{"id":2824,"date":"2011-05-11T08:34:18","date_gmt":"2011-05-11T07:34:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2824"},"modified":"2011-05-16T08:37:51","modified_gmt":"2011-05-16T07:37:51","slug":"der-wildschutz-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2824","title":{"rendered":"DER WILDSCH\u00dcTZ &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing (1801-1851), komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing nach einem Lustspiel von August von Kotzebue, UA: 31. Dezember 1842, Leipzig<\/p>\n<p>Regie: Dietrich Hilsdorf\/Ralf Budde (Co-Regie), B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer, Licht: Thomas Roscher\/Max Karbe<\/p>\n<p>Dirigent: Robin Engelen, Beethoven Orchester und Chor des Theaters Bonn, Choreinstudierung: Sibylle Wagner, Kinderchor, Einstudierung: Ekaterina Klewitz<\/p>\n<p>Solisten: Giorgos Kanaris (Graf von Eberbach), Anjara I. Bartz (Gr\u00e4fin, seine Frau), Carlos Krause (Pankratius), Mirko Roschkowski (Baron Kronthal), Julia Kamenik (Baronin Freimann), Charlotte Quadt (Kammerzofe), Renatus M\u00e9sz\u00e1r (Baculus), Kathrin Leidig (Gretchen), Statisterie<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Mai 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bonn-Wildschuetz.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2825\" title=\"Bonn-Wildschuetz\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bonn-Wildschuetz.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bonn-Wildschuetz.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Bonn-Wildschuetz-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Baculus hat sich von seiner Verlobten Gretchen \u00fcberreden lassen, einen Rehbock als Hochzeitsbraten zu schie\u00dfen. Als er im Revier seines Arbeitgebers, des Grafen von Eberbach, beim Wildern erwischt wird, mu\u00df er um seine Position als Schulmeister f\u00fcrchten. Seine Chance ist des Grafen Schw\u00e4che f\u00fcr sch\u00f6ne Frauen. Zu Hilfe kommt ihm unvermutet die Schwester des Grafen, die Baronin Freimann, die inkognito als Student verkleidet durchs Land reist, um ihren zuk\u00fcnftigen Br\u00e4utigam, Baron Kronthal, zu begutachten. Sie bietet Baculus an, sich als Gretchen zu verkleiden, um im Schlo\u00df f\u00fcr ihn vorzusprechen. Baron Kronthal, der sich als Stallbursche auf dem Schlo\u00df des Grafen eingeschleust hat, und der Baron sind von der Baronin als Gretchen hin und weg. Da sich der Baron tats\u00e4chlich in die verkleidete Baronin verliebt, zahlt er dem Schulmeister eine \u201eAbfindung\u201c von 5000 Talern. Als am Ende die Masken fallen f\u00fchlt sich keiner schuldig, nicht einmal Baculus.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne wird eine Hochzeit im l\u00e4ndlichen Stil gefeiert. Br\u00e4utigam ist der \u00e4ltliche Schulmeister Baculus, die Braut die junge, h\u00fcbsche Grete. Das B\u00fchnenbild ist biedermeierlich im b\u00e4uerlichen Ambiente zurecht gemacht: Wandspr\u00fcche, eine Schultafel, ein Erker sind zu sehen. Die G\u00e4ste sind der Chor, ganz im Stil einfacher Leute des 19. Jahrhunderts ausgestattet. Das B\u00fchnenbild zum zweiten Akt im gr\u00e4flichen Schlo\u00df zeigt einen geschmackvollen, mit L\u00fcstern beleuchteten Saal, in dem ein kleines griechische Theater f\u00fcr die Darbietungen der belesenen Gr\u00e4fin angedeutet ist. Zur Billardszene am Ende des zweiten Aktes kann die B\u00fchne gedreht werden, um einen massiven Billardtisch in den Mittelpunkt zu r\u00fccken. Der dritte Akt spielt im vornehm hergerichteten Schlo\u00df-Saal mit bemalten W\u00e4nden und stilvollem Mobiliar. Gro\u00dfe Fenster geben den Blick auf einen Schlo\u00dfpark frei, aus dem Blumenm\u00e4dchen zum Tanz hereinkommen. Die Adligen sind entsprechend prachtvoller gekleidet als die Landbev\u00f6lkerung. Die als Student verkleidete Baronin und ihre Zofe tragen Studentenkappen. Als sich am Ende Bruder und Schwester zu erkennen geben, platzen einige Studenten in den Saal, im Zuschauerraum und auf der B\u00fchne regnet es Flugbl\u00e4tter.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Robin Engelen<\/strong> lenkte das Beethoven Orchester mit frischen Tempi durch die heitere Szenerie temporeich und vermittelte Lortzings heitere Klangwelt nachhaltig.<strong> Robin Engelen<\/strong>. Der wendige Spielba\u00df von <strong>Renatus M\u00e9sz\u00e1r<\/strong> verlieh allen voran dem alten Baculus Charaktertiefe, dar\u00fcber hinaus spielte er gl\u00e4nzend; seine Arie <em>F\u00fcnftausend Taler<\/em> am Ende des zweiten Akts erntete verdienterma\u00dfen Sonderapplaus. Besonders einnehmen konnte auch <strong>Mirko Roschkowski<\/strong> mit seinem stets warmt\u00f6nenden lyrischen Tenor und reifer B\u00fchnenpr\u00e4senz als Baron Kronthal. Die \u00fcbrigen Protagonisten <strong>Anjara I. Bartz<\/strong> (Gr\u00e4fin), <strong>Karthin Leidig<\/strong> (Gretchen) und <strong>Julia Kamenik<\/strong> (Baronin Freimann) sowie <strong>Giorgos Kanaris<\/strong> (Graf Eberbach) waren starke Schauspieler und bew\u00e4ltigten ihre Gesangspartien ordentlich. Den Haushofmeister Pankratius spielte <strong>Carlos Krause<\/strong> am\u00fcsant komisch und mit s\u00e4chsischem Dialekt.<\/p>\n<p>Gesanglich h\u00f6rte man Ordentliches, weniger Herausragendes, am angenehmsten fielen der Ba\u00df Renatus M\u00e9sz\u00e1r und der Tenor Mirko Roschkowski auf.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Die Ouvert\u00fcre fehlte, deshalb wurden die Eingangstakte zum ersten Chor zum musikalischen Auftakt. Die Streichung der Ouvert\u00fcre beraubt dem Besucher die musikalische Einstimmung in die Oper. Das ist ebenso unverst\u00e4ndlich wie unverzeihlich! Das B\u00fchnenbild wirkte geschmackvoll, auch die Kost\u00fcme gaben sich in verschiedenen Facetten biedermeierlich. H\u00fcbsches Detail: sogar zwei Hunde folgten der Jagdgesellschaft. Ansonsten hielt sich Dietrich Hilsdorf an Lortzings Libretto, indem er dessen satirischen Anspielungen auf die einfachen Leute, die auf das Geld der herrschenden Klasse schielen, und die sich in \u00a0Ausschweifungen ergehenden Adligen gelungen auf die B\u00fchne brachte. Die Schlu\u00df-Aktion mit den Flugbl\u00e4ttern (mit Zitaten, die das soziale Ungleichgewicht im Stil des <em>Hessischen Landboten<\/em> von Georg B\u00fcchner thematisierten) erinnerte sinnf\u00e4llig an die studentischen Unruhen in der Entstehungszeit der Oper. Die Besetzung der Ko-Produktion mit dem Theater Chemnitz und der Volksoper Wien \u00fcberzeugte besonders mimisch.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Charlotte Quadt(Nanette), Kathrin Leidig(Gretchen), Julia Kamenik(Baronin Freimann), Renatus M\u00e9sz\u00e1r(Baculus), v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing (1801-1851), komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing nach einem Lustspiel von August von Kotzebue, UA: 31. 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