{"id":2808,"date":"2011-04-11T07:03:31","date_gmt":"2011-04-11T06:03:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2808"},"modified":"2011-04-25T07:07:05","modified_gmt":"2011-04-25T06:07:05","slug":"the-rape-of-lucretia-regensburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2808","title":{"rendered":"THE RAPE OF LUCRETIA &#8211; Regensburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in zwei Akten von Ronald Duncan nach einem St\u00fcck von Andre Obeys, UA: 1946, Glyndebourne<\/p>\n<p>Regie: Christina Schmidt, B\u00fchne: Martin Scherm<\/p>\n<p>Dirigent: Arne Willimczik, Philharmonisches Orchester Regensburg<\/p>\n<p>Solisten: Michael Berner (Erz\u00e4hler), Gesche Geier (Erz\u00e4hlerin), Ryszard Kalus (Collatinus, R\u00f6mer), Adam Kruzel (Junius, R\u00f6mer), Seymur Karimov (Prinz Tarquinius), Jasmin Etezadzadeh (Lukrezia, Gattin des Collatinus), Misaki Ono (Bianca), Theresa Grabner (Lucia)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. April 2011 (Urauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Regensburg-Raub-Lukrezia.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2809\" title=\"Regensburg-Raub-Lukrezia\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Regensburg-Raub-Lukrezia.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"228\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Regensburg-Raub-Lukrezia.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Regensburg-Raub-Lukrezia-300x195.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In einem Prolog beschreiben die zwei Erz\u00e4hler die Unterdr\u00fcckung Roms durch die Etrusker.<\/p>\n<p>In einem Feldlager sitzen die beiden r\u00f6mischen Gener\u00e4le Collatinus und Junius mit dem Etruskerprinzen Tarquinius zusammen und diskutieren \u00fcber Frauen. Hierbei r\u00fchmt man Lucretia, die ihrem Mann Collatinus treu ist. Tarquinius glaubt nicht an ihre Standhaftigkeit und will sie auf die Probe stellen. Unter einem Vorwand reist er n\u00e4chtlich zu ihr. Er versucht sie vergeblich zu verf\u00fchren und frustriert vergewaltigt er sie. Lucretia berichtet am n\u00e4chsten Tag ihrem heimkehrenden Mann von ihrer Schande und Erniedrigung. Collatinus kann Lucretia nicht am Selbstmord hindern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Diese Produktion ist eine ad\u00e4quate Umsetzung einer Kammeroper als einfache Studioproduktion, mit einem einfachen aber funktionalen B\u00fchnenbild. Scheinbar besteht die B\u00fchne nur aus einem relativ kleinen Raum mit drei W\u00e4nden. Doch jede Wand verf\u00fcgt \u00fcber zwei bis drei Dreht\u00fcren, durch die Personen und Dekorationsteile auf die B\u00fchne gelangen und wieder verlassen k\u00f6nnen. Die Dreht\u00fcren an der Hinterwand k\u00f6nnen offen stehen bleiben, um die dramaturgische Wirkung der Auftritte erh\u00f6hen zu k\u00f6nnen oder raffinierte Beleuchtungseffekte zu erm\u00f6glichen. Auch dient die Hinterwand als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr einige Videoprojektionen. Wichtigstes Requisit ist ein beweglicher Tisch, der im Raum die unterschiedlichsten Positionen einnehmen kann. Einmal ist er ein Tisch f\u00fcr das Trinkgelage im Milit\u00e4rlager, das andere Mal der K\u00fcchentisch, das Bett oder \u2013 bedeckt mit einem Leichentuch \u2013 die Bahre der Lucretia. Manchmal wird er aber einfach nur zum Zeitvertreib herumgefahren. Die Kost\u00fcme entsprechen den \u00fcblichen Vorstellungen an r\u00f6mische Kleidung aus mythischer Vorzeit weit vor Christi Geburt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Produktion stehen die knapp eindutzend Musiker unsichtbar seitlich hinter den Kulissen. <strong>Arne Willimczik<\/strong> steht f\u00fcr die kongeniale Umsetzung von Brittens kammermusikalischer Orchestersprache und die gelungene Integration der Gesangspartien, auch wenn diese in der Hauptsache aus Rezitativen bestehen. Seltsamerweise hat nicht Lucretia die Hauptrolle in diesem St\u00fcck sondern die beiden Erz\u00e4hler, die wiederum \u2013 neben dem Schlu\u00dfmonolog der Lucrezia \u2013 mehr zu bieten haben als Rezitative. <strong>Michael Berner<\/strong> als m\u00e4nnlicher Erz\u00e4hler ist ein solider Tenor mit Strahlkraft auch in den H\u00f6hen, auch wenn er etwas zu sehr nach oben dr\u00fcckt. <strong>Gesche Geier<\/strong> als weiblicher Widerpart hat mit ihrem drei Oktaven umfassenden Sopran keine Probleme die dominante Rolle entsprechend auszuf\u00fcllen. Einen entsprechenden Auftritt als Heldenbariton hat <strong>Seymur Karimov<\/strong>, der den Prinz Tarquinius mit d\u00fcsteren Klangfarben entsprechend seinem Charakter gestalten kann. <strong>Jasmin Etezadzadeh<\/strong> legt viel H\u00e4rte und Nachdruck in die Rolle der Lucretia, intoniert aber manchmal ungenau. <strong>Ryszard Kalus<\/strong> als Einspringer in der Rolle des Collatinus, mu\u00dfte sich erst sprachlich in die Rolle einarbeiten, war aber wie seine Kollegen in den anderen Nebenrollen eine f\u00fcr die gehobenen musikalischen Anspr\u00fcche passende Besetzung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein wenig schwierig ist dieses Fr\u00fchwerk von Benjamin Britten schon einzuordnen. Eine Handlung ohne Happy End und moralische Bewertung kann kein Publikumserfolg werden und hat sich daher im Opernbetrieb kaum behauptet. Auch die korrekte \u00dcbersetzung des englischen Wortes <em>Rape<\/em> mit <em>Sch\u00e4ndung <\/em>anstatt mit <em>Raub<\/em> wie bislang im deutschen Sprachraum \u00fcblich, wird das Ansehen kaum heben, auch wenn Sch\u00e4ndung und Selbstmord der Lucrezia sehr dezent in Szene gesetzt wurde. Musikalische Glanzpunkte k\u00f6nnen eigentlich nur die Erz\u00e4hler setzen, in dieser Kammeroper mit einem kleinen, unsichtbaren aber immer pr\u00e4senten Orchester. Wegen der erfolgreichen Bem\u00fchungen der Produktion mittels einer stringenten Personenregie die Charaktere und Beweggr\u00fcnde der handelnden Personen deutlich zu machen, zollte das Publikum den Akteuren im kleinen Haus am Haidplatz mit ca. 250 Pl\u00e4tzen minutenlangen freundlichen bis begeisterten Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Theater Regensburg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der Morgen danach voller Verzweiflung: Jasmin Etezadzadeh (Lukretia), Theresa Grabner (Lucia), Misaki Ono (Bianca) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in zwei Akten von Ronald Duncan nach einem St\u00fcck von Andre Obeys, UA: 1946, Glyndebourne Regie: Christina Schmidt, B\u00fchne: Martin Scherm Dirigent: Arne Willimczik, Philharmonisches Orchester Regensburg Solisten: Michael Berner (Erz\u00e4hler), Gesche Geier (Erz\u00e4hlerin), Ryszard<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2808\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,56],"tags":[],"class_list":["post-2808","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-regensburg-theater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2808"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2808\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2811,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2808\/revisions\/2811"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}