{"id":2888,"date":"2011-05-17T19:51:24","date_gmt":"2011-05-17T18:51:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2888"},"modified":"2011-05-25T19:54:58","modified_gmt":"2011-05-25T18:54:58","slug":"samson-und-dalila-berlin-deutsche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2888","title":{"rendered":"SAMSON UND DALILA &#8211; Berlin, Deutsche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Oper in drei Akten von Camille Saint-Sa\u00ebns (1835-1921), Libretto: Ferdinand Lemaire, UA: 2.12.1877 Weimar<\/p>\n<p>Regie: Patrick Kinmonth, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Patrick Kinmonth und Darko Petrovic, Licht: Manfred Voss, k\u00fcnstlerische Produktionsleitung: Christian Beier, Dramaturgie: Katharina John, Miriam Kohnert,<\/p>\n<p>Dirigent: Alain Altinoglu , Ch\u00f6re: William Spaulding<\/p>\n<p>Solisten: Vesselina Kasarova (Dalila), Jos\u00e9 Cura (Samson), J\u00f6rn Sch\u00fcmann (Abimelek), Ante Jerkunica (alter Hebr\u00e4er), Clemens Bieber (Kriegsbote), Peter Maus (erster Philister), Sergio Vitale (zweiter Philister)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/BerlinDO-Samson.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2889\" title=\"BerlinDO-Samson\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/BerlinDO-Samson.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/BerlinDO-Samson.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/BerlinDO-Samson-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Samson ruft sein Volk zum Widerstand gegen die Philister auf. Abimelek verspottet die Hebr\u00e4er. Samson t\u00f6tet ihn. Dalila versucht nun, Samson in eine Falle zu locken. Nach einigem Z\u00f6gern l\u00e4\u00dft Samson sich auf sie ein. Sie ruft die Philister herbei, die Samson gefangen nehmen. Er wird geblendet und seiner Kraft beraubt. W\u00e4hrend des Festes zum Sieg \u00fcber ihn wird der Hilflose dem Spott der Menge ausgeliefert. Er bittet Gott noch einmal um seine fr\u00fchere Kraft. Als er Dagon huldigen soll, st\u00f6\u00dft Samson die Tempels\u00e4ulen um und die Philister werden darunter begraben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Oper schaut man auf drei Bahngleise, auf denen sich die Hebr\u00e4er zusammengekauert haben. Die Philister treten als bewaffnete Soldaten auf, Tote werden von der B\u00fchne getragen. Anstelle des Tempeltanzes der Philisterinnen wird ein gro\u00dfer Tisch mit wei\u00dfem Geschirr gedeckt, an dem Hebr\u00e4er Platz nehmen. Im zweiten Akt sind die Gleise von Pflanzen \u00fcberwuchert. Das Liebesduett von Samson und Dalila findet teils auf einem Prellbock, teils auf dem Souffleurkasten statt. Dort bem\u00e4chtigt sich Samson Dalila, indem er ihre R\u00f6cke hochwirft und sich auf sie legt. Im dritten Akt bereut Samson vor dem Vorhang liegend seine Taten. Ein Junge mit einem Koffer erscheint, der sich ihm gegen\u00fcbersetzt. Gegenseitig schminken sie sich. W\u00e4hrend das Bacchanal erklingt, bleibt der Vorhang geschlossen. Wesentliche Teile des Librettos werden nicht in Szene gesetzt oder deutlich ver\u00e4ndert: Abimelek wird nicht von Samson get\u00f6tet, und die Philister erschie\u00dfen Hebr\u00e4er. W\u00e4hrend des Schlu\u00dfchores entledigen sich die Philisterinnen ihrer Kleider und erstarren in Unterw\u00e4sche bei der j\u00e4h abfallenden Schlu\u00dftonleiter in ihren Bewegungen. Gleichzeitig schlie\u00dfen sich die Waggont\u00fcren.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>In den Rahmenakten dominiert der wunderbar klingende Opernchor mit seinen Wechselges\u00e4ngen und choralartigen Partien. Es gelingt hier gut, die unterschiedlichen Stimmungen von Hebr\u00e4ern und Philistern gegeneinander abzusetzen (z.B. <em>Voici le printemps &#8211; Hier ist Fr\u00fchling, <\/em>Chor der Philister<em>, <\/em>erster Akt oder <em>Arr\u00eatez, \u00f4 mes fr\u00e8res! \u2013 Haltet an, oh meine<\/em> <em>Br\u00fcder<\/em>, Chor der Hebr\u00e4er, erster Akt). Mit gro\u00dfer klanglicher Geschlossenheit begleitet der Chor Samsons Klagegesang, mit dem er seine Taten bereut, aus dem Off zu Beginn des dritten Aktes: <em>Vois ma mis\u00e8re, h\u00e9las! \u2013 Ach, sieh mein Ungl\u00fcck<\/em>. Daneben ist die gute musikalische Realisierung durch das Orchester unter <strong>Alain Altinoglu <\/strong>zu nennen, das trotz gro\u00dfer Besetzung durchsichtig bleibt und die S\u00e4nger nicht \u00fcbert\u00f6nt. <strong>Vesselina Kasarova<\/strong> (Dalila) kann mit ihrer auch in der Tiefe voll klingenden Mezzosopranstimme \u00fcberzeugen. Die ber\u00fchmte Hymne an den Fr\u00fchling am Ende des ersten Aktes <em>Printemps qui commence<\/em> \u2013 <em>Fr\u00fchling, der beginnt<\/em> klingt strahlend und der vom Englischhorn begleitete ber\u00fchmte Verf\u00fchrungsgesang <em>Mon coeur s\u2019ouvre \u00e1 ta voix<\/em> \u2013 <em>Mein Herz \u00f6ffnet sich deiner Stimme <\/em>am Ende des zweiten Akts gelingt rein musikalisch gesehen ebenfalls bestens, doch vermag die S\u00e4ngerin dem Charakter der Dalila leider weder etwas sinnlich Bet\u00f6rendes noch rachs\u00fcchtig Heuchlerisches zu geben. <strong>Jos\u00e9 Cura<\/strong> (Samson) ist ihr ein musikalisch ebenb\u00fcrtiger Partner. Er singt den tragischen Helden mit einer weit tragenden Tenorstimme, die er differenziert einsetzt. Er f\u00fcllt den Teil seiner Rolle als leidender und reuiger Samson ausdrucksst\u00e4rker und leidenschaftlicher aus als den zwischen Zuneigung und Schuldgef\u00fchlen hin- und hergerissenen Beauftragten Gottes. Die Nebenrollen im Bariton- und Ba\u00dfbereich sind ausnahmslos stimmlich hervorragend besetzt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese biblische Oper erhielt durch das minimalistische B\u00fchnenbild \u00fcber weite Strecken einen konzertanten Charakter. Musikalisch beeindruckten Chor und Orchester mehr als die Solisten, die zwar sehr gut, aber nicht \u00fcberragend waren. Die Regie wurde bereits nach dem zweiten Akt und erst recht am Ende heftig ausgebuht. <strong>Patrick Kinmonth<\/strong> versuchte, unpassende und unverst\u00e4ndlich wirkende Aspekte in der biblischen Geschichte unterzubringen. So scheinen Samson und Dalila ein Kind zu haben.<\/p>\n<p>Die fehlenden Tanzelemente, den verf\u00e4lschten Schlu\u00df, der Assoziationen an die Judendeportationen aufkommen lie\u00df, sowie sexuelle Freiz\u00fcgigkeiten nahm das Publikum \u00fcbel.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: Barbara Aum\u00fcller im Auftrag der DEUTSCHEN OPER BERLIN<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Vesselina Kasarova (Dalila)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oper in drei Akten von Camille Saint-Sa\u00ebns (1835-1921), Libretto: Ferdinand Lemaire, UA: 2.12.1877 Weimar Regie: Patrick Kinmonth, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Patrick Kinmonth und Darko Petrovic, Licht: Manfred Voss, k\u00fcnstlerische Produktionsleitung: Christian Beier, Dramaturgie: Katharina John, Miriam Kohnert, Dirigent: Alain Altinoglu , Ch\u00f6re:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2888\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,1],"tags":[],"class_list":["post-2888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-berlin-deutsche-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2888"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2888\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2891,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2888\/revisions\/2891"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}