{"id":2871,"date":"2011-05-22T20:59:03","date_gmt":"2011-05-22T19:59:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2871"},"modified":"2011-05-22T20:59:03","modified_gmt":"2011-05-22T19:59:03","slug":"wozzeck-koln-buhnen-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2871","title":{"rendered":"WOZZECK &#8211; K\u00f6ln, B\u00fchnen der Stadt"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Alban Berg (1885-1935), Oper in drei Akten (15 Bildern)<\/p>\n<p>Libretto: Georg B\u00fcchner, UA: 14. Dez. 1925, Berlin, Staatsoper<\/p>\n<p>Regie: Ingo Kerkhof, B\u00fchne: Gisbert J\u00e4kel, Kost\u00fcme: Jessica Karge, Choreographie: Darie Cardyn, Dramaturgie: Georg Kehren, Licht: Andreas Gr\u00fcter<\/p>\n<p>Dirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenich Orchester, Chor der Oper K\u00f6ln (Einstudierung: Andrew Ollivant), M\u00e4dchen und Knaben des K\u00f6lner Domchores<\/p>\n<p>Solisten: Florian Boesch (Wozzeck), Gordon Gietz (Tambourmajor), Martin Koch (Andreas), Alexander Fedin (Hauptmann), Dennis Wilgenhof (Doktor), S\u00e9vag Serge Tachdjian (1. Handwerksbursch), Ralf Rachbauer (2. Handwerksbursch), John Heuzenroeder (Narr), Asmik Grigorian (Marie), Andrea Andonian (Margret), Jokubas Aust (Mariens Knabe), George Ziwziwadze (ein Soldat), Raimund Laufen (ein Pianist)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Koeln-Wozzeck.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2872\" title=\"Koeln-Wozzeck\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Koeln-Wozzeck.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Koeln-Wozzeck.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Koeln-Wozzeck-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Soldat Wozzeck, ein sonderbarer, \u00e4ngstlicher und mi\u00dftrauischer Mensch, f\u00fchrt ein \u00e4rmliches Leben. Um sein Gehalt aufzubessern, rasiert er t\u00e4glich den Hauptmann und stellt sich dem Arzt f\u00fcr skurrile medizinische Experimente zur Verf\u00fcgung. Der Mensch Wozzeck ist beiden egal. Mit seiner Geliebten Marie verbindet Wozzeck ein uneheliches Kind. Eines Tages mu\u00df er beobachten, wie Marie mit dem Tambourmajor tanzt, wodurch er eine gro\u00dfe Dem\u00fctigung erf\u00e4hrt. Als der Tambourmajor sich auch noch mit der Eroberung \u201eseiner\u201c Marie vor ihm br\u00fcstet, ist Wozzeck rasend vor Eifersucht und erdolcht sie wenig sp\u00e4ter am Ufer eines Teiches. Als man in einer Kneipe daraufhin Blut an seinem Arm entdeckt und ihn des Mordes verd\u00e4chtigt, flieht er zum Tatort, um seine Spuren zu verwischen und das dortige vergessene Messer ausfindig zu machen, dabei ertr\u00e4nkt er sich selbst \u2013 zur\u00fcck bleibt das einsame Kind.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung fand- wie schon zuvor Mozarts <em>Entf\u00fchrung aus dem Serail<\/em> in der Eventhalle <em>Palladium<\/em> statt. Auf der auf der B\u00fchne kaum war etwas zu sehen \u2013 keine Spur etwa eines B\u00fchnenbildes. Vielmehr \u00fcberwog eine gro\u00dfe Leere in einem gro\u00dfen d\u00fcsteren Raum. An den Decken hingen gro\u00dfe Neonlichter, die nur ein schummriges Licht von sich gaben. Der Zuschauerraum war um einige Meter erh\u00f6ht, was zu einer vergleichsweise besseren Akustik f\u00fchrte. Das Orchester spielte nicht mehr direkt vor der B\u00fchne, sondern in einem Orchestergraben. Erg\u00e4nzt wurden in der Inszenierung zu Beginn durch stumme Rollen, die ein beobachtendes Volk darstellen sollten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn es von Seiten der S\u00e4nger Glanzpunkte zu verzeichnen gab, so mu\u00df bei dieser Auff\u00fchrung \u00a0ausnahmsweise mal das <strong>Orchester<\/strong> an erster Stelle erw\u00e4hnt werden: Die Pr\u00e4zision und farblichen Nuancen waren schlicht beeindruckend, was sicherlich auch ein gro\u00dfer Verdienst von <strong>Markus Stenz<\/strong> war: Sein Dirigat zeigte eine enormen Souver\u00e4nit\u00e4t und \u00dcbersicht, die allen Beteiligten einen gro\u00dfen Halt f\u00fcr dieses schwierige, atonale Werk zu geben schien. Die gesangliche Leistung \u00fcberzeugte: <strong>Florian Boesch<\/strong> in der Hauptrolle begann zwar etwas tr\u00e4ge, steigerte sich dann jedoch enorm, auch was seine schauspielerischen F\u00e4higkeiten betrifft. Seine Bariton-Stimme wirkte fest und stimmgewaltig, f\u00fcr diese Rolle durchaus angemessen. Dies galt leider nicht immer f\u00fcr <strong>Asmik Grigorian<\/strong> (Marie): Ihrer Stimme fehlte es f\u00fcr dieses Werk hin und wieder an Stimmvolumen, wodurch sie sich gegen das Orchester nicht durchg\u00e4ngig behaupten konnte. Dennoch zeigte sie eine saubere, klare Stimme mit einer Klangfarbe, die unter die Haut ging. Ihre schauspielerischen Leistungen \u00fcberzeugten hingegen v\u00f6llig. <strong>Alexander Fedin<\/strong> meisterte die Rolle des Hauptmanns souver\u00e4n, nur in der ersten Szene klang seine Stimme in den h\u00f6heren Lagen schrill. Die weiteren Nebenrollen mit <strong>Martin Koch<\/strong> (Andreas), <strong>Dennis Wilgenhof<\/strong> (Doktor) pa\u00dften ideal zur jeweiligen Figur, wobei hier, trotz kleiner Rolle, dennoch <strong>S\u00e8vag Serge Tachdjian<\/strong> (erster Handwerksbursche), neu im Ensemble K\u00f6ln, mit ausdrucksstarker Stimme einen auff\u00e4llig positiven Farbtupfer setzen konnte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein musikalisch enorm schwieriges Werk, das in dieser Hinsicht gut bis sehr gut umgesetzt wurde. Da auf der B\u00fchne wenig passierte und wenig zu sehen war, fehlte es trotz der expressiven Musik an Dramatik. Die Inszenierung wirkte halbfertig. Es bleibt ein durchwachsener Eindruck eines wichtigen B\u00fchnenwerkes.<\/p>\n<p>Roman Bonitz<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Florian Boesch (Wozzeck), Asmik Grigorian (Marie), Jokubas Aust (Mariens Knabe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Alban Berg (1885-1935), Oper in drei Akten (15 Bildern) Libretto: Georg B\u00fcchner, UA: 14. 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