{"id":2800,"date":"2011-04-21T17:13:04","date_gmt":"2011-04-21T16:13:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2800"},"modified":"2011-10-06T13:16:56","modified_gmt":"2011-10-06T12:16:56","slug":"siegfried-hannover-niedersachsische-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2800","title":{"rendered":"SIEGFRIED &#8211; Hannover, Nieders\u00e4chsische Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten, UA: 16. August 1876, Bayreuth,\u00a0Festspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Barrie Kosky, B\u00fchne: Klaus Gr\u00fcnberg, Kost\u00fcme: Klaus Bruns, Licht: Klaus Gr\u00fcnberg, Susanne Reinhardt<\/p>\n<p>Dirigent: Wolfgang Bozic, Nieders\u00e4chsisches Staatsorchester Hannover<\/p>\n<p>Solisten: Siegfried (Robert K\u00fcnzli), Mime (Johannes Prei\u00dfinger), Wanderer (B\u00e9la Perencz), Alberich (Frank Schneiders), Fafner (Albert Pesendorfer), Erda (Evelyn Gundlach), Stimme Erda (Julie-Marie Sundal), Br\u00fcnnhilde (Brigitte Hahn), Waldvogel (Hinako Yoshikawa)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. April 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Hannover-Siegfried.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2801\" title=\"Hannover-Siegfried\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Hannover-Siegfried.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Hannover-Siegfried.gif 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Hannover-Siegfried-199x300.gif 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Siegfried ist bei Mime, dem Schmied, in Unkenntnis seiner Herkunft und ohne Kontakt zu anderen Menschen im Walde aufgewachsen. Er befragt Mime \u00fcber seine Eltern, und dieser offenbart ihm seine Abstammung. Zum Beweis zeigt er Siegfried die St\u00fccke des v\u00e4terlichen Schwertes Nothung, die selbst Mime nicht zusammen schmieden kann. Der Wanderer\/Wotan betritt Mimes H\u00fctte und Letzterer verwettet seinen Kopf in einem Frage-Antwort-Spiel, das er nicht l\u00f6sen kann. Wanderer\/Wotan offenbart Mime, da\u00df nur der, der das F\u00fcrchten nicht gelernt, das Schwert schmieden kann \u2013 und diesem sei auch Mimes Kopf verfallen. Siegfried kehrt von einem seiner Streifz\u00fcge zur\u00fcck und schmiedet tats\u00e4chlich Nothung neu. Mime \u00fcberredet Siegfried, sich auf den Weg zur Neidh\u00f6hle zu machen, da er dort das F\u00fcrchten lernen k\u00f6nne. Siegfried aber schwingt Nothung und t\u00f6tet den H\u00f6hlenbewohner Fafner, der als Drache den Nibelungenhort geh\u00fctet hat. Der Kontakt mit dem Drachenblut macht Siegfried unverwundbar (bis auf die bekannte Schwachstelle) und gleichzeitig kann er die Stimme des warnenden Waldv\u00f6geleins verstehen, da\u00df Mime Siegfried umbringen wolle, um selbst in den Besitz des Schatzes zu gelangen; es r\u00e4t aber auch Siegfried, sich der kostbarsten St\u00fccke zu bem\u00e4chtigen, des Ringes und des Tarnhelms. Siegfried erschl\u00e4gt Mime, als dieser ihm die vergiftete Erfrischung reicht. Das V\u00f6gelchen weist Siegfried darauf hin, da\u00df die begehrenswerteste Frau der Welt noch zu befreien sei, und Siegfried macht sich auf den Weg, der ihm alsbald von Wotan versperrt wird. Aber der junge Held fackelt nicht lange, zerspaltet den g\u00f6ttlichen Speer mit Nothung und macht sich auf den Weg, Br\u00fcnnhilde aus dem Tiefschlaf zu wecken, was ihm auch m\u00fchelos gelingt. Nach kurzem Zieren sinkt Br\u00fcnnhilde (ihrem Neffen) Siegfried in die Arme.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Nach einem doch stimmigen <em>Rheingold <\/em>und nach einer etwas anst\u00f6\u00dfigen <em>Walk\u00fcre<\/em> hat man das Gef\u00fchl, da\u00df Barrie Kosky zu keiner richtigen Linie mehr findet. Ein b\u00fchnenm\u00e4\u00dfiges Leitmotiv ist nicht zu erkennen. Der zweite Akt scheint in einem riesigen Kachelofen zu spielen, nach hinten raus offenbar der Eingang zur Neidh\u00f6hle. Das Waldv\u00f6gelein h\u00fcpft wie Olympia durch <em>Hoffmanns Erz\u00e4hlungen<\/em> um Siegfried herum. Im dritten Akt dreht sich eine (Venus)Muschel inmitten der stockfinsteren B\u00fchne, darin liegt splitternackt die dem Modelalter bereits entwachsene Erda. Siegfried erscheint und haut kurzerhand den etwa 20 m langen Speer des G\u00f6tterchefs Wotan entzwei und marschiert bis zu einer auf dem Kopf stehenden Tankstelle. Dort liegt Br\u00fcnnhilde, die er zum Leben erweckt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>GMD <strong>Wolfgang Bozic<\/strong> hat sich weiter gesteigert. Das war ein wagnerianisches Dirigat mit Richtung Weltspitze. Wie gewohnt \u2013 und offenbar am Premierenabend bei allen beliebt \u2013 klassischer Wagner ohne \u00dcberraschungen. Und seinem <strong>Nieders\u00e4chsischen Staatsorchester<\/strong> pa\u00dft die Wagner-Jacke wie angegossen. <strong>Robert K\u00fcnzli<\/strong> deb\u00fctierte als Siegfried \u2013 und wie er deb\u00fctierte! So wollen wir Siegfried wieder h\u00f6ren! Strahlkraft und Kondition sind die Grundvoraussetzungen f\u00fcr diese Rolle und eine m\u00f6glichst heldische Erscheinung dazu. K\u00fcnzli lie\u00df keine W\u00fcnsche offen bis hin zu gut verst\u00e4ndlicher Diktion, so da\u00df es der oben mitlaufenden Widergabe ins Deutsche eigentlich nicht bedurft h\u00e4tte. Nahezu gleichauf <strong>Johannes Prei\u00dfinger<\/strong> als Mime. Man k\u00f6nnte diese Rolle noch abgefeimter singen, wie es der unvergessene Gustav Neidlinger in Bayreuth demonstriert hat. Souver\u00e4n in Sang und Spiel, obwohl er mit erw\u00e4hntem ewig langem Speer hantieren mu\u00dfte, <strong>B\u00e9la Perencz<\/strong> als Wanderer\/Wotan. Eine altbekannte, zuverl\u00e4ssige und beliebte Gr\u00f6\u00dfe der Staatsoper Hannover: <strong>Frank Schneiders<\/strong> in der kurzen, aber eindringlichen Partie des geleimten Alberich. Eindrucksvoll in Stimme und Gestalt, wie gewohnt, <strong>Albert Pesendorfer<\/strong> als Fafner. Zur unbekleideten Gestalt der Muschelbewohnerin Erda sang bekleidet <strong>Julie-Marie Sundal<\/strong> mit feinem Alt. Mit zwitscherndem Sopran hingegen erfreute uns das Waldv\u00f6gelein <strong>Hinako Yoshikawa<\/strong>. Last but not least <strong>Brigitte Hahn<\/strong> als kurz, aber gewaltig aufsingende Br\u00fcnnhilde. Na, Kunstst\u00fcck: Siegfried mu\u00dfte ja schon drei Stunden gewaltig aufsingen, bevor er auf die bestens ausgeruhte Br\u00fcnnhilde trifft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wie immer: Bravi f\u00fcr die Musikmachenden, Buhs f\u00fcr die Regie. Bleibt nun noch <em>Die G\u00f6tterd\u00e4mmerung<\/em>.<\/p>\n<p>Dr. R\u00fcdiger Ehlert<\/p>\n<p>Bild: Thomas M. Jauk<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Robert K\u00fcnzli (Siegfried), Johannes Preissinger (Mime)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten, UA: 16. 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