{"id":2793,"date":"2011-04-04T16:33:25","date_gmt":"2011-04-04T15:33:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2793"},"modified":"2011-04-19T16:39:23","modified_gmt":"2011-04-19T15:39:23","slug":"l%e2%80%98-incoronazione-di-poppea-die-kronung-der-poppea-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2793","title":{"rendered":"L\u2018 INCORONAZIONE DI POPPEA- DIE KR\u00d6NUNG DER POPPEA &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claudio Monteverdi (1567-1643), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1643 Venedig<\/p>\n<p>Regie: Florentine Klepper, B\u00fchne: Bastian Trieb, Kost\u00fcme: Chalune Seiberth<\/p>\n<p>Dirigent: Ruben Dubrovsky, Capella Sagittariana Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Nicole Heaston (Poppea), Franco Fagioli (Nerone), Matthew Shaw (Ottone), Christa Mayer (Ottavia), Georg Zepenfeld (Seneca), Ute Selbig (Drusilla), Rebecca Raffell (Arnalta), Vanessa Goikoetxea (Damigella), Roxana Incontrera (Fortuna), Andrea Ihle (Virt\u00f9\/Pallade), Christiane Hossfeld (Amore), Timothy Oliver (Valetto\/2.Soldat\/Littore), Gerald Hupach (Lucano\/Console) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. April 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/6991_Poppea.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2794\" title=\"6991_Poppea\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/6991_Poppea.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/6991_Poppea.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/6991_Poppea-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rom, im Jahre 62 n. Chr.: Der machtbesessene Kaiser Nerone verspricht seiner Geliebten Poppea, seine Gattin Ottavia zu versto\u00dfen und Poppea damit zur Kaiserin zu machen. Der Philosoph Seneca kritisiert diese Entscheidung, daher zwingt ihn Nero, Selbstmord zu begehen. Kaiserin Ottavia will ihre Nebenbuhlerin Poppea ausschalten und \u00fcberredet den stets eifers\u00fcchtigen Ottone, seine ehemalige Geliebte Poppea umzubringen, was jedoch mi\u00dflingt. Ottavia und Ottone werden aus Rom verbannt und Nero kann Poppea sofort heiraten. Die Kr\u00f6nung erfolgt unter allgemeinem Jubel.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der Drehb\u00fchne ist eine ger\u00e4umige Villa aufgebaut, die je nach Drehpunkt einen Blick in die R\u00e4ume auf den drei Etagen bietet. Im Tiefparterre befinden sich die Tiefgarage mit dem Dienstauto Ottones, die Herrentoilette, in der Seneca mit einem Kopfschu\u00df die wei\u00dfen Kacheln besudeln wird, und den Damenumkleideraum, in dem sich Poppea mit Nerone trifft. Im ersten Stock sieht man das Ankleidezimmer Ottavias mit vielen Schr\u00e4nken und das Gro\u00dfraumb\u00fcro Neros mit zwei Designersesseln. Hier finden u.a. ein Phototermin und seine Golfstunden statt. Die Kost\u00fcme k\u00f6nnten der aktuellen italienischen Designermode entnommen sein. So tr\u00e4gt Nero einen gl\u00e4nzenden gr\u00fcnschimmernden, Seneca einen unauff\u00e4lligen grauen Anzug von der Stange, die Bodyguards in schwarz und die Damen graue Kost\u00fcme oder Abendgarderobe. Die Kr\u00f6nung der Poppea findet als glanzvoll inszeniertes Medienereignis auf dem Balkon der Residenz mit einem Feuerwerk statt. Sie wird aber durch die Ver\u00f6ffentlichung von Photos der Vergewaltigung Ottavias getr\u00fcbt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Was die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger dem Publikum boten gen\u00fcgte h\u00f6chsten Standards: Angef\u00fchrt vom noch relativ jungen, aber schon weltweit gefeierten Countertenor <strong>Franco Fagioli<\/strong> als Nerone waren alle Rollen gesanglich sehr gut besetzt. <strong>Nicole Heaston<\/strong> in der Titelrolle konnte sich genauso wie Christa Mayer als Ottavia als gleichwertige Barock-Spezialistinnen mit hervorragenden und ausdauernd gehaltenen Koloraturen auszeichnen. W\u00e4hrend Franco Fagioli auch als Sopranist gelten k\u00f6nnte, liegt <strong>Matthew Shaw<\/strong> (Ottone) eher im Alt-Bereich. Beide Counterten\u00f6re \u00fcberzeugen durch ihre solide Technik und k\u00f6nnen ohne Gesangs-Tricks ihre Rollen wohlklingend ausgestalten. Eine kleine Sensation ist die Altistin <strong>Rebecca Raffell<\/strong> als Sekr\u00e4terin Poppeas Arnalta. Sind normale Altstimmen schon selten, tr\u00e4gt ihre Stimme in noch gr\u00f6\u00dfere Tiefen (bis zum g\u00b0) absolut klangsch\u00f6n \u2013 und klingt dabei wie eine M\u00e4nnerstimme. Eine bemerkenswerte Seltenheit heutzutage. Dagegen charakterisiert <strong>Ute Selbig<\/strong> mit viel lyrischer Ausdruckskraft die ungl\u00fcckliche Geliebte Ottones Drusilla. <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong> als Senecca ist der gewohnt ausdrucksstarke und in den H\u00f6hen und Tiefen traumwandlerisch sichere Ba\u00df. F\u00fcr die Ensemblemitglieder in den kleinen Rollen sind Barockpartien h\u00f6rbar ungewohnt, hier klingen manche Stimmen oder Passagen nicht nach Monteverdi, sondern auf einmal wie Mozart.<\/p>\n<p><strong>Ruben Dubrovsky<\/strong> (Dirigent) stammt aus Argentinien und vertritt die Meinung, da\u00df die ehemaligen Kolonien in ihrer Folklore viel vom barocken Flair bewahrt haben. So l\u00e4\u00dft er sich eine Gitarre reichen und interpretiert ganze Passagen wie lateinamerikanische T\u00e4nze. Genauso flott und mitrei\u00dfend interpretiert er auch die Gesangspartien. Manchmal aber haben einzelne Orchestermitglieder dabei Probleme zusammenzufinden, bzw. zeitgleich mit den Solisten zu agieren.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich mu\u00dfte man damit rechnen: Der erste Versuch der Semperoper, sich der barocken Auff\u00fchrungspraxis zu stellen, konnte kein voller Erfolg werden. Die jahrelangen Bem\u00fchungen anderer H\u00e4user mit auf Barockmusik spezialisierten Orchestern, mit Musikern auf historischen Instrumenten und mit Solisten ein Barock-Ensemble aufzubauen, lassen sich nicht innerhalb einer Produktion nachholen. Da wird noch viel musikalische Feinarbeit zu leisten sein, da hilft es beispielsweise, nicht ein lokales Barockorchester an sich zu binden, diese dann aber mit Gastmusikern aufzuf\u00fcllen, auf die andere Ensembles wie die Batzdorfer Hofkapelle auch zur\u00fcckgreifen. Immerhin w\u00fcrdigte das Dresdner Publikum diesen Versuch mit langem Beifall, f\u00fcr die Hauptdarsteller auch mit enthusiastischem Beifall, w\u00e4hrend es f\u00fcr die peppige, mit Gewalt aktualisierte, aber v\u00f6llig beliebige Inszenierung doch einige Buhrufe gab.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: \u00a0Nicole Heaston (Poppea)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1643 Venedig Regie: Florentine Klepper, B\u00fchne: Bastian Trieb, Kost\u00fcme: Chalune Seiberth Dirigent: Ruben Dubrovsky, Capella Sagittariana Dresden Solisten: Nicole Heaston (Poppea), Franco Fagioli (Nerone),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2793\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-2793","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2793"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2796,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2793\/revisions\/2796"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}