\n<p>Solisten: Dara Hobbs (Sour Angelica), Eva-Maria G\u00fcnschmann (Die F\u00fcrstin, ihre Tante), Katharina Ihlefeld (Die \u00c4btissin), Margriet Schl\u00f6sseld (Schwester Eiferin), Bong-Kil Lee (Die Lehrmeisterin der Novizen) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Juni 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Schwester Angelica mu\u00df unter Zwang ins Kloster eintreten, nachdem man ihren unehelichen Knaben von ihr fortgenommen hat. Im Kloster lebt sie isoliert, die Au\u00dfenwelt ist von ihr abgeschnitten. Ihr Leben ist voller Trauer. Nach sieben Jahren bekommt sie Besuch von ihrer garstigen Tante, eine F\u00fcrstin. Sie fordert von Angelica den Verzicht auf ihr Erbe. Angelica willigt ein. Als Angelica nach dem Wohlergehen des Knabes fragt, sagt ihre Tante ihr, er sei bereits gestorben. Nach der Abreise der Tante nimmt Angelica in ihrer Verzweiflung Gift zu sich, um im Jenseits wieder mit ihrem Sohn vereint zu sein. Kurz vor ihrem Tod fleht sie bei der heiligen Maria um Vergebung. Ihr Sohn erscheint ihr und sie stirbt mit ihm vereint.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der B\u00fchnenaufbau blieb den Zuschauern im zweiten Teil erhalten. Schwester Angelica stand b\u00fcgelnd am Tisch, w\u00e4hrend putzende Nonnen herein kamen. \u00dcberwiegend sah man die Nonnen teilweise an N\u00e4hmaschinen, teilweise den Boden fegend. Ihr Gift holte Angelica gegen Ende der Oper aus einem kleinen Geheimfach im Tisch. Einsam und verlassen st\u00fcrzte sie zu Boden. Die Nonnen erschienen mit einer Mutter-Gottes Statue in der Hand, die sie abstellten und fl\u00fcchteten. Kurz vor ihrem Tode kam ihr Sohn auf die B\u00fchne, kniete nieder und reichte seiner sterbenden Mutter die Hand. Im Hintergrund wurde ein gro\u00dfes wei\u00df erleuchtetes Kreuz eingeblendet, auf dem eine Frau mit Br\u00fcsten hing.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Zuschauer erlebte klanglich einen absoluten Genu\u00df. Dies lag vor allem an der Glanzleistung der Sopranistin <strong>Dara Hobbs<\/strong> (Suor Angelica). Ihre Stimme war klar, hell und durchdringend. Auch ihre schauspielerischen Leistungen waren von Anfang an mitrei\u00dfend. Das gleiche gilt auch f\u00fcr <strong>Eva-Maria G\u00fcnschmann <\/strong>(F\u00fcrstin) die mit starker Alt-Stimme in Erscheinung trat. Auch wenn sie nur relativ kurz auf der B\u00fchne stand, so bleibt doch ein gro\u00dfartiger Eindruck zur\u00fcck. Beide, Hobbs und G\u00fcschmann, erg\u00e4nzten sich hervorragend. Die Nebenrollen waren solide gestaltet. Chor und Orchester waren, wie schon im ersten Teil des Abends, makellos und g\u00e4nzlich \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit den beiden Werken konnte man eine interessante Zusammenstellung erleben. Erfreulich, Puccinis erste Oper <em>Le Villi<\/em> mal wieder an einem deutschen Opernhaus zu erleben. Es bleibt ein geteilter, aber \u00fcberwiegend positiver Eindruck eines lohnenswerten Abends. Leider waren im Saal noch einige Pl\u00e4tze unbesetzt, was ungew\u00f6hnlich f\u00fcr eine Premiere ist. W\u00e4hrend die S\u00e4nger Bravo-Rufe erhielten, ergossen sich \u00fcber das Regie-Team auch zahlreiche Buh-Rufe.<\/p>\n<p>Roman Bonitz<\/p>\n<p>Bild: Stutte<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Janet Bartolova (Anna), Igor Gavrilov (Guglielmo) und Kairschan Scholdybajew (Roberto) v.l.n.r.<\/p>\n<p>Suor Angelica<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Villi von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in zwei Akten, Libretto: Ferdinando Fontana UA: 31. Mai 1884, Mailand, Teatro dal Verme; Erstauff\u00fchrung der 2. Fassung: 26. Dezember 1884, Turin, Teatro Reggio Regie: Beverly Blankenship, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Susanne Hubrich,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2911\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[64,1],"tags":[],"class_list":["post-2911","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-krefeld-stadttheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2911"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2911\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3623,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2911\/revisions\/3623"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}