{"id":2894,"date":"2011-05-30T19:19:10","date_gmt":"2011-05-30T18:19:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2894"},"modified":"2011-05-30T19:19:10","modified_gmt":"2011-05-30T18:19:10","slug":"orpheus-in-der-unterwelt-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2894","title":{"rendered":"ORPHEUS IN DER UNTERWELT &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Operette in zwei Akten, Libretto: Hector Cr\u00e9mieux in deutscher \u00dcbersetzung von Ludwig Kalisch, UA: 1858, Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Bouffes-Parisiens<\/p>\n<p>Regie: Tom Ryser, B\u00fchne: Stefan Rieckhoff, Kost\u00fcme: Stefan Rieckhoff, Licht: Bernhard Oesterle, Dramaturgie: Heike M\u00fcller-Merten, Dominica Volkert<\/p>\n<p>Dirigent: Jimmy Chiang, Orchester: Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor des Theater Freiburg, Choreinstudierung: Bernhard Moncado<\/p>\n<p>Solisten: Roberto Gionfriddo (Orpheus), Lini Gong (Eurydike), Christoph Waltle (Pluto), Christian Voigt (Jupiter), Marie Bonnet (Juno), Victor Calero (Merkur), Sally Wilson (Cupido), Sang Hee Kim (Venus), Anna Baxter (Diana), Alejandro L\u00e1rraga Schleske (Mars), Ullo von Peinen (Hans Styx), Moritz Knapp (Die \u00f6ffentliche Meinung)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Freiburg-Orpheus.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2895\" title=\"Freiburg-Orpheus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Freiburg-Orpheus.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Freiburg-Orpheus.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Freiburg-Orpheus-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Das antike Ehepaar Orpheus und Eurydike hat sich auseinandergelebt. Beide haben jeweils einen anderen Liebhaber. Eurydikes Partner entpuppt sich als Pluto, Gott der Unterwelt, der sie gerne mit sich nehmen m\u00f6chte. Sie willigt ein. Orpheus ist begeistert \u00fcber seine neue Freiheit. Doch da tritt Die \u00f6ffentliche Meinung auf und zwingt ihn, sich auf den Olymp zu begeben, um G\u00f6tterherrscher Jupiter darum zu bitten, ihm Eurydike zur\u00fcckzugeben. Jupiter willigt ein. Alle G\u00f6tter machen sich auf in die Unterwelt und feiern dort eine Party. Hierbei werden Eurydike und Jupiter inflagranti erwischt. An sein Versprechen gebunden, stellt er Orpheus die Bedingung, er bekomme Eurydike nur zur\u00fcck, wenn er sich auf dem R\u00fcckweg nicht umdrehe. Weil Orpheus sich daran h\u00e4lt, schleudert Jupiter einen Blitz, so da\u00df Orpheus sich doch umdreht. Von Jupiter zur Bacchantin ernannt, macht sich die nun freie Eurydike erneut auf den Weg.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das in beiden Akten prinzipiell gleichbleibende B\u00fchnenbild stellt eine in s\u00e4mtlichen Details exakte Verl\u00e4ngerung des Zuschauerraums dar, so den Umstand ber\u00fccksichtigend, das Offenbachs Operetten immer auch Gesellschaftssatiren, beziehungsweise Spiegelbilder f\u00fcr das Publikum sind. In die Mitte der hinteren B\u00fchnenwand befindet sich ein Fahrstuhl, mit dem die Figuren in den Himmel oder in die H\u00f6lle fahren. Auf dem Olymp deutet kahles Gezweig und herabfallender Schnee auf ewigen Winter hin. Die Unterwelt unterscheidet sich von der Oberwelt lediglich dadurch, da\u00df sie mehr Raum zum Feiern bietet und ein Kronleuchter von der Decke h\u00e4ngt. Jupiters Verwandlung in eine Biene in der Mitte des zweiten Aktes wird lediglich angedeutet. Am Schlu\u00df erw\u00e4hlt sich Eurydike einen neuen Partner aus dem Publikum, mit dem sie die B\u00fchne verl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Beteiligten spielen, singen und musizieren mit jener lustvollen Leichtigkeit wie sie f\u00fcr das Gelingen einer Offenbachiade n\u00f6tig erscheint. Allen voran die neckisch mit koloratursoubrettenhaftem Charme auftrumpfende <strong>Lini Gong<\/strong>, deren geschmeidiger Sopran die zahlreichen Schwierigkeiten der Partie der Eurydike spielend meistert. \u00c4hnlich schalkhaft gibt sich <strong>Roberto Gionfriddo<\/strong> (Orpheus), der zwar weniger zu singen hat, seinen Part aber buffonesk und mit stimmlicher Plastizit\u00e4t versieht. <strong>Christoph Waltles<\/strong> sympathisch d\u00e4monischer Pluto singt sowohl auf deutsch als auch auf franz\u00f6sisch verst\u00e4ndlich, klanglich fehlt es jedoch an der letzten Brillanz, vor allem in der H\u00f6he. Sein Gegenpart <strong>Christian Voigt<\/strong> (Jupiter), hingegen l\u00e4\u00dft es auch stimmlich in der Rolle des Jupiters an nichts fehlen. <strong>Marie Bonnet<\/strong> (Juno), <strong>Victor Calero<\/strong> (Merkur), <strong>Sally Wilson<\/strong> (Cupido), <strong>Sang Hee Kim<\/strong> (Venus) sowie <strong>Anna Baxter<\/strong> (Diana) und <strong>Alejandro L\u00e1rraga Schleske<\/strong> (Mars) haben gesanglich selten etwas zu tun, \u00fcberzeugen daf\u00fcr aber schauspielerisch umso mehr und bilden ein im Ensembleklang homogen wohlt\u00f6nendes G\u00f6ttergespann. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr <strong>Ullo von Peinen<\/strong>, der sich als Hans Styx gegen\u00fcber Eurydike mit wunderbar gespielter devoter Nervosit\u00e4t pr\u00e4sentiert. Die \u00f6ffentliche Meinung mit dem sich noch im Kindesalter befindenden <strong>Moritz Knapp<\/strong> zu besetzen, erweist sich als kleiner Geniestreich. <strong>Jimmy Chiang<\/strong> und das Philharmonische Orchester Freiburg musizieren zwar genau und schwungvoll, doch dynamisch vielleicht etwas zu zur\u00fcckhaltend. Sp\u00e4testens beim popul\u00e4ren <em>Can Can in der Unterwelt<\/em> gegen Ende l\u00e4uft dann aber alles auf Hochtouren.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum zeigte sich von der Premiere, in der die meisten Pointen z\u00fcndeten, ausnahmslos begeistert. Viel Applaus gab es auch f\u00fcr die an Offenbachs Original orientierte Regiearbeit. Am st\u00e4rksten bejubelt wurde allerdings das Freiburger Gesangsensemble, das sich erfreulicherweise als operettentauglich erwiesen hatte.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: M.KORBEL<\/p>\n<p>Das Bild zeigt v.l.n.r.: Sally Wilson (Cupido), Sang Hee Kim (Venus), Alejandro L\u00e1rraga Schleske (Mars), Christian Voigt (Jupiter), und Marie Bonnet (Juno) auf dem Olymp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Operette in zwei Akten, Libretto: Hector Cr\u00e9mieux in deutscher \u00dcbersetzung von Ludwig Kalisch, UA: 1858, Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Bouffes-Parisiens Regie: Tom Ryser, B\u00fchne: Stefan Rieckhoff, Kost\u00fcme: Stefan Rieckhoff, Licht: Bernhard Oesterle, Dramaturgie: Heike M\u00fcller-Merten, Dominica Volkert<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2894\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-2894","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2894"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2894\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2897,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2894\/revisions\/2897"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}