{"id":2875,"date":"2011-05-24T10:55:48","date_gmt":"2011-05-24T09:55:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2875"},"modified":"2011-05-25T18:14:57","modified_gmt":"2011-05-25T17:14:57","slug":"aida-cottbus-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2875","title":{"rendered":"AIDA &#8211; Cottbus, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in 4 Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni u. Camille du Locle (nach der Erz\u00e4hlung <em>La fianc\u00e9e du Nil<\/em> von Auguste Mariette), UA: 24. Dezember 1871, Kairo<\/p>\n<p>Regie u. B\u00fchnenbild: Ralf N\u00fcrnberger, Kost\u00fcme: Diana P\u00e4hler, Dramaturgie: Bernhard Lenort, Choreinstudierung: Christian M\u00f6bius<\/p>\n<p>Dirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Chor des Staatstheaters Cottbus, Herren des Chores <em>Cantica Istropolitana<\/em><\/p>\n<p>Solisten: J\u00f6rg Simon (K\u00f6nig), Marlene Lichtenberg (Amneris), Lucja Zarzycka (Aida), Jens Klaus Wilde (Radames), Ingo Witzke (Ramphis), Ludmil Kuntschew (Amonasro), Dirk Kleinke (Ein Bote), Aneta Kolton (Erste Priesterin) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Cottbus-Aida.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2876\" title=\"Cottbus-Aida\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Cottbus-Aida.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Cottbus-Aida.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Cottbus-Aida-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Aida, die Tochter des \u00e4thiopischen K\u00f6nigs Amonasro, lebt als kriegsverschleppte Sklavin am \u00e4gyptischen K\u00f6nigshof. Sie ist heimlich in den Hauptmann Radames verliebt, der sie ebenfalls liebt. Doch auch Amneris, die Tochter des K\u00f6nigs, hat ein Auge auf Radames geworfen und sie be\u00e4ugt Aida als vermutete Rivalin mi\u00dftrauisch. Auf Grund eines \u00dcberfalls durch die \u00c4thiopier wird Radames zum Anf\u00fchrer der Truppen bestimmt, und er zieht mit ihnen in den Krieg. Amneris entlockt Aida ihr Liebesgeheimnis und sie sinnt, Radames f\u00fcr sich zu gewinnen. Jener kehrt siegreich mit Gefangenen im Schlepptau zur\u00fcck. Unter ihnen ist Aidas Vater, K\u00f6nig Amonasro. Er und Aida bleiben als Geiseln am K\u00f6nigshof und Radames wird die Hand von Amneris zugesprochen, doch der Feldherr h\u00e4lt an seiner Liebe zu Aida fest. Als Radames mit seiner Geliebten fliehen will und dieser ihr ein Kriegsgeheimnis verr\u00e4t, das belauscht wird. Radames wird daraufhin zum Tode verurteilt, w\u00e4hrend Aida fliehen kann. Radames wird lebendig eingemauert. Zusammen mit Aida, die sich zuvor hier eingeschlichen hat, erwartet er den Tod, w\u00e4hrend Amneris reum\u00fctig f\u00fcr Radames betet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Nach 49 Jahren stand erstmals wieder eine Neuinszenierung der <em>Aida<\/em> im Gro\u00dfen Haus des Staatstheaters Cottbus im Programm. Mit orientalisierendem Pomp in der Ausstattung hielt sich Ralf N\u00fcrnberger zur\u00fcck. Lediglich angedeutete S\u00e4ulenhallen-Elemente, Reste eines Pharaonenstandbildes oder auch einer gro\u00dfen L\u00f6wenskulptur rufen den Schauplatz der Handlung in Erinnerung. Mit B\u00fcroschreibtisch und Liegesofa im Second-Empirestil oder auch einem \u00fcberdimensionalen Kriegsschiff-Gem\u00e4lde im ersten Akt sowie kolonialistisch anmutenden Uniformen und \u00e4gyptischen Gew\u00e4ndern aus dem 19. Jh. wird die Handlung in die Zeit der Entstehung der Oper verlegt. Die Positionierung der Trompeten des Triumphmarsches auf den Emporen des Zuschauerraumes sowie auch der \u00e4thiopischen Gefangenen werden Handlung und Orchester teilweise \u00fcber den B\u00fchnenraum hinaus erweitert.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt des Abends war <strong>Marlene Lichtenberg<\/strong>. Grandios verk\u00f6rperte sie in ihrer b\u00fchnenpr\u00e4senten Darstellung die verf\u00fchrende, die um die Liebe k\u00e4mpfende und der von inneren Konflikten bis in den verzweifelten Wahn getriebenen Amneris. Ihr dunkel timbrierter, sich insbesondere in der Mittellage weit \u00f6ffnender Mezzosopran wird von sauber intonierten Klangspektren in den h\u00f6heren Bereichen flankiert. Ein wenig hinter ihren Leistungen zur\u00fcck f\u00e4llt die f\u00fcr die erkrankte Gesine Forberger kurzfristig eingesprungene Sopranistin <strong>Lucja Zarzycka<\/strong>. In den oberen Registern wird bei ihr die Luft etwas d\u00fcnn und hier wirkt ihr Gesang leicht angestrengt. Dennoch vermag sie \u00fcber weite Strecken in der lyrisch-dramatischen Ausformulierung zu \u00fcberzeugen, wie im Finale beim <em>Morir per te d\u2019amore<\/em> \u2013 <em>zu sterben, so rein und sch\u00f6n<\/em>. <strong>Jens Klaus Wilde <\/strong>(Radames)<strong> <\/strong>gef\u00e4llt vor allem in den lyrischen Abschnitten, wenn auch die Arie <em>Celeste Aida<\/em> \u2013 <em>Holde Aida<\/em> die grundlegenden stimmlichen Schwierigkeiten aufzeigt: zu farblos und bla\u00df, zu wenig akzentuiert und zu gleichf\u00f6rmig in der dynamischen Ausformulierung. Die Ba\u00dfstimmen von <strong>Ingo Witzke <\/strong>(Ramphis) und <strong>J\u00f6rg Simon<\/strong> (K\u00f6nig) wissen hingegen die tiefen Register in volumin\u00f6sen Klangspektren unter klarem Duktus trefflich auszuformulieren. <strong>Ludmil Kuntschew<\/strong> (Amonasro) beeindruckt zudem mit seinem erdig angehauchten, gut situierten Bariton im Zwiegespr\u00e4ch mit Aida im dritten Akt.<\/p>\n<p><strong>Evan Christ<\/strong> f\u00fchrt das<strong> <\/strong>Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus<strong> <\/strong>luftig<strong> <\/strong>ausbalanciert durch die Partitur und der <strong>Chor des Staatstheaters Cottbus <\/strong>ist stimmlich vorz\u00fcglich aufgestellt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der Auff\u00fchrung gelingt es weitgehend durch die Reduktion der B\u00fchnenelemente und Statisten das Werk von liebgewonnenen, klischeehaften sowie pomp\u00f6sen \u00dcberfrachtungen zu befreien und das kammerspielartige Gef\u00fcge der Hauptprotagonisten und ihre Beziehungen zueinander in den Vordergrund zu stellen. Auch gewinnt die Produktion durch die soliden Leistungen aller Beteiligten an Wert und l\u00e4\u00dft sie so nicht im Treibsand der W\u00fcste versinken.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jens Klaus Wilde (Radames), Ludmil Kuntschew (Amonasro, kniend), Ingo Witzke (Ramphis), J\u00f6rg Simon (K\u00f6nig), Marlene Lichtenberg (Amneris) (Vordergrund v.l.n.r.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in 4 Akten, Libretto: Antonio Ghislanzoni u. Camille du Locle (nach der Erz\u00e4hlung La fianc\u00e9e du Nil von Auguste Mariette), UA: 24. Dezember 1871, Kairo Regie u. B\u00fchnenbild: Ralf N\u00fcrnberger, Kost\u00fcme: Diana P\u00e4hler, Dramaturgie: Bernhard<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2875\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[105,1],"tags":[],"class_list":["post-2875","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cottbus-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2875"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2875\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2881,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2875\/revisions\/2881"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}