{"id":2730,"date":"2011-04-13T20:33:45","date_gmt":"2011-04-13T19:33:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2730"},"modified":"2011-04-17T05:37:36","modified_gmt":"2011-04-17T04:37:36","slug":"salome-erfurt-theater-erfurt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2730","title":{"rendered":"Salome &#8211; Erfurt, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss, Oper in einem Akt, Text: Hedwig Lachenmann nach Oscar Wilde, UA: 9. Dezember 1905, Dresden<br \/>\nRegie: Christiane K\u00fcppers\/Berthold Warnecke, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hank Irwin Kittel, Video: Wolfgang Kurima Rauschning, Schleiertanz-Choreographie: Jutta Ebnother<\/p>\n<p>Dirigent:\u00a0 Walter E. Gugerbauer, Philharmonisches Orchester Erfurt\/Th\u00fcringen Philharmonie Gotha, M\u00e4nner des Opernchores des Theater Erfurt<\/p>\n<p>Solisten: Robert W\u00f6rle (Herodes), St\u00e9phanie M\u00fcther (Herodias), Ruth-Maria Nicolay (Salome), Richard Carlucci (Narraboth), Carolina Krogius (Page\/Sklave), J\u00f6rg Rathmann, Reinhard Becker, Dirk Biedritzky, Ralf Lindner und Manuel Meyer (Juden), Nina Monteiro (T\u00e4nzerin) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. April 2011 (Premiere:)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Handlung\u00a0<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/SalomeZ05_320.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2731\" title=\"SalomeZ05_320\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/SalomeZ05_320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/SalomeZ05_320.jpg 320w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/SalomeZ05_320-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Johannes der T\u00e4ufer,\u00a0 wurde durch Herodes gefangengenommen als dieser dessen Frau Herodias der Unzucht beschuldigte. Salome, Herodias sch\u00f6ne Tochter aus der Ehe von Herodias mit Philippus, dem Bruder des Herodes, verlangt, den angeblichen Propheten zu sehen. Der asketische Johannes jedoch will die Prinzessin nicht anschauen, und Salome ist gekr\u00e4nkt. Herodes sucht Zerstreuung und bittet seine Stieftochter gegen den Willen ihrer Mutter f\u00fcr ihn zu tanzen. Als Gegenleistung verspricht er ihr, jeden Wunsch zu erf\u00fcllen. Salome tanzt und verlangt den Kopf des Johannes. Herodes ist entsetzt, mu\u00df aber sein Versprechen halten. Salome k\u00fc\u00dft den toten Kopf in entr\u00fccktem Zustand. Herodes kann das gottesl\u00e4sterliche Verhalten nicht ertragen und ruft: T\u00f6tet sie.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Erfurter Auff\u00fchrung von Strauss&#8216; Einakter wird halb szenisch, unterst\u00fctzt durch eine Videoprojektion, gegeben. Eine riesige Leinwand f\u00fcllt den gesamten hinteren B\u00fchnenbereich, davor ist das doppelte Orchester (Philharmonisches Orchester Erfurt und Th\u00fcringen Philharmonie Gotha) plaziert. Allerdings \u00fcberrascht die Ausrichtung der Musiker. Das Dirigentenpult befindet sich an der linken B\u00fchnenwand. Zwei schwarze Metallstege f\u00fchren vom hinteren B\u00fchnenraum auf beiden Seiten durch das Orchester zum vorderen B\u00fchnenrand und verbinden sich dort zu einem Steg. Eine metallene Br\u00fccke befindet sich zus\u00e4tzlich oberhalb des Orchesters in der Luft. Von dort aus besingt der Hauptmann Narraboth die Sch\u00f6nheit Salomes und die Juden streiten sich mit den Nazarenern um das Schicksal des Gefangenen Johannes. Die S\u00e4nger sind vorwiegend mit schwarzen Kleidern, Hosen und Hemden bekleidet, welche lediglich durch einzelne Akzente wie gl\u00e4nzende R\u00fcstungsteile f\u00fcr die Wachen, purpurnen Umhang und goldenen Lorbeerkranz f\u00fcr Herodes oder ein purpurnes Kleid f\u00fcr Salome auftreten. Die Videoprojektion zeigt einen sich je nach Stimmung farblich \u00e4ndernden Mond. Einzelne Textpassagen der Prophezeiungen Johannes&#8216; werden projiziert. Auch der <em>Tanz der sieben Schleier<\/em> erscheint als verf\u00fchrerisch-erotisches Schattenspiel auf der Leinwand.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Zusammenspiel des <strong>Philharmonischen Orchesters Erfurt<\/strong> und der <strong>Th\u00fcringer Philharmonie Gotha<\/strong> unter der einf\u00fchlsamen und gleichzeitig pr\u00e4gnanten Leitung des Erfurter GMD <strong>Walter E. Gugerbauers<\/strong> kreierte ungewohnt starke atmosph\u00e4rische Momente und Nerven zerrei\u00dfende musikalische Stimmungen, welche die sezierte Psyche der Protagonisten teilweise mit beinahe bestialischer Leidenschaft und Klanggewalt tonal unterst\u00fctzte. Dabei wurden die S\u00e4nger aber in keiner Weise dynamisch \u00fcberw\u00e4ltigt, sondern in ihrer dramatischen Gestaltung best\u00e4rkt. Die\u00a0 gute Textverst\u00e4ndlichkeit des Ensembles ist lobenswert. Zun\u00e4chst verf\u00fchrt <strong>Richard Carlucci<\/strong> (Narraboth) mit seinem geschmeidigen Tenor den Zuh\u00f6rer und wird durch den ausdrucksstarken und leidenschaftlichen Gesang der Altistin <strong>Carolina Krogius<\/strong> (Page\/Sklave) erg\u00e4nzt. <strong>Wolfgang Newerla<\/strong> (Johannes) wird dem darstellerischen und stimmlichen Ernst seiner Rolle durchaus gerecht. Die dramatische Sopranistin <strong>Ruth-Maria Nicolay<\/strong> entspricht der technisch anspruchsvollen Titelpartie in au\u00dfergew\u00f6hnlichem Ma\u00df. Mit scheinbarer Leichtigkeit beherrsch sie sowohl die zarten, einf\u00fchlsamen Momente als auch die bis zu veristischem Sprechgesang und obskurer Tiefe \u00fcbergehenden Passagen ihres Charakters. Vor allem der Schlu\u00dfmonolog wird durch ihre darstellerische Umsetzung der gest\u00f6rten Psyche Salomes und ihrer starken B\u00fchnenpr\u00e4senz zu einem der H\u00f6hepunkte dieses Abends. Zus\u00e4tzlich bereichert wird das S\u00e4ngerensemble durch die \u00fcberzeugende Charaktergestaltung und s\u00e4ngerische Leistung <strong>Robert W\u00f6rles<\/strong> (Herodes). Seine Darstellung l\u00e4\u00dft vergessen, da\u00df es sich nur um eine konzertante Auff\u00fchrung handelt. Die Mezzosopranistin <strong>St\u00e9phanie M\u00fcther<\/strong> (Herodias) rundet das Trio der k\u00f6niglichen Psychosen mit ihrer kraftvollen und zu erstaunlicher Dramatik ausbrechenden Stimme ab. Nur in der Darstellung fehlte ihr ein wenig Nat\u00fcrlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die halb szenische Auff\u00fchrung beweist, da\u00df es nicht immer pomp\u00f6ser B\u00fchnenausstattung und, um es mit E.T.A. Hoffmanns Worten zu sagen, unn\u00f6tigen \u201eFlitterstaat\u201c ben\u00f6tigt um den wesentlichen Inhalt und dramaturgischen Ideen einer Oper zu vermitteln. Manchmal ist weniger eindeutig mehr und war in dieser Premierennachmittag rundum gelungen.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bild: L. Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ruth-Maria Nicolay (Salome) lauscht den Worten Wolfgang Newerlas (Johannes) re., w\u00e4hrend Richard Carlucci (Narraboth) auf dem Steg, M\u00e1t\u00e9 S\u00f3lyom-N\u00e1gy (1. Soldat) re., Gonzalo Simonetti (2. Soldat) und Carolina Krogius (Page\/Sklave) beide li. die beunruhigende Szene beobachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss, Oper in einem Akt, Text: Hedwig Lachenmann nach Oscar Wilde, UA: 9. Dezember 1905, Dresden Regie: Christiane K\u00fcppers\/Berthold Warnecke, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hank Irwin Kittel, Video: Wolfgang Kurima Rauschning, Schleiertanz-Choreographie: Jutta Ebnother Dirigent:\u00a0 Walter E. 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