{"id":2787,"date":"2011-04-19T16:27:47","date_gmt":"2011-04-19T15:27:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2787"},"modified":"2011-06-29T19:09:32","modified_gmt":"2011-06-29T18:09:32","slug":"die-walkure-staatsoper-im-schiller-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2787","title":{"rendered":"DIE WALK\u00dcRE &#8211; Staatsoper im Schiller Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, erster Tag des B\u00fchnenfestspiels <em>Der Ring des Nibelungen<\/em>, Libretto vom Komponisten, UA: 1870 M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Guy Cassiers, B\u00fchnenbild: Guy Cassiers und Enrico Bagnoli, Kost\u00fcme: Tim van Steenbergen, Dramaturgie: Michael P. Steinberg und Detlef Giese, Choreographie: Csilla Lakatos, Licht: Enrico Bagnoli, Video: Arjen Klerkx und Kurt d\u2019Haeseleer<\/p>\n<p>Dirigent: Daniel Barenboim, Staatskapelle Berlin<\/p>\n<p>Solisten: Simon O\u2019Neill (Siegmund), Anja Kampe (Sieglinde), Ren\u00e9 Pape (Wotan), Ir\u00e9ne Theorin (Br\u00fcnnhilde), Mikhail Petrenko (Hunding), Ekaterina Gubanova (Fricka), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. April 2011 (Berliner Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/walkuere-Internet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2788\" title=\"walkuere Internet\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/walkuere-Internet.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/walkuere-Internet.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/walkuere-Internet-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Wotan hat die W\u00e4lsungen Siegmund und Sieglinde gezeugt. Er hofft, da\u00df es ihnen aus freiem Willen m\u00f6glich sein werde, dem Riesen Fafner den Ring des Nibelungen zu entwenden, dem Rhein zur\u00fcckzugeben und damit sein eigenes Vergehen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Doch legt Wotans Gattin Fricka ihm dar, da\u00df Siegmund ebenso von ihm gesteuert wird wie alle seine Wesen. Sie fordert zur Wiederherstellung ihrer Ehre den Tod seines Sohnes. Widerstrebend gibt Wotan nach und beauftragt die Walk\u00fcre Br\u00fcnnhilde damit, Siegmund im Kampf sterben zu lassen. Sie vermag es nicht und wird daf\u00fcr von Wotan bestraft: Er nimmt ihr ihre g\u00f6ttlichen Eigenschaften und l\u00e4\u00dft sie als Menschenfrau auf einem Felsen in Schlaf fallen, damit sie ein Mann finde, wecke und zur Gattin nehme. Siegmund f\u00e4llt im Kampf mit Hunding, aber seine Schwester Sieglinde entkommt und hat ein Kind von ihrem Bruder empfangen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Diese Koproduktion mit der Mail\u00e4nder Scala, die dort bereits im letzten Winter mit anderen S\u00e4ngern ihre Premiere gehabt hat, wurde von einem belgischen Regieteam gestaltet, das den Akzent auf die Farbgestaltung der B\u00fchne legt. Dies geschieht in erster Linie durch Videoprojektionen. Die B\u00fchne ist recht dunkel und wird von leuchtenden W\u00fcrfeln, St\u00e4ben oder Projektionen im Hintergrund bestimmt. W\u00e4hrend des Walk\u00fcrenrittes und der gesamten ersten Sezen des dritten Aufzugs sind etwa ineinander verschlungene Leiber zu sehen, in denen sich ein Pferd aufb\u00e4umt. Hinter dem Gazevorhang f\u00fchren w\u00e4hrenddessen zwei Akrobaten an Seilen ihre Bewegungen aus. Bis auf Wotans Speer gibt es keine Requisiten. Die Kost\u00fcme der Walk\u00fcren erinnern entfernt an die Mode des 19. Jh.s.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcberragendste Leistung des Abends war fraglos der Wotan <strong>Ren\u00e9 Papes<\/strong>. Darstellerisch unaufdringlich gelang ihm die musikalische Gestaltung seiner Partie in allen Teilen. Der gro\u00dfe Monolog im zweiten Aufzug wurde von ihm mit gro\u00dfer Liebe zum Detail deklamiert, d.h. die Stimmf\u00e4rbung richtete sich fein abgestimmt stets nach dem Text. Auch in den massiv begleiteten Passagen verlor seine Stimme dabei nie ihren Wohlklang. <strong>Ir\u00e9ne Theorin<\/strong> stellte eine beachtliche Br\u00fcnnhilde auf die B\u00fchne, vor allem als Schauspielerin, doch w\u00e4ren an ihrem Gesangsvortrag noch zwei Dinge zu verbessern: Einerseits leidet die Textverst\u00e4ndlichkeit manchmal unn\u00f6tigerweise bei ihr, andererseits ist das Tremolo ihrer ansonsten angenehmen und durchschlagskr\u00e4ftigen Stimme bisweilen etwas zu unkontrolliert. <strong>Simon O\u2019Neill<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber eine verbl\u00fcffend massive, tenorale Spitze, die den gesamten Raum f\u00fcllt. Doch mu\u00df er daf\u00fcr viel Kraft aufbringen, und vereinzelt verungl\u00fcckt auch mal ein Ton. Doch beeintr\u00e4chtigt das seine ausgezeichnete musikalische Leitung nur wenig. Seine Verk\u00f6rperung des Siegmund wirkte etwas nerv\u00f6s. <strong>Anja Kampe<\/strong> (Sieglinde) sang und spielte ihre Partie musterg\u00fcltig. Nicht so gelungen war hingegen der Hunding <strong>Mikhail Petrenkos<\/strong>, der seine Rolle eher sprach als sang. <strong>Ekaterina Gubanova<\/strong> hatte einen starken Auftritt. Ihre Fricka hatte nichts Keifendes, sondern nahm die Zuh\u00f6rer durch ihren ergreifenden Vortrag ein.<\/p>\n<p>Die Staatskapelle Berlin mu\u00df in ihrer Ausweichspielst\u00e4tte, dem Schiller Theater, in reduzierter Besetzung antreten. <strong>Daniel Barenboim<\/strong> hatte sich offenbar vorgenommen, aus der Not eine Tugend zu machen und das Publikum vor allem mit den leisen Passagen des Werkes zu beeindrucken. Dies gelang und hatte den angenehmen Nebeneffekt, da\u00df die S\u00e4nger nirgends im Orchesterklang untergingen. Dennoch vermi\u00dft man an manchen Stellen die volle Wucht des Wagnerschen Orchesters.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Was an dieser Produktion am meisten einnimmt, sind die herausragenden s\u00e4ngerischen Leistungen aller Hauptpartien. Die dunkle B\u00fchne und die bildlichen Assoziationen des Regieteams waren hingegen nicht jedermanns Sache. Ein technisches Problem ist, da\u00df, um die Videoprojektionen im Hintergrund deutlich werden zu lassen, die Beleuchtung der Akteure nur recht schwach ist, so da\u00df die mimische Feinarbeit als Gestaltungsmittel \u00fcber weite Strecken ausf\u00e4llt. Die Inszenierung geht in jedem Fall respektvoll mit dem St\u00fcck um und zw\u00e4ngt keine fest umrissene eigene Aussage hinein.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ren\u00e9 Pape (Wotan), Ir\u00e9ne Theorin (Br\u00fcnnhilde)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto vom Komponisten, UA: 1870 M\u00fcnchen Regie: Guy Cassiers, B\u00fchnenbild: Guy Cassiers und Enrico Bagnoli, Kost\u00fcme: Tim van Steenbergen, Dramaturgie: Michael P. 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