{"id":286,"date":"2008-05-14T10:06:36","date_gmt":"2008-05-14T08:06:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=286"},"modified":"2008-05-14T10:06:36","modified_gmt":"2008-05-14T08:06:36","slug":"dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein-tiefland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=286","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein &#8211; TIEFLAND"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Von Eugen d\u2019Albert (1864-1932), Musikdrama in einem Vorspiel und zwei Aufz\u00fcgen, Libretto von Rudolf Lothar nach einer Dichtung von Angel Guimer\u00e0, UA: 15. November 1903<br \/>\nRegie: Elmar Fulda, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Florian Parbs<br \/>\nDirigent: Hans Wallat, D\u00fcsseldorfer Symphoniker, Opernchor, Einstudierung: Christoph Kurig<br \/>\nSolisten: Stefan Heidemann (Sebastiano), Alfred Kuhn (Tommaso), Ludwig Grabmeier (Moruccio), Carol Wilson (Marta), Lisa Griffith (Pepa), Stephanie Woodling (Antonia), Monique Simon (Rosalia), Alfons Eberz (Pedro), Martin Koch (Nando), Netta Or (Nuri)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 9. Mai 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p ALIGN=\"right\"><a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/duesseldorf-tiefland.jpg\" TITLE=\"duesseldorf-tiefland.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/duesseldorf-tiefland.jpg\" ALT=\"duesseldorf-tiefland.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Der Sch\u00e4fer Pedro lebt zur\u00fcckgezogen in den Bergen. Sein einziger Wunsch ist es, eine Ehefrau zu bekommen. Dieser Wunsch scheint sich zu erf\u00fcllen, als Sebastiano, der Herr \u00fcber alle L\u00e4ndereien, seine Ziehtochter Marta zu Pedro bringt und die beiden verheiraten will. Er begibt sich ins Tiefland um Marta zur Frau zu nehmen. Aber Marta, die seit Jahren Sebastianos Geliebte ist, fleht ihren Herrn an, sie vor einer Hochzeit mit Pedro zu bewahren. Sebastiano zeigt sich unbarmherzig.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen erz\u00e4hlt der Knecht Moruccio dem Dorf\u00e4ltesten Tommaso, was Sebastiano in Wahrheit mit der Hochzeit zwischen Marta und Pedro bezweckt: er will Marta in eine Scheinehe dr\u00e4ngen, um eine reiche Frau heiraten zu k\u00f6nnen. Tommaso stellt bei einer Unterredung mit Sebastiano fest, da\u00df Moruccio recht hat. Eines Tages lauert Sebastiano Marta, die inzwischen mit Pedro verheiratet ist, in ihrem Zimmer auf. Doch Marta weist seine Ann\u00e4herungen zur\u00fcck. Tommaso offenbart sie, da\u00df sie Pedro liebt, aber Angst hat, ihm die ganze Wahrheit zu sagen. Tommaso macht ihr Mut. Nach Martas \u201eBeichte\u201c will Pedro zur\u00fcck in die Berg.  Marta bittet ihn inst\u00e4ndig zu bleiben. Pedro kann Marta beschwichtigen und  will sie nun in die Berge mitnehmen. Auf dem Weg dorthin begegnen sie Sebastiano, dessen Heirat mit der reichen Frau Tommaso verhindert hat. Pedro st\u00fcrzt sich auf ihn und erw\u00fcrgt ihn. Pedro und Marta k\u00f6nnen nun in die Berge gehen.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nBei dieser Oper handelt es sich um eine  veristische Opern in Deutschland. Der Verismo (von vero-wahr) war ein Opernstil zwischen 1890-1910 und italienischen Ursprungs. Es gibt auch Einfl\u00fcsse Wagners, da sich d\u2019Albert der Leitmotivtechnik bedient. Tiefland ist d\u2019Alberts bekannteste Oper, wird aber mittlerweile auch nur noch selten aufgef\u00fchrt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDurch eine schlichte B\u00fchnengestaltung, die auf romantische Details verzichtete, setzte die D\u00fcsseldorfer Inszenierung ganz auf den naturalistischen Charakter des St\u00fcckes. Das Hochland wurde aufgegriffen durch Holzplatten, die auf dem Boden verteilt lagen, sowie einem Zelt auf der rechten Seite. Im Vordergrund brannte ein Feuer, im Hintergrund leuchtete ein Sternenhimmel.<br \/>\nDas Tiefland wurde durch eine Art Guckkasten versinnbildlicht. Er erinnerte an das Innere eines modernen Konferenzraumes, verkleidet mit hellen Holzt\u00e4felungen. Besondere Effekte erzielte die B\u00fchnenkonstruktion am Ende, als sich der Boden anhob und der Raum sozusagen zusammenfaltete, so da\u00df die S\u00e4nger in der Schr\u00e4ge agieren mu\u00dften.<br \/>\nDie Kost\u00fcme pa\u00dften sich der Umgebung weitestgehend an. Die beiden Sch\u00e4fer, gespielt von <strong>Alfons Eberz<\/strong> und <strong>Martin Koch<\/strong>, erinnerten in ihrer Kleidung an moderne Tramper. <strong>Stefan Heidman<\/strong> (Sebastiano) und <strong>Carol Wilson<\/strong> (Marta) waren elegant gekleidet. Ein wenig aus dem Konzept fielen allerdings die Dorfbewohner in ihren blauen Arbeitsanz\u00fcge und Helm.<br \/>\nDie direkte Gegen\u00fcberstellung des Berglandes und der Ebene wurden in dem St\u00fcck besonders in den Vordergrund gestellt. Dieser Unterschied, der schon in der Musik zu sp\u00fcren war, wurde durch die Inszenierung noch deutlicher. Die Bewegungen und Handlungen auf der B\u00fchne  aller Mitwirkenden war absolut hervorragend, und soll hier besonders erw\u00e4hnt werden. Besonders <strong>Lisa Griffith <\/strong>(Pepa), <strong>Stephanie Woodling<\/strong> (Antonia) und <strong>Monique Simon<\/strong> (Rosalia) schafften es durch ihre extrovertierte Art, die Verlogenheit und das Getratsche der Dorfbewohner zu charakterisieren. Ebenso gelang es der Amerikanerin Carol Wilson durch eine sehr wandelbare Gestik und Mimik, ihrer Rolle den n\u00f6tigen Tiefgang zukommen zu lassen. Besonders beeindruckend war aber Stefan Heidmann, der sich als perfekte Besetzung f\u00fcr die Rolle des Sebastianos entlarvte. Seine B\u00fchnenpr\u00e4senz und sein offensives Schauspielen machten es nicht schwer, seine Machtbesessenheit zu durchschauen.<br \/>\nAuch musikalisch lie\u00df der Abend nur wenige W\u00fcnsche offen. Nach kleinen Startschwierigkeiten, bei denen die hohen T\u00f6ne zun\u00e4chst etwas zaghaft kamen, entpuppte sich <strong>Alfons Eberz<\/strong> (Pedro) glasklarer, metallischer Tenor, die sich perfekt der Stimmung anpa\u00dfte, als wahrer Genu\u00df. Auch <strong>Carol Wilsons<\/strong> (Marta) kr\u00e4ftiger Sopran, der durch ein warmes Timbre sehr zerbrechlich wirkte, verlieh ihrer Rolle sehr viel Ausdruck.<br \/>\nStefan Heidemann markierte den herrschs\u00fcchtigen, unsympathischen Sebastiano nicht nur schauspielerisch perfekt, sondern auch gesanglich. Sein schmetternder Bariton, den er sehr akzentuiert und ausdrucksvoll einsetzte, unterst\u00fctze die Falschheit Sebastianos zus\u00e4tzlich. Etwas entt\u00e4uschend war <strong>Alfred Kuhn<\/strong> (Tommaso), der mehr sprach als sang.<br \/>\nSchade war auch, da\u00df die Forti des Orchesters nicht genug zur\u00fcckgenommen wurde. An einigen Stellen wurde der Gesang durch die Instrumentalmusik \u00fcberlagert. Ansonsten wurde aber auch hier unter der Leitung von <strong>Hans Wallat<\/strong> musikalisch h\u00f6chstes Niveau geboten.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEugen d\u2019Alberts einzigartige Oper wurde der Vorlage entsprechend  gut inszeniert. Der veristische Charakter der Oper kam dabei besonders zur Geltung. Nicht zu vergessen sind  die gro\u00dfartigen Stimmen, die letztendlich den Erfolg ausmachten.<br \/>\nMelanie Joannidis<br \/>\nBild: Deutsche Oper am Rhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Eugen d\u2019Albert (1864-1932), Musikdrama in einem Vorspiel und zwei Aufz\u00fcgen, Libretto von Rudolf Lothar nach einer Dichtung von Angel Guimer\u00e0, UA: 15. 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