{"id":2867,"date":"2011-05-16T20:53:55","date_gmt":"2011-05-16T19:53:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2867"},"modified":"2011-05-22T20:56:26","modified_gmt":"2011-05-22T19:56:26","slug":"la-traviata-regensburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2867","title":{"rendered":"LA TRAVIATA &#8211; Regensburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA:1853, Venedig.<\/p>\n<p>Regie: Arila Siegert, B\u00fchne: Marie-Luise Strandt<\/p>\n<p>Dirigent: Philip van Buren, Philharmonisches Orchester Regensburg, Opern- und Extrachor des Theaters Regensburg, Choreinstudierung: Christoph Heil<\/p>\n<p>Solisten: Theodora Varga (Violetta Val\u00e9ry), Misaki Ono (Flora Bervoix), Ruth M\u00fcller (Annina), Enrico Lee (Alfredo Germont), Adam Kruzel (Giorgio Germont), Cameron Becker (Gastone, Vicomte de Letori\u00e8res), Matthias Degen (Baron Douphol), Sung-Heon Ha (Doktor Grenvil) u. a..<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Regensburg-Traviata.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2868\" title=\"Regensburg-Traviata\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Regensburg-Traviata.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Regensburg-Traviata.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Regensburg-Traviata-300x194.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Auf einem Fest lernen sich die Kurtisane Violetta Val\u00e9ry und Alfredo Germont kennen. Der Verehrer erh\u00e4lt von der Angebeteten eine Kamelie, mit der Einladung, sie am n\u00e4chsten Tag zu besuchen. Beide verlieben sich und ziehen hinaus aufs Land. Da erscheint Alfredos Vater. Ohne Alfredos Wissen dr\u00e4ngt er Violetta dazu, seinen Sohn zu verlassen, um dessen Familie nicht in Verruf zu bringen. Violetta willigt ein und verl\u00e4\u00dft Alfredo mittels eines Abschiedsbriefes. Auf dem Fest von Violettas Freundin Flora begegnen sich Alfredo und Violetta, die wieder zu Baron Douphol zur\u00fcckgekehrt ist. Alfredo beleidigt Violetta und wirft ihr ein Geldb\u00fcndel vor die F\u00fc\u00dfe. Sp\u00e4ter eilt Alfredo zur an der Schwindsucht erkrankten Geliebten, da ihm sein Vater den Grund ihrer scheinbaren Abwendung erkl\u00e4rte. Doch beiden bleiben nur wenige Momente bevor sie stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Vorhang \u00f6ffnet sich und gibt den Blick frei auf eine graue halbhohe Trennwand. Der Hintergrund ist mit grauen Platten abgeh\u00e4ngt. Je nach Stellung der Drehb\u00fchne ist diese Trennwand\u00a0 einmal Sitzgelegenheit oder ein gro\u00dfer Spieltisch oder einfach nur ein Raumteiler, \u00fcber den die Akteure einen Blick ins Publikum werfen k\u00f6nnen. Ein Sofa und viele verstreute wei\u00dfe und rote Kamelien dominieren das erste Bild. Das gleiche Sofa mit einem wei\u00dfen Sonnenschirm auf einem Podium dient als Reminiszenz einer Gartenlaube. Der dritte Akt kehrt wieder zum ersten Bild zur\u00fcck. Violetta stirbt, auf Kamelien gebettet, in den Alfredos Armen. Bei den Herren dominiert der zeitlose klassische schwarze Anzug oder Frack, nur Alfredo tr\u00e4gt im zweiten Akt ein farbiges Hemd. Die Damen hingegen zeitlos klassische Abendgarderobe, Violetta tr\u00e4gt am Schlu\u00df einen roten Hausanzug.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch bleibt die Erkenntnis, da\u00df auch ein relativ kleines, aber feines Orchester (der Orchestergraben in Regensburg ist relativ klein) den breiten Klangteppich einer Verdi-Oper nicht nur ausbreiten, sondern auch zum Schweben bringen kann. Philip van Buren ist der Mann der Stunde f\u00fcr die vielen filigranen Ver\u00e4stelungen des italienischen Klanges, f\u00fcr die <em>La Traviata<\/em> so gesch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<p>\u00dcberragende S\u00e4ngerdarstellerin des Abends ist <strong>Theodora Varga<\/strong> in der Titelpartie der Violetta. Ihr klarer, heller Sopran hat auch eine sehr gro\u00dfe Durchschlagskraft im Forte, auch wenn das manchmal sehr eng gef\u00fchrt klingt und damit Sch\u00e4rfen hat. Jedoch ist das verhaltene Piano sehr klangstabil und weckt vor allem in der Sterbeszene Emotionen. Da kann ihr geliebter Alfredo <strong>Enrico Lee<\/strong> fast nicht mithalten: Ein italienischer Tenor mit strahlender H\u00f6he und gro\u00dfer Zukunft, aber im Duett mit Violetta zu leise: ein wenig mehr Strahlkraft wird sicherlich noch kommen. Sein Trinklied ist ein Beleg daf\u00fcr. \u00dcber Kraft in der Stimme mit viel Pathos verf\u00fcgt hingegen <strong>Adam Kruzel<\/strong> (Giorgio Germont) mehr als reichlich. Die gro\u00dfe Arie <em>Di Provenza il mar<\/em> war wahrlich ein gro\u00dfer H\u00f6hepunkt. Ein solides Ensemble komplettiert die Besetzung. Allen voran zu erw\u00e4hnen <strong>Misaki Ono<\/strong> (Flora), <strong>Cameron Becker<\/strong> (Gaston) und <strong>Sung-Heon Ha<\/strong> (Doktor Grenvil). Auch dem Chor gelingt es die hohen Anforderungen an Bewegung (Stierkampf der Zigeuner) und Gesang zu vereinen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Im Prinzip ist diese Inszenierung ein weiterer Beleg daf\u00fcr, da\u00df das Tanztheater mehr Impulse der Oper zur Weiterentwicklung geben kann als Regietheatereinf\u00e4lle des Schauspiels. Arila Siegert kommt vom Tanztheater, sie choreographiert die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen durch ihre Haltung zueinander \u2013 mit den Mitteln des klassischen Ausdruckstanzes. Da diese Oper kaum \u00e4u\u00dfere Handlung hat, sondern von den inneren Spannungen der Personen untereinander lebt, ist dies ein richtiger Ansatz. Sicherlich wird manchmal den Akteuren sehr viel zugemutet, n\u00e4mlich akrobatische Einlagen w\u00e4hrend diese singen m\u00fcssen \u2013 jedoch ist es faszinierend mitzuerleben, wie Giorgio Germont schon im Laufe des zweiten Aktes verzweifelt erkennen mu\u00df, wie schrecklich seine Forderungen an Violetta sind. Das B\u00fchnenbild stellt den Br\u00fcckenschlag zu aktuellen Inszenierungen her, wie z.B. der letzten Salzburger Produktion. Lang anhaltender und lauthals ge\u00e4u\u00dferter Jubel f\u00fcr alle Akteure ist der Dank des Publikums.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Juliane Zitzlsperger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alfredo (Enrico Lee) \u00a0und Theodora Varga (Violetta) versuchen zueinander zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA:1853, Venedig. 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