{"id":2851,"date":"2011-05-18T22:05:23","date_gmt":"2011-05-18T21:05:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2851"},"modified":"2011-05-24T22:19:37","modified_gmt":"2011-05-24T21:19:37","slug":"die-verkaufte-braut-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2851","title":{"rendered":"DIE VERKAUFTE BRAUT &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Bed\u0159ich Smetana (1824-1884), Komische Oper in drei Akten, Libretto. Karel Sabina, Deutsch von Carl Riha und Wilfried H\u00f6ntsch, Dialoge der Urfassung eingerichtet von Peter Brenner, UA: 1866, Prag<\/p>\n<p>Regie: Peter Brenner, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Klaus Teepe, Choreographie: Daniel Cimpean<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester, Chor und Extrachor des Landestheaters Coburg<\/p>\n<p>Solisten: Rainer Scheerer (Kruschina), Verena Usemann (Ludmilla), Betsy Horne (Marie), Andrej Telegin (Micha), Stefanie Schmitt (Hata), Roman Payer (Wenzel), Milen Bozhkov (Hans), Michael Lion (Kezal),.Marie Smolka (Esmeralda)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Coburg-Verkaufte-Braut.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2852\" title=\"Coburg-Verkaufte-Braut\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Coburg-Verkaufte-Braut.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Coburg-Verkaufte-Braut.gif 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Coburg-Verkaufte-Braut-199x300.gif 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Marie liebt Hans, doch ihre Eltern schlie\u00dfen mit Heiratsvermittler Kezal einen Vertrag: Marie soll den unbeholfenen Wenzel heiraten, den Sohn von Micha. Marie, die sich nicht zu erkennen gibt, r\u00e4t Wenzel davon ab, sie zu heiraten; ihm werde B\u00f6ses widerfahren. Aus Angst verweigert dieser nun die Heirat. Hans willigt gegen 300 Gulden ein, auf Marie zu verzichten, wenn diese einen Sohn Michas heiratet. Alle sind emp\u00f6rt. Auf einem Zirkusfest verliebt sich Wenzel in eine T\u00e4nzerin und es stellt sich heraus, da\u00df Hans der Sohn Michas aus erster Ehe ist \u2013 so nimmt die Entr\u00fcstung \u00fcber die \u201everkaufte Braut\u201c ein gutes Ende.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Einheitsb\u00fchnenbild wirft einen Blick in das Innere einer Scheune ungef\u00e4hr zur Entstehungszeit der Oper. Hier finden an einem Tisch die Verhandlungen oder Kungeleien des Heiratsvermittlers statt, hier feiern die Bauern mit ihren Kindern ihre Feste, tanzen ihre Dorft\u00e4nze oder stechen ein Fa\u00df Bier an. Auch der Zirkus gibt hier eine kleine Vorstellung seines K\u00f6nnens \u2013 mit einem Kriegstanz-Indianer, einer T\u00e4nzerin, einem keulenschwingenden Clown und einem Kraftakt der Sportakrobaten (der Coburger Turnerschaft). Die Kleidung der Bauern ist l\u00e4ndlich rustikal, der Gro\u00dfbauer Micha und seine Frau (mit Pelzstola) tragen gro\u00dfb\u00fcrgerliche Kleidung der vorigen Jahrhundertwende &#8211; so auch der Heiratsvermittler Kezal passend dazu einen braunen Anzug. Und zum Schlu\u00df erscheint auch Wenzel in einem B\u00e4renkost\u00fcm.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist am Ende dieser Auff\u00fchrung tats\u00e4chlich etwas schwierig festzustellen, wer der \u00fcberragende Darsteller des Abends gewesen ist, so hoch und so dicht ist die Leistungsdichte dieser Produktion, die auch f\u00fcr die hervorragende Zusammensetzung des Coburger Ensembles steht. Beginnen mu\u00df man sicherlich bei der verkauften Braut <strong>Betsy Horne,<\/strong> eine Paraderolle f\u00fcr diesen dramatischen Sopran: Ausdruckstark in jeder Situation, lyrisch verhalten mit technischem Glanz, wenn sie versucht, die Tiefen der Beziehung zwischen zwei M\u00e4nnern ergreifend auszuloten. <strong>Milen Bozhkov<\/strong> (Hans) hat den zarten Schmelz in der Stimme, den man f\u00fcr den slawischen Ausdruck dieser Tenorrolle ben\u00f6tigt und verf\u00fcgt \u00fcber eine strahlend sch\u00f6ne Mittellage, die er als Basis f\u00fcr die technisch sicheren hohen T\u00f6ne verwendet. <strong>Roman Payer<\/strong> als sein Bruder Wenzel singt seine Stotter-Arie mehr als nur technisch sauber und kann im mitf\u00fchlenden Duett mit Betsy Horn ihr nicht nur stimmlich ebenb\u00fcrtiger Partner sein. <strong>Michael Lion<\/strong> \u00fcberzeugt mit tiefer sonorer und raumf\u00fcllender Stimme und zeichnet so einen eher sympathischen Heiratsvermittler Kezal. \u00dcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, da\u00df auch die beiden Elternpaare mehr als solide besetzt sind: Gerade das \u2013 sonst zu Unrecht gestrichene \u2013 Sextett wird im Zusammenspiel der Paare zu einem musikalischen H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>Am Anfang zeigten sich im Premierenfieber einige Unsicherheiten im Graben, vor allem im sonst so soliden Blech oder im Zusammenspiel mit den Solisten. Nachdem diese kurze Phase \u00fcberwunden ist, gelingt es <strong>Roland Kluttig<\/strong> das b\u00f6hmische Feuer Smetanas kochen zu lassen. Gerade die vielen Orchesterst\u00fccke, die b\u00f6hmischen T\u00e4nze, aber auch die dazugeh\u00f6renden hervorragend einstudierten Chorpassagen, leben von den exakt zelebrierten Temposteigerungen oder wechselnder Lautst\u00e4rke des Orchesters.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine Sternstunde f\u00fcr das Landestheater Coburg! Die \u00fcberaus gelungene Personen- und Chorf\u00fchrung <strong>Peter Brenners<\/strong>, der nicht nur die heitere Seite dieser Oper zeigt, sondern auch Platz f\u00fcr die Gef\u00fchle und inneren Seelenzust\u00e4nde der einzelnen Personen schafft, beweist mehr als eindeutig, da\u00df eine werkgetreue Inszenierung, die die W\u00fcnsche des Komponisten ernst nimmt, mehr als erfolgreich sein kann. Besonders deutlich wird dies an der Rolle des Wenzel und seiner Beziehung zu Marie, die hier mehr als nur Nebenhandlung ist. Ein weiterer positiver Aspekt ist, da\u00df kaum Striche gemacht wurden, so da\u00df z.B. der Zirkus oder das Sextett gespielt werden. Neben der sensationellen Leistung der S\u00e4nger und des Orchesters ist dies sicher der Grund f\u00fcr den fast schon hysterischen Jubel des Publikums, das in gro\u00dfer Zahl aus Bayreuth, W\u00fcrzburg und Berlin angereist war.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Marie (Betsy Horne) jagt Wenzel (Roman Payer) Angst ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Bed\u0159ich Smetana (1824-1884), Komische Oper in drei Akten, Libretto. 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