{"id":2718,"date":"2011-04-09T03:14:41","date_gmt":"2011-04-09T02:14:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2718"},"modified":"2011-04-16T10:52:05","modified_gmt":"2011-04-16T09:52:05","slug":"le-freischutz-paris-opera-comique","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2718","title":{"rendered":"Le Freisch\u00fctz &#8211; Paris, Op\u00e9ra Comique"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen. Libretto: Johann Friedrich Kind, UA: 18. Juni 1821, Berlin, K\u00f6nigliches Schauspielhaus, UA: Version Berlioz, 7. Juni 1841, Op\u00e9ra de Paris<\/p>\n<p>Regie: Dan Jemmett, B\u00fchne: Dick Bird, Kost\u00fcme: Sylvie Martin-Hyszka, Licht: Arnaud Jung, Choreographie: C\u00e9cile Bon<\/p>\n<p>Dirigent: Sir John Eliot Gardiner, Orchestre R\u00e9volutionnaire et Romantique, Chor: The Monteverdi Choir<\/p>\n<p>Choreinstudierung: Nathalie Steinberg\/Martin Surot<\/p>\n<p>Solisten: Sophie Karth\u00e4user (Agathe), Andrew Kennedy (Max), Virginie Pochon (Annette), Gidon Saks (Gaspar), Matthew Brook (Kouno), Samuel Evans (Kilian),\u00a0 Robert Davis (Ottokar), Luc Bertin-Hugault (L\u2019Ermite), Christian Pelissier (Samiel) u.a<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. April 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Le-Freisch\u00fctz-DR-Elisabeth-Carecchio320.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2719\" title=\"Le Freisch\u00fctz - DR Elisabeth Carecchio320\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Le-Freisch\u00fctz-DR-Elisabeth-Carecchio320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Le-Freisch\u00fctz-DR-Elisabeth-Carecchio320.jpg 320w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Le-Freisch\u00fctz-DR-Elisabeth-Carecchio320-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Max, J\u00e4gerbursche des Erbf\u00f6rsters Kouno und Br\u00e4utigam von dessen Tochter Agathe, hat beim Sch\u00fctzenfest verloren. Kouno erinnert Max, da\u00df er am n\u00e4chsten Tag den Probeschu\u00df abgeben mu\u00df, von dem seine weitere Laufbahn, aber auch die Hochzeit mit Agathe abh\u00e4ngt. Der verzweifelte Max l\u00e4\u00dft sich von Gaspar \u00fcberreden, vom Teufel um Mitternacht in der Wolfschlucht \u201eFreikugeln\u201c zu fordern, die nie ihr Ziel verfehlen. Agathe hat b\u00f6se Vorahnungen. Max erh\u00e4lt in der Wolfsschlucht sieben Freikugeln, von denen die letzte von Teufel geleitet wird. Bei der Probeschu\u00dfzeremonie hat Max nur noch die letzte Freikugel \u00fcbrig. Als er aufgefordert wird, auf eine wei\u00dfe Taube zu schie\u00dfen, schreit ihm Agathe zu, sie sei diese Taube. Doch der Schu\u00df geht los und Agathe sinkt um, jedoch nur in Ohnmacht, w\u00e4hrend Kaspar t\u00f6dlich getroffen ist. Max gesteht seinen Pakt mit dem Teufel. Aber weil alle f\u00fcr ihn bitten, mu\u00df er nur ein Probejahr bestehen, bis er Agathe heiraten darf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchnenbilder verzichten auf jegliche lebendige Natur, kein Wald, keine Pflanzen. Stattdessen ein Schie\u00dfstand auf einem Jahrmarkt in ersten Akt, ein Zigeuner-Wohnwagen als Agathes Heim im zweiten Akt, eine Felsenkulisse mit glatten Dornens\u00e4ulen in der\u00a0 Wolfsschluchtszene. Auch die Kost\u00fcme sind nicht l\u00e4ndlich, sondern \u00e4hneln eher denen eines Arbeiterviertels der 20iger Jahre. Nur Samiel, der \u00fcberall anwesend ist, erscheint wie ein kleines magisches M\u00e4nnchen aus E.T.A. Hoffmann. Die Inszenierung unterstreicht eine Abwendung von der romantischen Waldmystik der Oper.<\/p>\n<p><strong>Orchester und S\u00e4nger<\/strong><\/p>\n<p>Auch musikalisch will sich Sir John Elliot Gardiner, nach eigener Aussage, von einer zu deutschen Interpretation l\u00f6sen, und den Einflu\u00df der franz\u00f6sischen\u00a0 <em>Op\u00e9ra comique<\/em> der Zeit (G\u00e9try, Dalayrac, Boieldieu u.a.) auf den <em>Freisch\u00fctz<\/em> hervorheben. Dessen h\u00e4tte es kaum bedurft; denn trotz der Ehrfurcht und des Respekts, den Berlioz dem Werk entgegenbrachte, ist durch\u00a0 die von ihm, 20 Jahre nach Webers Urauff\u00fchrung, f\u00fcr eine franz\u00f6sische Version hinzukomponierten, vom Orchester begleiteten Rezitative, (und letztlich halt doch auch durch das Singen in franz\u00f6sischer Sprache), von dem deutschen fr\u00fch-romantischen Biedermeier-Singspiel ohnehin nicht viel \u00fcbrig geblieben. Das Werk ist weitgehend zu einer fortlaufend gesungenen eindrucksvollen franz\u00f6sischen <em>Op\u00e9ra fantastique<\/em> der Hochromantik<em> <\/em>geworden, die Gardiner mit seinem gut eingespielten Ensemble brillant interpretiert.<\/p>\n<p>Sophie Karth\u00e4user mit hellem, auch in den H\u00f6hen strahlend klarem Sopran gibt eine bezaubernd, m\u00e4dchenhafte Agathe. Besonders bewegend ist sie im Gebet <em>H\u00e9las! <\/em><em>Sans le revoir encore<\/em> (2. Akt, No. 8), und in der Cavatine <em>En vain au ciel s\u2019\u00e9tend un voile <\/em>(3. Akt, No.13). Zwar erscheint Max als eine eher triste Figur, dennoch h\u00e4tte Andrew Kennedys gef\u00e4lliger Tenor etwas kr\u00e4ftiger und ausdrucksvoller sein k\u00f6nnen. Gidon Saks, hingegen, spielt und singt mit seinem tiefem, wechselhaftem Ba\u00df den unheimlichen Teufelsknecht Gaspar, besonders eindrucksvoll in der dramatischen Wolfsschluchtszene (2. Akt, No.11). Virginie Pochon singt und spielt die Soubrette Annette mit fr\u00f6hlicher, wohlklingender Leichtigkeit, wie in der Chanson <em>Un soir, d\u00e9funte ma grand\u2019tante<\/em> (3. Akt, No.14). Die \u00fcbrigen S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen erg\u00e4nzen wirkungsvoll das Ensemble. Hervorragend schauspielerisch wie stimmlich der Monteverdi Choir. Um dem Zeitgeschmack zu entsprechen hat Berlioz Webers <em>Aufforderung zum Tanz<\/em> orchestriert und als Balletteinlage im dritten Akt eingef\u00fcgt. So wirkungsvoll die Choreographie des Chors in anderen Szenen ist, so ist es hier ist eine h\u00f6chst kuriose Mischung aus Walzer und Tai-Chi \u00e4hnlichen \u00dcbungen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Man findet heutzutage in der Op\u00e9ra Comique in Paris fast immer besondere Kostbarkeiten. So auch diesmal. Wenn man auf den Anspruch verzichtet, die Oper <em>Der Freisch\u00fctz<\/em> h\u00f6ren zu wollen, so ist die von Sir John Elliot Gardiner einstudierte Weber\/Berlioz fantastische Oper Le <em>Freisch\u00fctz<\/em> ein wahres Vergn\u00fcgen ganz seltener Art.<\/p>\n<p>Alexandre Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Elisabeth Carecchio<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Virginie Pochon (Annette) li. und Sophie Karth\u00e4user (Agathe) re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen. Libretto: Johann Friedrich Kind, UA: 18. Juni 1821, Berlin, K\u00f6nigliches Schauspielhaus, UA: Version Berlioz, 7. 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