{"id":2812,"date":"2011-03-05T21:00:39","date_gmt":"2011-03-05T20:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2812"},"modified":"2011-05-04T21:03:26","modified_gmt":"2011-05-04T20:03:26","slug":"hoffmanns-welt-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2812","title":{"rendered":"HOFFMANNS WELT &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Roland Baumgartner (geb. 1955), Oper in zwei Akten, Libretto: Rainer Lewandowski, UA: 2011, Hof an der Saale<\/p>\n<p>Regie: Uwe Drechsel, B\u00fchne: Rudolf Rischer<\/p>\n<p>Dirigent: Lorenz C. Aichner, Hofer Symphoniker, Opernchor Theater Hof, Choreinstudierung: Michel Roberge<\/p>\n<p>Solisten: Marc Horus (E.T.A Hoffmann), Ingrid Katzengruber (Michalina Rorer-Trzcinska), Inga Lisa Lehr (Julia Mark), Thilo Andersson (Kapellmeister Kreisler), Stefanie Rhaue (Kater Murr), Thomas Rettensteiner (Ritter Gluck), Aki Yamamura (Olimpia), Chong Sun (Coppola), Marianne Lang (Apfelweib)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. M\u00e4rz 2011 (Urauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Hof-Hoffmanswelt.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2813\" title=\"Hof-Hoffmanswelt\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Hof-Hoffmanswelt.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Hof-Hoffmanswelt.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Hof-Hoffmanswelt-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der todkranke Hoffmann liegt im Sterben und diktiert seiner Frau Michalina, die ihn pflegt, seine letzten Werke. Im Fieberwahn nehmen die Figuren seiner Dichtung Gestalt an: Ritter Gluck, Kapellmeister Kreisler, Wetterglash\u00e4ndler Coppola, Kater Murr, Lindhorst, das Apfelweib und die Puppe Olimpia. Am Anfang seiner Karriere schafft er sich mit einer Spottkantate wenig Freunde und wird strafversetzt. Er heiratet Michalina, aber die gemeinsame Tochter stirbt. In Bamberg kann er sich als Musikdirektor nicht lange halten, aber als Gesangslehrer verliebt er sich in seine Sch\u00fclerin Julia. Auf einem Maskenball beleidigt er ihren Verlobten Graepel. Um sie zu vergessen geht er nach Berlin, wo er sich im Weinhaus Lutter &amp; Wegner in Stimmung zum Komponieren bringt. Aber er wird immer kr\u00e4nklicher.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Um einen schr\u00e4g stehenden Fl\u00fcgel; in den sich Hoffmann immer wieder zum Nachdenken zur\u00fcckzieht, sammeln sich die dem Fieberwahn Hoffmanns entsprungenen Figuren: Die Rolle des Kreisler entwickelt sich zum selbstreflektierenden Spiegelbild Hoffmanns. Dazu gesellen sich Napoleon, ein Apfelweib, ein Ritter Gluck und Kater Murr. Und auch was Hoffmann in seinem Leben durchlitten hat findet seinen Platz: Die ungl\u00fcckliche Liebe zu einer Studentin oder die Strafversetzung nach Posen. Das B\u00fchnenbild ist dabei einfach gehalten: Ein Ring von beweglichen Platten um besagtem Fl\u00fcgel l\u00e4\u00dft sich immer wieder neu durch Drehen oder Kippen aneinanderreihen, um W\u00e4nde, Zug\u00e4nge oder Fenster zu bilden. Die Handlungsorte bleiben dabei anonym unkonkret und m\u00fcssen aus dem Text der Handlung erschlossen werden \u2013 soweit eine gewisse Textverst\u00e4ndlichkeit gegeben ist. Videoprojektionen und pl\u00f6tzliche Lichtwechsel sorgen dabei f\u00fcr die entsprechende Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das hochmotivierte Hofer Ensemble trifft auf den eigenwilligen Kompositionsstil Roland Baumgartners. F\u00fcr jeden der vielen Darsteller \u2013 die meisten haben daher nur einen oder zwei Kurzauftritte \u2013 zitiert der Komponist Roland Baumgartner einen Musikstil oder Musikrichtung. So erinnern die Arien des Katers Murr sehr an das Musical Cats. <strong>Stefanie Rhaue<\/strong>, am Haus f\u00fcr die schmissigen Operetten und Musicalarien zust\u00e4ndig, erledigte diese Aufgabe mit entsprechender Eloquenz. Miau! <strong>Marc Horus<\/strong> (der sich durch die Titelpartie stemmt), sein Spiegelbild Kreisler (<strong>Thilo Andersson<\/strong> kann die Rolle als Tenorbuffo mit spielerischer Leichtigkeit gestalten) und Hoffmanns Gattin Michalina (<strong>Ingrid Katzengruber<\/strong> kann sich stimmlich im Forte austoben) stehen f\u00fcr eine Mischung aus Mozart und minimalen Expressionismus. <strong>Inga Lisa Lehr <\/strong>als seine geliebte Julia kann ihre gro\u00dfe Arie im zweiten Akt sehr melodi\u00f6s und nachdenklich gestalten. Mit ihrem jugendlichen Sopran zeigte sie auch eine romantisch verhaltende Durchschlagskraft. <strong>Thomas Rettensteiner<\/strong> war der mitrei\u00dfende Bariton, wie immer ausdrucks- und durchschlagsstark, der aber mit <em>Ich bin der Ritter Gluck<\/em> nicht viel zu sagen hatte. <strong>Marianne Lang<\/strong>, die Grande Dame des Hofer Theaters, mu\u00dfte das Apfelweib als Kr\u00e4uterhexe anlegen: Weniger musikalisch als vielmehr heiser kichernd.<\/p>\n<p><strong>Lorenz C. Aichner<\/strong> und die Hofer Symphoniker sind \u00fcber weite Strecken der Qualit\u00e4t der Partitur auch gestalterisch weit \u00fcberlegen. Allerdings schleichen sich wegen dieser Unterforderung manchmal Ungenauigkeiten ein.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Einige \u00fcberzeugende Arien des Hauptdarstellers Hoffmann und zwei liebevoll-harmonische Duette mit seiner geliebten Julia k\u00f6nnen weder \u00fcber das wenig mitrei\u00dfende Textbuch, die dramaturgisch ungeschickt gestraffte Handlung und den seltsam anmutenden musikalischen Brei der verschiedenen Musikstile hinweghelfen. Einzig die hochmotivierte Leistung aller Darsteller und das bestens auf die unterschiedlichen Musikstile vorbereitete Orchester konnte v\u00f6llig zu Recht das Publikum zu Beifallsst\u00fcrmen bewegen. Die Bravorufe f\u00fcr Komponist und Librettist stammten jedoch vornehmlich aus der mitgereisten Entourage. Das Ergebnis war ein allenfalls unterhaltsamer musikalischer Abend. Ob sich dieses als Oper titulierte Werk im Opernbetrieb etablieren wird, scheint zweifelhaft.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: SFF Fotodesign<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Chong Sun (Coppala), Karsten Schr\u00f6ter (Medardus\/Cuno), Chorherren, Thilo Andersson (Kreisler), Aki Yamamura (Olimpia), Marianne Lang (Apfelweib), vorne: Marc Horus (E.T.A. Hoffmann), sowie weitere Mitglieder des Opernchores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Roland Baumgartner (geb. 1955), Oper in zwei Akten, Libretto: Rainer Lewandowski, UA: 2011, Hof an der Saale Regie: Uwe Drechsel, B\u00fchne: Rudolf Rischer Dirigent: Lorenz C. 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