{"id":2907,"date":"2011-06-06T09:32:28","date_gmt":"2011-06-06T08:32:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2907"},"modified":"2011-06-07T09:47:41","modified_gmt":"2011-06-07T08:47:41","slug":"tosca-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2907","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in 3 Akten, nach dem Drama <em>La Tosca<\/em> von Victorien Sardou, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, UA: 1900, Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Jens-Daniel Herzog, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Mathis Neidhardt<\/p>\n<p>Dirigent: Christof Prick, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg,<\/p>\n<p>Einstudierung: Edgar Hykel und N\u00fcrnberger Jugendchor des Lehrergesangsvereins, Einstudierung: Barbara Labudde<\/p>\n<p>Solisten: Mardi Byers (Floria Tosca), David Yim (Mario Cavaradossi), Mikolaj Zalasinski (Baron Scarpia), Vladislav Solodyagin (Cesare Angelotti), Daeyoung Kim (Der Mesner), Richard Kindley (Spoletta), Suren Manukyan (Sciarrone) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Juni 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Nuernberg-Tosca.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2908\" title=\"Nuernberg-Tosca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Nuernberg-Tosca.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Nuernberg-Tosca.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Nuernberg-Tosca-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4ngerin Floria Tosca und der Maler Mario Cavaradossi sind im Rom des 18. Jahrhunderts ein leidenschaftliches Liebespaar. In der Kirche San Andrea della Valle in Rom trifft der Maler Cavaradossi seinen Freund Angelotti, einem aus dem Gef\u00e4ngnis entflohenen Revolution\u00e4r. Als dessen Flucht, entdeckt wird versteckt Cavaradossi ihn in einem Brunnen im Garten seines Landhauses. Daraufhin l\u00e4\u00dft der Polizeichef Scarpia Cavaradossi auf Verdacht verhaften. Als Tosca davon erf\u00e4hrt, eilt sie zu Scarpia, um ihren Geliebten zu retten. Daf\u00fcr soll sie sich jedoch Scarpia im Liebesakt hingeben. Sie willigt scheinbar ein, will aber daf\u00fcr von Scarpia Dokumente f\u00fcr die Flucht Cavaradossis. Nachdem Scarpia diese unterzeichnet hat, ersticht sie ihn. Nach der vereinbarten Scheinhinrichtung Cavaradossis wollen die Liebenden mit Scarpias Freischein fliehen. Jedoch hat Scarpia Tosca get\u00e4uscht und seine Befehle nicht ge\u00e4ndert, so da\u00df Cavaradossi tats\u00e4chlich get\u00f6tet wird. Tosca st\u00fcrzt sich aus Verzweiflung von der Engelsburg.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Akt spielt in der Nische einer Kirche, in der an der rechten Wand eine Staffelei steht. Links befindet sich eine Madonnenfigur, im Hintergrund ist das Mittelschiff mit einigen Stuhlreihen zu sehen. Nach hinten wird die Szene durch einen bemalten Vorhang begrenzt, der die gegen\u00fcberliegende Nische darstellt. Nach vorne hin wird die B\u00fchne durch einen roten, in Volants gelegten Samtvorhang eingerahmt, der auf der rechten B\u00fchnenseite zus\u00e4tzlich den Eingang in die Kapelle der Familie Attavanti bildet. Zu Beginn tragen alle Beteiligten historische Kost\u00fcme, Scarpia und seine M\u00e4nner erscheinen aber in moderner Kleidung. Mit ihnen erscheinen Statisten, die ein Regieteam und Maskenbildner darstellen. Der zweite Akt findet in Toscas K\u00fcnstlergarderobe statt, einem kleinen, auch nach oben hin begrenzten, modernen Raum, den eine wei\u00dfe Schrankwand dominiert. Im dritten Akt gibt sieht man den \u201enackten\u201c B\u00fchnenraum, einige Kulissen aus dem ersten Akt stehen am Rand. Anstelle des Hirten tritt eine Putzfrau auf, die die B\u00fchne wischt. Auch das Ende weicht etwas vom Original ab: Tosca begeht keinen Selbstmord, sondern wird von Spoletta erdrosselt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Publikumsliebling des Abends war <strong>David Yim<\/strong> (Cavaradossi), der als jugendlicher Heldentenor \u00fcberzeugen konnte. Mit klarer Stimme und einer sauberen Intonation kam er gut \u00fcber das Orchester und konnte sich kraftvoll durchsetzen. <em>E lucevan le stelle \u2013 Und es leuchten die Sterne<\/em> (3. Akt) gestaltete er leidenschaftlich und mit differenzierter Dynamik. Einzig bei <em>Vittoria! \u2013 Sieg!<\/em> (2. Akt) fehlte ihm die St\u00e4rke, um den Anforderungen dieser zentralen Arie gerecht zu werden. Nicht ganz so befriedigend war <strong>Mardi Byers<\/strong> (Tosca), auch wenn sich ihre Leistung im Laufe des Abends steigerte. Ihr eher dunkles Timbre kam zwar der Dramatik zugute, doch konnte sie ihr Tremolo nicht immer kunstvoll einsetzen. Ein gro\u00dfes Lob verdient jedoch ihre dynamische Gestaltung, da Byers \u00fcber ein wundersch\u00f6nes Piano verf\u00fcgt, mit dem es ihr gelang, die ber\u00fchmte Arie <em>Vissi d\u2019arte \u2013 Ich lebte f\u00fcr die Kunst<\/em> (2. Akt) \u00e4u\u00dferst ber\u00fchrend vorzutragen. Lobenswert ist ebenfalls <strong>Mikolaj Zalasinski<\/strong>s Scarpia, den er weniger aggressiv sondern vielmehr gleichg\u00fcltig-kalt interpretierte. Besonders ansprechend gelang ihm <em>A doppia mira \u2013 Ein doppeltes Ziel<\/em> (1. Akt): Er sang die Arie differenziert und voll zorniger Erregung. Das Orchester unter <strong>Christof Brick<\/strong> meisterte die T\u00fccken der Partitur ausgezeichnet und bescherte dem Publikum abwechslungsreiche Klangfarben und stellenweise virtuos ausgef\u00fchrte, kammermusikalische Passagen. Es stellte sich stets in den Dienste der S\u00e4nger, um diese nicht zu \u00fcberdecken, was meist grandios gelang.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum im fast ausverkauften Staatstheater nahm die Inszenierung gut an und belohnte sie schon zur Pause mit wohlwollendem Applaus. Es war ein emotionaler Abend, der sowohl Lacher als auch Tr\u00e4nen bescherte und insgesamt als eine erfreulich gute Leistung des Ensembles angesehen werden kann.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Laura Knoll<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Mardi Byers (Tosca)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in 3 Akten, nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa, UA: 1900, Rom, Teatro Costanzi Regie: Jens-Daniel Herzog, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Mathis Neidhardt Dirigent: Christof Prick, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2907\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-2907","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2907"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2910,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions\/2910"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}