{"id":2898,"date":"2011-06-01T10:23:01","date_gmt":"2011-06-01T09:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2898"},"modified":"2011-06-01T10:23:01","modified_gmt":"2011-06-01T09:23:01","slug":"la-boheme-stockholm-konigliche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2898","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME &#8211; Stockholm, K\u00f6nigliche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. Februar 1896, Turin<\/p>\n<p>Regie: Wilhelm Carlsson, B\u00fchne: Lars \u00d6stbergh, Kost\u00fcme: Annsofi Nyberg<\/p>\n<p>Dirigent: Marco Guidarini, K\u00f6nigliche Hofkapelle, Chor der K\u00f6niglichen Oper, Choreinstudierung: Folke Alin, Christina H\u00f6rnell, Kinderchor der Adolf Fredriks Musikklasse, Einstudierung: Pelle Olofson<\/p>\n<p>Solisten: Sara Olsson (Mim\u00ec), Jeanette Bjurling (Musetta), Daniel Johansson (Rodolfo), Ola Eliasson (Marcello), Anton Eriksson (Schaunard), John Erik Eleby (Colline), Magnus Kyhle (Alcindoro und Benoit), Thomas Annmo (Parpignol)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Mai 2011 (Wiederaufnahme)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Stockholm-Boheme.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2899\" title=\"Stockholm-Boheme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Stockholm-Boheme.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"348\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Stockholm-Boheme.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Stockholm-Boheme-150x150.gif 150w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Stockholm-Boheme-300x298.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline sind bettelarme K\u00fcnstler und unzertrennliche Freunde. Sie leben ein unbeschwertes Leben von der Hand in den Mund in einer Mansarde \u00fcber den D\u00e4chern von Paris. Rodolfo begegnet Mim\u00ecund verliebt sich in sie. Marcello erobert seine ehemalige Geliebte Musette zur\u00fcck. Im Auf und Ab der Beziehungen und im Laufe der Zeit verschlimmert sich Mim\u00ecs Krankheit und schlie\u00dflich stirbt sie. Rodolfo bleibt verzweifelt zur\u00fcck in der Gewi\u00dfheit, Mim\u00ec in ihrer schwersten Zeit allein gelassen zu haben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt in den Rahmenakten auf einem Podest. Dadurch hat der Betrachter das Empfinden, \u00fcber den D\u00e4chern einer Stadt zu sein. Eine gro\u00dfe, schr\u00e4g nach oben verlaufende Fensterwand schlie\u00dft das Podest nach hinten ab. Dahinter sieht man die Figuren herauf- und heruntersteigen. Mondlicht f\u00e4llt hinein. Die Ausstattung des ersten Akts ist einfach gehalten: ein stilisierter Kamin, ein Stuhl, eine Plastikwasserflasche im Hintergrund. Im zweiten Akt sieht man buntes Stra\u00dfentreiben auf zwei Ebenen, viele Leute auf einem modernen Weihnachtsmarkt und franz\u00f6sisches Caf\u00e9-Flair inmitten fallender Schneeflocken. Im dritten Akt wird das B\u00fchnenbild von einer grauen, verwitterten Wand dominiert mit zwei T\u00fcrstehern, die den Eingang zu einer Bar bewachen. Man glaubt, sich in einem tristen Vorort zu befinden. Graue Gestalten, \u00e4rmlich gekleidet, gehen mit Plastikt\u00fcten in den H\u00e4nden umher. Im letzten Akt befindet man sich wieder die Mansarde \u00fcber den D\u00e4chern, nach wie vor karg eingerichtet, nun aber mit einem roten Kanapee ausgestattet. Die Kost\u00fcme passen zu der n\u00fcchternen Ausstattung auf der B\u00fchne. Rodolfo tritt in Jeansjacke und Turnschuhen auf, die anderen M\u00e4nner in Kordblazern oder einfachen Pullovern in gedeckten Farben. Auch Mimi ist unscheinbar in einem rosa Kleid, das unter einer einfachen Strickjacke hervorlugt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daniel Johansson<\/strong> (Rodolfo) sang seine Partie beinahe tadellos. Er setzte seine T\u00f6ne mit Pr\u00e4zision. Seine wohlklingende Stimme kam besonders in den H\u00f6hen gut zur Geltung und klang trotzdem weich und rund. <strong>Sara Olsson<\/strong> (Mimi) mu\u00dfte sich hingegen erst in ihre Rolle hineinfinden. Ihre gro\u00dfe Stimme klang in den h\u00f6heren Lagen in den ersten beiden Akten manchmal zu scharf, und die ihr fehlende schauspielerische Leichtigkeit machte es anfangs schwer, ihr die Verk\u00f6rperung der zarten, sch\u00fcchternen Mimi abzunehmen. Das Ende des Duettes mit Rodolfo im zweiten Akt gelang nicht einwandfrei. Ab dem dritten Akt sang sie jedoch vorz\u00fcglich. <strong>Jeanette Bjurling <\/strong>(Musette) schien ihre Rolle wie auf den Laib geschneidert zu sein. Sie sang technisch perfekt und gewann das Publikum bei ihrem fulminanten ersten Auftritt sowohl stimmlich als auch darstellerisch f\u00fcr sich. <strong>Ola Eliasson <\/strong>(Marcel) ging in seiner Rolle auf, die er musikalisch und schauspielerisch einf\u00fchlsam, zugleich aber auch temperamentvoll gestaltete. <strong>John Erik Eleby<\/strong> (Colline) hatte anfangs etwas M\u00fche, sich gegen Orchester und S\u00e4ngerkollegen klanglich durchzusetzen, sang aber im \u00dcbrigen gut wie auch <strong>Anton Eriksson<\/strong> (Schaunard), dem eine \u00fcberaus sympathische Verk\u00f6rperung seiner Rolle gelang. Er war der einzige der Herren, der ohne M\u00fche in allen Lagen durch den satten Orchesterklang hindurchdrang. <strong>Magnus Kyhle<\/strong> (Benoit, Alcindore) gestaltete seine beiden Partien klanglich unterschiedlich und mit viel Humor. Chor und Kinderchor meisterten ihre Auftritte souver\u00e4n. Am Beginn der Oper wirkte das Zusammenspiel zwischen dem Orchester unter der Leitung von <strong>Marco Guidarini<\/strong> und den S\u00e4ngern etwas unsicher, allerdings nur ein paar Takte lang.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser schlichten, realistisch gehaltenen Inszenierung, in der die schauspielerischen Fertigkeiten der S\u00e4nger besonders gut zur Geltung kommen, gelingt es, das Publikum zu begeistern. Die Personenregie ist als wirklich gelungen hervorzuheben, denn man wird ber\u00fchrt von den schauspielerischen Interaktionen zwischen den S\u00e4ngern. Der dramatische Bogen wird nachvollziehbar, sowohl bei den humoristischen Passagen als auch bei der empfindsamen Schilderung menschlicher Beziehungen. Das Publikum, sichtlich ergriffen, dankt den Darstellern mit langem Applaus. Ein gelungener Opernabend vor nahezu ausverkauftem Haus.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Dorothea Knust<\/p>\n<p>Bild: Alexander Kenney<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Daniel Johansson (Rodolfo), Paulina Pfeiffer (Mim\u00ec)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. 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