{"id":2828,"date":"2011-05-12T08:37:57","date_gmt":"2011-05-12T07:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2828"},"modified":"2011-05-16T08:41:33","modified_gmt":"2011-05-16T07:41:33","slug":"l%e2%80%99elisir-d%e2%80%99amore-%e2%80%93-der-liebestrank-erfurt-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2828","title":{"rendered":"L\u2019ELISIR D\u2019AMORE \u2013 DER LIEBESTRANK &#8211; Erfurt, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in zwei Akten, Text von Felice Romani, UA: 12. Mai 1832, Mailand, Teatro della Canobbiana<\/p>\n<p>Regie: Guy Montavon, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hank Irwin Kittel<\/p>\n<p>Dirigent: Walter E. Gugerbauer; Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theater Erfurt, Einstudierung: Andreas Ketelhut<\/p>\n<p>Solisten: Valentina Farcas (Adina), Richard Carlucci (Nemorino), Peter Sch\u00f6ne (Belcore), Juri Batukov (Dulcamara), Anna Buschbeck (Gianetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Erfurt-Liebestrank.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2829\" title=\"Erfurt-Liebestrank\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Erfurt-Liebestrank.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Erfurt-Liebestrank.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Erfurt-Liebestrank-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der arme und sch\u00fcchterne Nemorino ist in die reiche Adina verliebt. Doch diese wird von dem arroganten Sergeant Belcore erfolgreich umworben. Eines Tages erscheint der Wunderdoktor Dulcamara im Dorf und Nemorino bittet diesen um einen Liebestrank. Dulcamara verkauft ihm aber lediglich eine Flasche Wein als angebliches Liebeselixier. Nemorino \u00fcberwindet im betrunkenen Zustand seine Sch\u00fcchternheit und zeigt Adina, welche heimlich auch in Nemorino verliebt ist, die kalte Schulter. Darauf ist sie so beleidigt, da\u00df sie kurzerhand einwilligt Belcore noch am n\u00e4chsten Tag zu heiraten. Nemorino braucht eine zweite Flasche Liebestrank, doch hat er kein Geld mehr, so da\u00df er sich von Belcore als Soldat anwerben l\u00e4\u00dft. Zur selben Zeit verstirbt Nemorinos reicher Onkel und hinterl\u00e4\u00dft ihm sein ganzes Verm\u00f6gen. Schnell spricht sich die Neuigkeit herum und der sonst Verlachte wird pl\u00f6tzlich von allen Frauen umschw\u00e4rmt. Adina, in Eifersucht entbrannt, erf\u00e4hrt von Nemorinos Tat und gesteht ihm endlich ihre Liebe. Der Quacksalber Dulcamara zieht seinen Nutzen aus der Geschichte und behauptet dreist, da\u00df sein Liebestrank au\u00dferdem noch reich mache.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zentraler Handlungsort der Inszenierung ist die Pasta-Fabrik Adinas, eine gro\u00dfe Halle mit Deckenfenstern, Arbeitstischen und Rollb\u00e4ndern. Mit steifen und mechanischen Handgriffen stellt hier der Chor in wei\u00dfen Arbeitskitteln und Plastikhauben Nudeln her und verpackt diese in Kartons. Adinas B\u00fcro befindet sich auf einer Galerie oberhalb ihrer Angestellten. Von dort aus hat sie den perfekten \u00dcberblick; auch \u00fcber Nemorino, welcher in abgewetztem T-Shirt und b\u00e4uerlicher Latzhose den Fabrikboden schrubbt und Mehls\u00e4cke herum tr\u00e4gt. Ein kleines M\u00e4nnerballett in kleinen, roten Propeller-Flugzeugen, die gemeinsam den Satz \u201eAdina, ich liebe dich\u201c bilden, k\u00fcndet den Auftritt Belcores an. Dieser, in lederner Fliegermontur der 50er-Jahre mit wei\u00dfem Schal, Fliegerm\u00fctze und Fliegerbrille, gleitet mit einem Fallschirm durch eines der Deckenfenster der Fabrikhalle und steigt anschlie\u00dfend auch in eines der Flugzeuge, um Adina k\u00e4mpferisch zu erobern. Dulcamara Wundermittelchen befinden sich in einem gro\u00dfen, goldenen Fahrradanh\u00e4nger, welcher durch einen Chauffeur in die Halle hinein gefahren wird. Sein Verj\u00fcngungsmittel bringt den Arbeiterchor Adinas in Schwung. Alle lassen sich spritzen und streifen anschlie\u00dfend ihre Arbeitskittel ab. So Mancher pr\u00e4sentiert darunter lediglich knallig rote Unterw\u00e4sche. Die Meisten aber tragen Kleider, Hosen und Hemden im 50er-Jahre Stil. Auch Adinas weinrotes Kleid sowie ihr pfirsichfarbenes Hochzeitskost\u00fcm erinnert an diese Epoche.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der sonst eher darstellerisch zur\u00fcckhaltende Tenor <strong>Richard Carlucci<\/strong> bl\u00fchte an diesem Abend in der Rolle des naiven Nemorino sichtlich auf und begeisterte mit spritziger B\u00fchnenpr\u00e4senz, emotionalem Tiefgang und beeindruckendem stimmlichen K\u00f6nnen. Sowohl lang anhaltende, feingliedrige Parlandi als auch gef\u00fchlvolle Phrasen beherrschte er ohne M\u00fche und kulminierte erstklassig in der ber\u00fchmten Arie <em>Una furtiva lagrima<\/em>. Ihm zur Seite stand die in Gesang und Spiel agile Sopranistin <strong>Valentina Farcas<\/strong> (Adina). Ihre schlanke, aber gleichzeitig kraftvolle Stimme unterstrich harmonisch ihre B\u00fchnendarstellung. Der wie immer mit gro\u00dfer Nat\u00fcrlichkeit und einschmeichelndem Timbre agierende Bariton <strong>Peter Sch\u00f6ne<\/strong> konnte sich in der Rolle des schmierigen Belcore wieder facettenreich \u2013 in diesem Fall als unsympathischen Antihelden \u2013 pr\u00e4sentieren. Neben dieser starken Liebestrias fielen <strong>Juri Batukov<\/strong> (Dulcamara) und <strong>Anna Buschbeck<\/strong> (Gianetta) ein wenig ab. Mit seinem volumin\u00f6sen, warmen Ba\u00df wird <strong>Juri Batukov<\/strong> zwar seiner Gesangspartie gerecht, doch scheint ihm die Lust am ausdrucksstarken Spiel verlorengegangen zu sein. Die noch junge Sopranistin spielte sich hingegen kokett durch den Opernabend, kommt aber nur bei <em>Sar\u00e0 possibile<\/em> stimmlich zum Zuge.<\/p>\n<p>Das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> unter der souver\u00e4nen Leitung von <strong>Walter E. Gugerbauer<\/strong> bet\u00f6rt bereits im Vorspiel zum ersten Akt mit differenziertem, transparentem Klanggeschehen und l\u00e4\u00dft dem Zusammenklang der Solofl\u00f6ten und -oboen ausreichend Entfaltungsfreiheit. W\u00e4hrend des B\u00fchnengeschehens tritt der Orchesterklang den S\u00e4ngern wohltuend zur\u00fcck, um in den Tutti-Episoden zusammen mit dem spielfreudigen Opernchor \u2013 nur zu Beginn der Oper anscheinend etwas auseinander driftend \u2013 wieder kraftvoll einfallen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein \u00fcberaus begeistertes Premierenpublikum dankte zu Recht mit mehrmaligem Zwischenapplaus, spontanen Bravo-Rufen und lang anhaltendem Beifall sowohl der exzellenten gesanglichen und darstellerischen Leistung des gesamten Ensembles als auch der bereits in der Nationaloper Riga bew\u00e4hrten einfallsreichen Regiearbeit des Erfurter Intendanten.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bild: L. Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Peter Sch\u00f6ne (Belcore) versucht Valentina Farcas (Adina) mit einem Fliegerballett zu beeindrucken, w\u00e4hrend Richard Carlucci (Nemorino) nur hilflos zusehen kann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in zwei Akten, Text von Felice Romani, UA: 12. Mai 1832, Mailand, Teatro della Canobbiana Regie: Guy Montavon, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hank Irwin Kittel Dirigent: Walter E. 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