{"id":2820,"date":"2011-05-01T08:31:09","date_gmt":"2011-05-01T07:31:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2820"},"modified":"2011-05-16T08:34:04","modified_gmt":"2011-05-16T07:34:04","slug":"der-ferne-klang-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2820","title":{"rendered":"DER FERNE KLANG &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schreker (1878-1934), Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 18. August 1912, Frankfurt am Main, Opernhaus<\/p>\n<p>Regie: Gabriele Rech, B\u00fchne: Dirk Becker<\/p>\n<p>Dirigent: Philipp Pointner, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Jugendchor des Lehrergesangvereins, Choreinstudierung: Edgar Hykel<\/p>\n<p>Solisten: Astrid Weber (Grete), Michael Putsch (Fritz), Klaus Brummer (Herr Graumann), Angelika Straube (Frau Graumann), Teresa Erbe (altes Weib\/Spanierin\/Kellnerin), Guido Jentjens (Dr. Vigelius\/Baron), Jochen Kupfer (Graf\/Schmierenkom\u00f6diant\/Rudolf), Dariusz Siedlik (Wirt), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. April 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Nuernberg-Ferne-Klang.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2821\" title=\"Nuernberg-Ferne-Klang\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Nuernberg-Ferne-Klang.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Nuernberg-Ferne-Klang.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Nuernberg-Ferne-Klang-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Komponist Fritz und Grete lieben sich, doch Fritz flieht in die Welt hinaus um den fernen Klang zu finden. Gretes betrunkener Vater hat seine Tochter im Spiel an den Wirt verloren. Grete weigert sich, ergreift die Flucht. Dabei begegnet sie dem alten Weib, einer Kupplerin. Jahre vergehen, Grete ist in Venedig eine gefeierte und von den Herren begehrte Halbweltdame. Doch kann sie ihren geliebten Fritz nicht vergessen. Als Grete ihr Herz demjenigen verspricht, der es mit seinem Lied am tiefsten r\u00fchren kann, gewinnt ein zuf\u00e4llig anwesender Komponist. Grete erkennt ihren Fritz, er ist aber von ihr zutiefst entt\u00e4uscht. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter treffen sie sich nach der durchgefallenen Premiere der Oper von Fritz wieder. Fritz kann endlich den fernen Klang h\u00f6ren, doch er stirbt in Gretes Armen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Akt spielt zun\u00e4chst vor dem Elternhaus Gretels, am Gartenzaun trifft sie sich mit Fritz. Nach einem Umbau bei geschlossenem Vorhang sieht man das n\u00fcchterne Innere des Hauses \u2013 hier versucht die Wirtshausgesellschaft Gretel gestenreich zu verkuppeln. Ein seltsam geschwungener Leuchter dominiert die Zirkusarena des 2. Aktes. Im Vordergrund befindet sich die Arena mit den Sperrsitzen, im Hintergrund befindet sich vor dem Schlu\u00dfprospekt mit den R\u00e4ngen ein Podium mit einer schwarz befrackten Kapelle. Von einer Schaukel und einem Karussell-Pferdchen f\u00fchrt Gretel im wei\u00dfen Artistengewand die Diskussion mit einer schwarz maskierten Gesellschaft. Das alte Weib sitzt wie eine S\u00fcdstaatenlady mit schwarzem Kleid und Steckfrisur aus dem vorvergangenen Jahrhundert auf einem Schaukelstuhl und kommentiert von dort die Situation.\u00a0 Der dritte Akt beginnt in einer grauen Wartehalle, hier sitzen die Trinker aus dem ersten Akt und treffen auf die Orchestermusiker mit gro\u00dfen Instrumentenkoffern. Zum zweiten Bild des dritten Aktes wird dem Bahnsteig nur eine Laterne, ein Stationsschild und eine beleuchtete Fahrplantafel hinzugef\u00fcgt. Die Verwandlung dauert aber sehr lange und ist viel zu laut.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Astrid Weber ist ein hochdramatischer Sopran in der Endausbaustufe. Verhaltene T\u00f6ne sind Ihre Sache nicht. Daher ist es auch kein Wunder, da\u00df sie die jugendliche Gretel im I. Akt und das dekadente Klasseweib im 2.Akt nicht wirklich gestalten kann, sondern mit Macht und Gewalt hinter sich zu bringen sucht. Was Ihre Sache ist, ist der dritte Akt: Den dramatischen H\u00f6hepunkt beim Wiedersehen zwischen Gretel und Fritz kann sie bis zum furiosen Finale auskosten. Ihr Gegenspieler Michael Putsch als Fritz kann da kaum mithalten: Zu zur\u00fcckhaltend und zu schwach ist er und wirkt besonders in der H\u00f6he nicht frei. Ganz anders die Nebenrollen: Gegen Jochen Kupfer als Graf kann sich Michael Putsch nie behaupten \u2013 Kupfer ist viel zu selbstsicher und ausdrucksstark (besonders in den H\u00f6henlagen). Bemerkenswert ist seine Gestaltung der Ballade des Grafen. Stimmlich f\u00fchlte sich Guido Jentjens (Dr. Vigelius) in den tiefen Lagen deutlich wohl und konnte auch die dramatischen Ausbr\u00fcche und seelischen Abgr\u00fcnde wortgewaltig gestalten.<\/p>\n<p>Garant dieser musikalisch \u00fcberzeugenden Produktion, die eine Verbindung zwischen dem Endpunkt der Sp\u00e4tromantik und dem Expressionismus herstellt, ist ohne Zweifel Philipp Pointner. Er sorgt f\u00fcr Eindr\u00fccke \u00fcber Eindr\u00fccke, brausend, ersch\u00fctternd, flammend, ruhelos. Schade nur, da\u00df der Auftritt der Zigeunerkapelle im Bordell so musikalisch farblos unauff\u00e4llig war.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ohne Zweifel eine Sternstunde f\u00fcr das Orchester unter Philipp Pointner. Es wird fast ohne Striche gespielt, z.B. ist das besonders exstatische Zwischenspiel zum letzten Bild zu h\u00f6ren. Was z\u00e4hlt da schon, da\u00df Pointner zwei Buh-Rufe f\u00fcr den Vorwurf bekommt, zu laut gewesen zu sein. Vielmehr mu\u00df man konstatieren, da\u00df die beiden Hauptdarsteller \u00fcber weite Strecken nicht in der Lage waren das Orchester zu \u00fcbert\u00f6nen. Schlie\u00dflich kamen die Nebenrollen im Schlu\u00dfapplaus deutlich besser weg. Ebenso zur\u00fcckhaltend der Applaus f\u00fcr die Inszenierung, die zumindest nicht st\u00f6rte. Lediglich der Gnadentod f\u00fcr Fritz durch Grete (Sie dr\u00fcckt ihm Mund und Nase zu) wirkte mehr als befremdlich.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Wirtshausgesellschaft versucht mit magischen Gesten Grete zu verkuppeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schreker (1878-1934), Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 18. 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