{"id":270,"date":"2008-04-21T19:00:38","date_gmt":"2008-04-21T17:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=270"},"modified":"2008-04-21T19:00:38","modified_gmt":"2008-04-21T17:00:38","slug":"koln-opernhaus-kat%e2%80%99a-kabanova","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=270","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Opernhaus &#8211; K\u00c1T\u2019A KABANOV\u00c1"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek. Oper in drei Akten, Libretto von Vincenc \u010cervinka nach dem Schauspiel Gewitter von Alexander N. Ostrowskij. UA: 23. November 1921, Br\u00fcnn (Nationaltheater). Deutsche Erstauff\u00fchrung am 8. Dezember 1922 in K\u00f6ln!<br \/>\nRegie: Robert Carsen, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Patrick Kinmonth<br \/>\nDirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenich Orchester, K\u00f6ln, Choreinstudierung: Andrew Ollivant, Choreographie. Philippe Giraudeau<br \/>\nSolisten: Rebecca Nash (K\u00e1t\u00b4a), Albert Bonnema (Boris), Daniel Henriks (Dikoj), Ks. Doris Soffel (Kabanicha), Hans-Georg Priese (Tichon), Hauke M\u00f6ller (Kudrj\u00e1\u0161), Viola Zimmermann (Varvara), Leandro Fischetti (Kuligin), Adriana Bastidas Gamboa (Gla\u0161a), Angelica B\u00f6ttcher (Feklu\u0161a), Chor der Oper K\u00f6ln, Statisterie.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 19. April 2008 (Premiere) (UA dieser Produktion war 2004 in der Vlaamse Opera Antwerpen)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"katja-kabanova.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/katja-kabanova.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"katja-kabanova.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/katja-kabanova.jpg\" \/><\/a>Boris entstammt einer adeligen Familie aus Moskau und kann nur dann sein Erbe antreten, wenn er bis zur Vollj\u00e4hrigkeit bei seinem Onkel Dikoj auf dem Land in Diensten steht. Die reiche Kaufmannswitwe Kabanicha f\u00fchrt ein tyrannisches Regiment im Haus Kabanov, wo sie mit ihrem Sohn Tichon und dessen Frau Katja, die Boris heimlich begehrt, lebt. Kabanicha beargw\u00f6hnt die Schwiegertochter und zwingt ihren Sohn, eine lange Gesch\u00e4ftsreise anzutreten. Katjas Herz geh\u00f6rt ebenfalls Boris. Sie fleht Tichon an, zu bleiben, oder sie mitzunehmen und findet kein Geh\u00f6r. Nach dem Abschied bleibt Katja mit der mi\u00dftrauischen Schwiegermutter und der Pflegetochter Varvara zur\u00fcck. Letztere verhilft ihr zu einem Treffen mit Boris.  Zwei Wochen nach Tichons Abreise w\u00e4hrend eines starken Gewitters suchen einige, darunter Kudrj\u00e1\u0161 und sein Freund Kuligin, sowie Dikoj Unterstand, Varvara raunt Boris zu, da\u00df Katjas Ehemann zur\u00fcckgekehrt sei. In ihrer Verzweiflung gesteht Katja vor allen den Ehebruch und st\u00fcrmt in die Dunkelheit. Sie kann Boris, der vom Onkel weit weg versetzt wurde, noch einmal in die Arme schlie\u00dfen und st\u00fcrzt sich, gelockt von geheimnisvollen Stimmen aus der Wolga, in die Fluten. Tichon ist schmerzerf\u00fcllt und  stellt sich nun gegen seine von ihm als M\u00f6rderin bezeichnete Mutter.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer zur Ouvert\u00fcre sich hebende Vorhang gibt den Blick auf die weite Landschaft einer gefluteten B\u00fchne im Halbdunkeln frei, auf der junge, wei\u00df gewandete M\u00e4dchen wie Ertrunkene im Wasser liegen. Das tragische Ende der ungl\u00fccklichen K\u00e1t\u2019a im Schlu\u00dfbild wird vervielfacht und vorweggenommen. Am Ende liegt die Protagonistin allein, ertrunken im Wasser. Das Wasser \u2013 die Wolga \u2013 in weitem Raum wird gleichzeitig Sinnbild f\u00fcr die zerflie\u00dfende Liebe, die innere Seelenlandschaft der ungl\u00fccklichen K\u00e1t\u2019a. Selten hat eine Statisterie so einpr\u00e4gsame und durchchoreographierte Bilder in den Zwischenspielen zu verk\u00f6rpern: Die Ertrinkende, die Schwankende, die Haltsuchende und \u2013 nicht zu vergessen \u2013 das Neuarrangieren der Holzpaletten von Szene zu Szene. Die karge B\u00fchne bev\u00f6lkern die S\u00e4nger in Kost\u00fcmen im Stil von 1920, also der Entstehungszeit der Oper. In bl\u00e4uliches Licht getaucht ist die erste Szene, wo man den angelnden Kudrj\u00e1\u0161 sieht. Die strenge W\u00fcrde der Kabanicha ist bestechend.<br \/>\nDie Szenerie kommt mit wenig Material aus. Eine durchdachte Lichtregie und Projektion der Wasserwellen auf die Hinterwand der B\u00fchne lassen eindrucksvolle Bilder entstehen, in deren Zentrum die Menschen stehen. Die Lichtregie ist grandios, etwa, wenn die suchenden Dorfbewohner am Ende wie Schatten erscheinen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMusikalisch spielt das G\u00fcrzenich Orchester sehr am Detail orientiert, stets bl\u00fchend auf. Aus der S\u00e4ngerriege ragt die Australierin <strong>Rebecca Nash<\/strong> heraus, die ihre K\u00e1t\u2019a sensibel entwickelt und ohne Sch\u00e4rfe ins Dramatische steigert. Mit ihrer Rolle geht sie schauspielerisch geradezu seine Symbiose ein, obwohl sie fig\u00fcrlich betrachtet schwer  \u00fcber die erotische Ausstrahlung einer K\u00e1t\u2019a verf\u00fcgt. Gegen die stimmliche Hochform der Nash fiel <strong>Albert Bonnema <\/strong>als Boris etwas ab. <strong>Doris Soffel<\/strong> ist eine Idealbesetzung f\u00fcr die b\u00f6se Kabanicha, die mit ber\u00fcckender Stimme und auffallend gl\u00e4nzender k\u00f6rperlicher Pr\u00e4senz und Schauspielverm\u00f6gen die F\u00e4den des Schicksals zieht. <strong>Daniel Hendriks<\/strong> gefiel als Dikoj, etwas bla\u00df blieb <strong>Hans Georg Priese<\/strong>s Tichon, <strong>Hauke M\u00f6ller<\/strong> gefiel sehr gut als Kudrj\u00e1\u0161, wie auch <strong>Viola Zimmermann<\/strong> als Varvara und die \u00fcbrigen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine Inszenierung mit Nachwirkung, die Libretto und Musik gleicherma\u00dfen ernst nimmt und den Ausdruck der viel beschworenen inneren Dramatik in symbolkr\u00e4ftige Bilder umsetzte und gleicherma\u00dfen auf die Musik setzte. Das Auge wird nicht mit optischen Reizen \u00fcberflutet, sondern findet in \u00e4sthetischen, eindringlichen und aus dem Inhalt erschlossenen Bildern Anreize. Musikalisch waren das G\u00fcrzenich Orchester und die S\u00e4nger auf bemerkenswerter H\u00f6he.<br \/>\nFelicitas Zink<br \/>\nBild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt Varvara (Viola Zimmermann), K\u00e1t\u00b4a (Rebecca Nash), \u00a0Kabanicha (Doris Soffel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek. Oper in drei Akten, Libretto von Vincenc \u010cervinka nach dem Schauspiel Gewitter von Alexander N. Ostrowskij. UA: 23. November 1921, Br\u00fcnn (Nationaltheater). Deutsche Erstauff\u00fchrung am 8. Dezember 1922 in K\u00f6ln! 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