{"id":2705,"date":"2011-04-06T22:45:49","date_gmt":"2011-04-06T21:45:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2705"},"modified":"2011-04-22T11:15:23","modified_gmt":"2011-04-22T10:15:23","slug":"anna-bolena-wien-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2705","title":{"rendered":"Anna Bolena &#8211; Wien, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Tragedia lirica in zwei Akten, Libretto: Felice Romani<\/p>\n<p>UA: 26. Dezember 1830, Mailand, Teatro Carcano<\/p>\n<p>Regie: Eric G\u00e9nov\u00e8se, B\u00fchne: Jacques Gabel\/Claire Sternberg, Kost\u00fcme: Luisa Spinatelli, Licht: Bertrand Couderc<\/p>\n<p>Dirigent: Evelino Pid\u00f2, Orchester und Chor der Wiener Staatsoper, Choreinstudierung: Thomas Lang\/Martin Schebesta<\/p>\n<p>Solisten: Ildebrando D\u2019Arcangelo (Enrico VIII.), Anna Netrebko (Anna Bolena), Elina Garan\u010da (Giovanna Seymour), Dan Paul Dumitrescu (Lord Rochefort), Francesco Meli (Lord Riccardo Percy), Elisabeth Kulman (Smeton), Peter Jelosits (Sir Hervey)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. April 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/AnnaBolena_Netrebko320.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2706\" title=\"AnnaBolena_Netrebko320\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/AnnaBolena_Netrebko320.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"325\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/AnnaBolena_Netrebko320.jpg 230w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/AnnaBolena_Netrebko320-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Heinrich VIII. von England, seiner zweiten Gemahlin Anne Boleyn \u00fcberdr\u00fcssig, hat sich in deren Hofdame Jane Seymour verliebt. Diese verlangt Ehe und Thron. Der K\u00f6nig begnadigt Lord Percy, den Anne seinerzeit verlassen hatte, um Heinrich zu heiraten und so K\u00f6nigin zu werden. Lord Percy kehrt aus dem Exil nach England zur\u00fcck. Er ist immer noch in Anne verliebt. Man erwischt die beiden im Schlafgemach der K\u00f6nigin und ebenso auch den Pagen Smeton. Smeton legt ein falsches Gest\u00e4ndnis ab, weil man ihm weisgemacht hat, nur so k\u00f6nne er das Leben der K\u00f6nigin retten. Nach diesem Gest\u00e4ndnis werden Anne Boleyn, alle ihre Mitt\u00e4ter und Mitwisser (Smeton, Lord Percy und Lord Rochefort) zum Tode verurteilt. Jane Seymour packt das schlechte Gewissen und sie fleht den K\u00f6nig um Gnade an, was ihr gew\u00e4hrt wird. Lord Percy und Rochefort werden begnadigt. Sie lehnen die Gnade aber ab. \u00a0Anne Boleyn wird enthauptet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die vorherrschende Farbe auf der B\u00fchne ist (dunkel)blau. Einzige r\u00f6tliche Farbtupfer sind im Mantel des K\u00f6nigs und die M\u00fctze von Sir Hervey. Jane Seymour, mit blondem Schopf, erscheint im wei\u00dfen Gewand. An den recht pr\u00e4chtigen Kost\u00fcmen konnte man sich weiden. Die in U-Form aufgebauten W\u00e4nde der B\u00fchne \u00a0erinnern an ein Logistikzentrum der Deutschen Post. Die Wand zeigt Toreinfahrten, der obere Teil ist fixiert, die untere H\u00e4lfte l\u00e4\u00dft sich wie ein Garagenrolltor bewegen. Im ersten Akt \u00f6ffnen sich die Schenkel dieses U spitzwinklig zum Betrachter. In der Mitte steht ein wie ein \u00e4rztlicher Behandlungsstuhl wirkender Thronsessel. Einmal sind die Rolltore hochgefahren und dahinter schimmert silhouettenartig etwas, das den Betrachter entfernt an einen Wald erinnert. Im Schlafgemach der K\u00f6nigin ist alles verdunkelt, \u00e4hnlich in der \u2013 letzten \u2013 Kerkerszene: Da erscheinen die Rolltore aus Ziegelsteinen gemauert. Und eines der Rolltore kann man zum mehr oder weniger spektakul\u00e4ren Schlu\u00df dann als Guillotine benutzen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>E<\/strong><strong>velino Pid\u00f2 <\/strong>dirigierte engagiert und pr\u00e4zise. Allzuviel hatte er nicht gestrichen, insgesamt etwa eine Viertelstunde. Er sparte manchmal die Kabalettas (Arienschlu\u00dfs\u00e4tze) aus, was arg das Tempo abbremste. Die Bl\u00e4ser allerdings waren noch nicht ganz auf Premierenkurs.<\/p>\n<p>Extra Lob f\u00fcr <strong>Elisabeth Kulman<\/strong> in der Hosen-Rolle des Pagen Smeton! Mit klarer Stimme und \u00a0weitgespannten B\u00f6gen eroberte sie sich die Herzen des Wiener Publikums zum ersten gr\u00f6\u00dferen Szenenapplaus. Doch nun zu den beiden \u2013 man kann sagen \u2013 ebenb\u00fcrtigen K\u00f6niginnen des Abends: <strong>Anna Netrebko<\/strong> hatte eine neue Glanzpartie. Mit ihrem etwas dunkler und voller gewordenen Timbre verk\u00f6rperte sie die Rolle der Anne Boleyn in stimmlicher und darstellerischer Perfektion, auch wenn sie eher Wert auf exakte und gerade Stimmf\u00fchrung legte anstatt ein exaltiertes Feuerwerk an Koloraturen abzubrennen. Die ideale Erg\u00e4nzung, sowohl optisch wie auch stimmlich war <strong>Elina Garan\u010da<\/strong>. Mit ihrem heller klingenden Mezzo ist sie die genau abgestimmte Rivalin um die Gunst des K\u00f6nigs. Ob als lockende und fordernde Verf\u00fchrerin oder als von Schuldgef\u00fchlen geplagtes neues Opfer des schlimmen Heinrichs, ebenfalls Perfektion in Vollendung. Eine bessere Besetzung dieser klangvollen Oper in den Titelrollen ist derzeit nicht vorstellbar. Da hatten es die Herren schwer mitzuhalten. Offenbar durch die Querelen im Vorfeld der Premiere \u2013 im sehr gut gemachten, umfangreichen Programmheft war Giacomo Prestia als Heinrich VIII. angesagt \u2013 hatte <strong>Ildebrando D\u2019Arcangelo<\/strong> augenscheinlich nicht seinen besten Tag. Immer eine gut anzuschauende Erscheinung wirkt er als Typ einfach nicht perfide und b\u00f6sartig genug, um den gattenmordenden Monarchen g\u00e4nzlich glaubw\u00fcrdig darstellen zu k\u00f6nnen. Et wirkte auch ein wenig kraftlos und insbesondere in den Tiefen nicht d\u00fcster genug. <strong>Dan Paul Dumitrescu <\/strong>(Lord Rochefort) hat mit feinem Bariton sehr gut gefallen, fast k\u00f6nnte man sich ihn als Heinrich vorstellen\u2026<strong>Francesco Meli<\/strong> (Lord Percy) und <strong>Peter Jelosits <\/strong>(Sir Hervey) haben sich beide am Premierenabend nicht gerade als strahlende Ten\u00f6re profiliert, boten aber gleichwohl eine sehr passable, durchaus staatsopernm\u00e4\u00dfige Leistung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Riesen-Jubel und Standing Ovation f\u00fcr Anna Netrebko und Elina Garan\u010da \u2013 und f\u00fcr Elisabeth Kulman. Vereinzelte, aber lautstarke Buhs f\u00fcr die Regie. W\u00e4re das B\u00fchnenbild so prachtvoll wie die s\u00e4ngerischen Leistungen gewesen, dann w\u00e4re es eine Jahrhundert-Premiere gewesen.<\/p>\n<p>R\u00fcdiger Ehlert<\/p>\n<p>Bild: Wiener Staatsoper\/Michael P\u00f6hn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Netrebko als Anna Bolena<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Tragedia lirica in zwei Akten, Libretto: Felice Romani UA: 26. Dezember 1830, Mailand, Teatro Carcano Regie: Eric G\u00e9nov\u00e8se, B\u00fchne: Jacques Gabel\/Claire Sternberg, Kost\u00fcme: Luisa Spinatelli, Licht: Bertrand Couderc Dirigent: Evelino Pid\u00f2, Orchester und Chor der Wiener<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2705\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2705","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2705"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2705\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2709,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2705\/revisions\/2709"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}