{"id":2690,"date":"2011-03-13T04:17:31","date_gmt":"2011-03-13T03:17:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2690"},"modified":"2011-06-29T19:10:57","modified_gmt":"2011-06-29T18:10:57","slug":"tristan-und-isolde-augsburg-theater-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2690","title":{"rendered":"Tristan und Isolde  &#8211; Augsburg, Theater Augsburg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Richard Wagner (1813\u20131883), Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Rosamund Gilmore, B\u00fchne: Carl Friedrich Oberle, Kost\u00fcme: Monika Staykova, Film: A.T.Schaefer<\/p>\n<p>Dirigent: Dirk Kaftan, Philharmonisches Orchester und Chor des Theaters Augsburg<\/p>\n<p>Solisten: Christiane Libor (Isolde), Gerhard Siegel (Tristan), Stephen Owen (Kurwenal), Guido Jentjens (K\u00f6nig Marke), Kerstin Descher (Brang\u00e4ne), Jan Freidrich Eggers (Melot)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. M\u00e4rz 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Aug-Tristan-320.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2691\" title=\"Aug Tristan 320\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Aug-Tristan-320.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Aug-Tristan-320.jpg 320w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Aug-Tristan-320-300x221.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke von Kornwall als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod: Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht, so entbrennen Tristan und Isolde in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet zwar K\u00f6nig Marke, trifft sich aber mit Tristan. Melot verr\u00e4t die Liebenden und verwundet Tristan im Zweikampf schwer. W\u00e4hrend Isolde zur\u00fcckbleibt, bringt Kurwenal Tristan nach Kornwall. Isolde eilt ihnen nach, Tristan stirbt jedoch im Moment ihrer Ankunft. Als letzte Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Einheitsb\u00fchnenbild besteht im Wesentlichen aus einer Rampe in der B\u00fchnenmitte, die nach hinten ins Nichts f\u00fchrt. Zur dramatischen Steigerung kann sie sich aufrichten, dann rutschen die handelnden Personen herunter. Links und rechts finden sich Rampen und angedeutete Mauern. Den raumf\u00fcllenden Hintergrund bilden in allen drei Akten Projektionen: Das Meer, ruhig oder sturmgepeitscht, oder flie\u00dfendes Wasser \u00fcber Felsen, Geb\u00e4ude an Land, fahrende Schiffe oder Schiffe vor Hafenanlagen.\u00a0 Die Personenf\u00fchrung ist drastisch reduziert, meist stehen die Personen beziehungslos auf der B\u00fchne (herum). Im zweiten Akt ist der H\u00f6hepunkt der Liebesbeziehung zwischen Tristan und Isolde ein Tausch der M\u00e4ntel. Zu den Aktschl\u00fcssen finden sich die Darsteller mit dramatischen Armposen zu einem statischen Schlu\u00dfbild zusammen, dessen Aussage doch meist hinter der des St\u00fcckes zur\u00fcckbleibt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist der Abend des Guido Jentjens, der den Monolog des K\u00f6nigs Marke als wortgewaltige Erz\u00e4hlung mit gewaltigen seelischen Abgr\u00fcnden darstellte. Auch stimmlich f\u00fchlte er sich in den tiefen Lagen deutlich wohl und konnte auch die dramatischen Ausbr\u00fcche entsprechend gestalten. Den Versuch des Charakter-Tenors Gerhard Siegel als Heldentenor Tristan mu\u00df man zur\u00fcckhaltend beurteilen. Er mu\u00df sich mangels dramatischen Potentials deutlich zur\u00fcckhalten, teilt sich seine Kr\u00e4fte klug ein, reduziert die m\u00f6rderischen Spr\u00fcnge deutlich indem er hohe T\u00f6ne nur ansingt und die Phrasen fast nie aussingt. Trotzdem kann er mit seiner warmen Stimme, mehr gehaucht als ausgesungen, die grundlegenden Anforderungen an einem kleinen Haus erf\u00fcllen. Stephen Owen als Kurwenal k\u00e4mpft immer wieder gegen die Gesangslinie an, liegt gerade im ersten Akt mehrfach au\u00dferhalb des Taktes und hat im Forte ein sehr seltsames Vibrato. Christiane Libor ist eindeutig indisponiert und hustet sich mit viel Kraft durch die Rolle der Isolde und l\u00e4\u00dft W\u00e4rme und Ausdruckskraft dieser Rolle vermissen. Kerstin Descher verf\u00fcgt nur in der mittleren Lage \u00fcber einen ausdrucksstarken Sopran f\u00fcr die Brang\u00e4ne, die H\u00f6hen klingen schrill und wirken aufgesetzt, die Tiefe kann sie nicht gestalten. Eine beachtenswerte Leistung bieten die kleinen Rollen wie Jan Friedrich Eggers lyrischer Tenor als Melot oder Christopher Busietta als Hirte und junger Seemann. Der Chor tritt nur als \u00dcbertragung in den Zuschauerraum auf \u2013 leider nicht zeitgleich mit dem Orchester.<\/p>\n<p>Eine interessante Interpretation bietet Dirk Kaftan mit dem au\u00dferordentlich gut eingestellten und Wagner-erfahrenen Philharmonischen Orchester Augsburg. Das Vorspiel bringt er eher verhalten und langsam, wie eine Erz\u00e4hlung ohne dramatische Ausbr\u00fcche. Im Laufe der Akte nimmt er aber deutlich Fahrt auf und gerade die Aktschl\u00fcsse bekommen so eine ungeahnte dramatische Wirkung. Das gro\u00dfe Finale ist dann eine einzige Liebesraserei, die die Verbindung Tristan und Isoldes nur im Jenseits erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Richard Wagner vertrat die Meinung, da\u00df es die mittelm\u00e4\u00dfigen Vorstellungen w\u00e4ren, die seine Oper retten k\u00f6nnten. Das erkl\u00e4rt vielleicht die Heftigkeit mit der das Augsburger Publikum diese Produktion minutenlang feierte. Sicherlich stellte diese Produktion eindrucksvoll unter Beweis, warum das Theater Augsburg schon seit langem als kleiner Geheimtip im Wagnerfach gilt, allein die angereisten Wagnerianer, aus dem nahen M\u00fcnchen vertrieben, sind f\u00fcr die Auslastung in Augsburg signifikant. Einerseits ein hochkonzentriertes und zumindest ausgewogenes Ensemble, andererseits eine Inszenierung, die das Werk Richard Wagners ernst nahm und sich redlich m\u00fchte jeden Verdacht auf Regieeinf\u00e4lle zu vermeiden.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: A.T. Schaefer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Finale II.Akt: Melot verletzt Tristan, obwohl Kurwenal eingreift. Isolde und Brang\u00e4ne k\u00f6nnen nur zusehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Richard Wagner (1813\u20131883), Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. 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