{"id":268,"date":"2008-04-21T16:26:07","date_gmt":"2008-04-21T14:26:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=268"},"modified":"2008-04-21T16:27:32","modified_gmt":"2008-04-21T14:27:32","slug":"london-covent-garden-royal-opera-house-%e2%80%93-carmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=268","title":{"rendered":"London Covent Garden &#8211; Royal Opera House \u2013 CARMEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georges Bizet, Op\u00e9ra comique in vier Akten, Text: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy nach einer Novelle von Prosper M\u00e9rim\u00e9e; Urauff\u00fchrung: 3. M\u00e4rz 1875, Paris<br \/>\nRegie: Francesca Zambello, Designs: Tanya McCallin, Choreographie: Arthur Pita, Licht: Paule Constable<br \/>\nDirigent: Daniel Oren, Orchester und Chor des Royal Opera House, Chorleitung: Renato Belsadonna<br \/>\nSolisten: Nancy Fabiola Herrera (Carmen), Marcelo \u00c1lvarez (Don Jos\u00e9), Kyle Ketelsen (Escamillo), Susan Gritton (Mica\u00ebla), Alan Ewing (Zuniga), Jacques Imbrailo (Moral\u00e8s), Elena Xanthoudakis (Frasquita) Monika-Evelin Liiv (Merc\u00e9d\u00e8s), Roderick Earle (Le Danca\u00efre) Harry Nicoll (Le Remendado), u.a<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. M\u00e4rz 2008 (Premiere: 8.12.2006, Wiederaufnahme 25.3.2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/london-carmen.jpg\" TITLE=\"london-carmen.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/london-carmen.jpg\" ALT=\"london-carmen.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Ein Platz im Sevilla des 19ten Jahrhunderts: Gelangweilt am\u00fcsieren sich Wachsoldaten \u00fcber die lokale Bev\u00f6lkerung. Nach der feierlichen Wachabl\u00f6sung ist der Pausenflirt mit den M\u00e4dchen der gegen\u00fcberliegenden Tabakfabrik die Hauptattraktion der Soldaten. Carmen, eine Zigeunerin, die auch dort arbeitet, ist die Begehrteste unter ihnen. Doch sie gibt sich k\u00fchl und unnahbar: sie besingt ihre Philosophie der Liebe als Ode an die Freiheit (L&#8217;amour est un oiseau rebelle). Gleichwohl findet sie Interesse an Don Jos\u00e9, einem Unteroffizier der Wachsoldaten, der gedankenverloren und desinteressiert ihr Spiel beobachtet. Es gelingt ihr jedoch, seine Gef\u00fchle zu erwecken und Don Jos\u00e9 beh\u00e4lt die von ihr zugeworfene Rose.<br \/>\nEin Tumult entsteht in der Fabrik und Wachsoldaten unter Don Jos\u00e9 versuchen, Ordnung zu schaffen. Carmen wird f\u00fcr schuldig befunden, einen Messerkampf entfacht zu haben. Stolz und widerspenstig lehnt sie ab, den Vorfall zu kommentieren. Sie bleibt unter der Obhut Don Jos\u00e9s, um ins Gef\u00e4ngnis abgef\u00fchrt zu werden. Allein mit ihm gesteht sie ihm ihre Liebe. Don Jos\u00e9 erlaubt ihr die Flucht und wird nun selbst gefangen gesetzt.<br \/>\nNach seiner Freilassung wartet Carmen auf Don Jos\u00e9 in der Kneipe von Lillas Pastia, einem Treffpunkt der Schmuggler, zu denen auch Carmen geh\u00f6rt. W\u00e4hrend sie wartet, erscheint der erfolgreiche Stierk\u00e4mpfer Escamillo und l\u00e4\u00dft sich feiern. Er flirtet auch mit Carmen, doch sie widersteht ihm, nicht zuletzt aus Dankbarkeit gegen\u00fcber Don Jos\u00e9. Als dieser endlich in der Schenke erscheint, ist es schon sp\u00e4t. Das Wiedersehen der Liebenden wird vom Zapfenstreich \u00fcberrascht, und ein Streit entsteht, als Don Jos\u00e9 zur Kaserne zur\u00fcckkehren will. Als nun auch noch der Carmen nachstellenden Leutnant Zuniga, Don Jos\u00e9s Vorgesetzter, erscheint, wird Don Jos\u00e9 handgreiflich. Es gibt nun keinen Weg zur\u00fcck, er schlie\u00dft sich den Schmugglern an.<br \/>\nIm Schmugglerlager wird Carmen Don Jos\u00e9s zunehmend \u00fcberdr\u00fcssig, sp\u00fcrt jedoch das herbeinahende Ungl\u00fcck und auch das Befragen der Karten prophezeit ihren baldigen Tod. Escamillo, der Carmen ins Lager gefolgt ist, wird vom wachhabenden Don Jos\u00e9 entdeckt und eifers\u00fcchtig in einen Messerkampf verwickelt. Carmen und die Schmuggler trennen die beiden und Carmen folgt einer Einladung Escamillos zum Stierkampf nach Sevilla. Trotz Escamillos Triumph in Sevilla bleibt Carmen allein vor der Stierkampfarena. Don Jos\u00e9 war ihr heimlich nach Sevilla gefolgt und erreicht sie noch vor der Arena. Stolz und standhaft widersteht Carmen seinen Ann\u00e4herungen. Dar\u00fcber ger\u00e4t Jos\u00e9 so in Wut, da\u00df er sie ersticht.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nFrancesca Zambellos Inszenierung ist ein Traum in Orange; manchmal funktioniert er und manchmal nicht. Eine B\u00fchne aus runden, orangenen Einzelteilen, die konkav zur Zigarrettenfabrik und konvex zur Stierkampfarena ausgerichtet sind. Ein wundersch\u00f6ner erster Akt mit Zitronenbaum, freilaufenden H\u00fchnern und viel sonstigem Detail, wurde kontrastiert von einer entt\u00e4uschenden Lillas Pastia Kneipe: die Schenkenatmosph\u00e4re der Schmuggler zeigte einen zu n\u00fcchternen Kontrast der schlichten Holztischen vor orangfarbenem Hintergrund. Da half auch keine noch so ansprechende Beleuchtung.<br \/>\nDie Wechselhaftigkeit der Inszenierung spiegelte sich auch in der Choreographie (<strong>Artur Pita<\/strong>) wieder. Der perfekt abgestimmte parallele Wachwechsel von Soldaten und Kindern im ersten Akt war \u00e4sthetisch und passend. Hingegen wirkt die Er\u00f6ffnungsszene des zweiten Aktes hilflos und das Zigeunerchanson Les tringles des sistres tintaient gestampft und plump. Der vierte Akt mit dem festlichen Einzug Escamillos und Bl\u00fctenregen, mit reichlich vielen Banderilleros und Picadores sowie einer waschechten Madonna entsch\u00e4digte jedoch letzten Endes f\u00fcr vieles.<br \/>\nEine illustre Schar von Solisten bot hohen musikalischen Genu\u00df auf breiter Basis. Allen voran der Argentinier <strong>Marcelo \u00c1lvare<\/strong>z, der sich selbst und der Rolle des Don Jos\u00e9 mit seinem vollen klaren Tenor wahrhaft gerecht wurde, und<strong> Susan Gritton<\/strong>, die als Mica\u00ebla mit ihrem wundersch\u00f6nen klaren Sopran \u00fcberraschte. Insbesondere im Duett mit <strong>\u00c1lvarez<\/strong> (Jos\u00e9) Parle-moi de ma m\u00e8re! klangen die beiden fast unwirklich. Auch <strong>Kyle Ketelsen<\/strong> (Escamillo) \u00fcberzeugte stimmlich und mit durchaus spanischer Matadorarroganz. <strong>Nancy Fabiola Herrera<\/strong> sang eine durchaus akzeptable, jedoch schauspielerisch und gesanglich wenig \u00fcberraschende Carmen.<br \/>\n<strong>Daniel Oren<\/strong> dirigierte das gewohnt pr\u00e4zise Orchester des Royal Opera House so schnell, da\u00df man sich fragte, ob er nach der Auff\u00fchrung vielleicht noch ein Flugzeug erreichen mu\u00dfte. Die Ch\u00f6re brillierten in ihrer hohen Qualit\u00e4t. Insgesamt ein sch\u00f6ner Abend, insbesondere musikalisch.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner<br \/>\nBild: Catherine Ashmore<br \/>\nDas Bild zeigt Nancy Fabiola Herrera als Carmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georges Bizet, Op\u00e9ra comique in vier Akten, Text: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy nach einer Novelle von Prosper M\u00e9rim\u00e9e; Urauff\u00fchrung: 3. 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