{"id":2676,"date":"2011-03-24T12:01:22","date_gmt":"2011-03-24T11:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2676"},"modified":"2011-03-28T20:25:55","modified_gmt":"2011-03-28T19:25:55","slug":"falstaff-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2676","title":{"rendered":"FALSTAFF &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), lyrische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeare, UA: 1893, Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Sven-Eric Bechtolf, B\u00fchne: Rolf Glittenberg, Kost\u00fcme: Marianne Glittenberg, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Orchester und Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Barbara Frittoli (Alice Ford), Eva Liebau (Nannetta), Yvonne Naef (Mistress Quickly), Judith Schmid (Meg Page), Ambrogio Maestri (Sir John Falstaff), Massimo Cavalletti (Ford), Javier Camarena (Fenton), Patrizio Saudelli (Dr. Cajus), Martin Zysset (Bardolfo), Davide Fersini (Pistola)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Falstaff.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2677\" title=\"Z\u00fcrich-Falstaff\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Falstaff.gif\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Falstaff.gif 232w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Falstaff-198x300.gif 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Wir sind im f\u00fcnfzehnten Jahrhundert. In einem Wirtshaus in Windsor verfa\u00dft der verarmte und stark beleibte Ritter Falstaff zweimal denselben Brief, um die verm\u00f6genden Damen Alice und Meg zur finanziellen Unterst\u00fctzung zu bewegen. Die Frauen durchschauen Falstaffs Intension, denken sich einen Plan aus, um sich zu belustigen und laden ihn zu einem Rendezvous ein. Auf Falstaffs Weg zu Alice Ford begleitet ihn sogar ihr eifers\u00fcchtiger Mann in Verkleidung. Wegen daraus resultierender Turbulenzen im Hause Ford mu\u00df sich Falstaff im W\u00e4schekorb verstecken. Alice befiehlt ihren Dienern, den W\u00e4schekorb zum Fenster hinaus in die Themse zu leeren. Trotz dieser bitteren Erfahrung willigt Falstaff auf eine neue Verabredung mit Alice ein. Diesmal ist eine n\u00e4chtliche Maskerade mit einer Doppelverm\u00e4hlung als H\u00f6hepunkt organisiert. Ford gedenkt, seine Tochter mit Dr. Cajus zu verheiraten, doch es kommt anders. Falstaff ger\u00e4t in die Rolle des Belustigungsobjekts und verzeiht, da er schlie\u00dflich zur Hochzeit eingeladen wird.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Ein altes \u00d6lgem\u00e4lde wird lebendig: die B\u00fchne in Wei\u00df mit wenigen charakteristischen Gegenst\u00e4nden erg\u00e4nzt durch, glanzvolle Kost\u00fcme in ged\u00e4mpften Farben. Ein besonderes reizvolles Bild gibt der wie Falstaff gekleidete, jedoch im Gegensatz zu dessen Leibesf\u00fclle, schm\u00e4chtige Page ab. Die geschmackvolle Kleidung der Diener verdeutlicht ihren Stellenwert; offensichtlich besitzen sie bei ihrem Herrn viel Entscheidungsfreiheit. Jedes Detail, wie auch das raffiniert eingesetzte Licht, sorgt f\u00fcr Stimmung. Sp\u00e4ter verwandelt sich die B\u00fchne in einen lieblichen Garten mit vielen B\u00e4umchen und wei\u00dfen B\u00e4nken. Das Innere der Wohnr\u00e4ume von Familie Ford tr\u00e4gt Wandtapeten mit charmantem Rosenmuster. Ein besonders gro\u00dfer W\u00e4schekorb mit viel Schwung wird, diesmal von vier Frauen, zum Fenster hinaus geworfen. Ein hohes Grasufer, auf dem Mistress Quickly stolpert und hinf\u00e4llt, dazu der hellblaue Himmel im Hintergrund mit dem tropfnassen, Falstaff sind die weiteren Finessen. Der n\u00e4chtliche Wald erh\u00e4lt durch das ged\u00e4mpfte Licht mit k\u00fchlem dunklem Blau und Glitter einen besonderen Zauber, wozu eine winterliche M\u00e4rchenstimmung kommt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester der Oper Z\u00fcrich spielte mit Herz und dennoch vermochten sich die starken Solisten gut durchzusetzen. Die gelungenen Ensemblenummern mit schnellem Staccato (2. Bild, 1. Akt) wie auch die Schlu\u00dffuge <em>Tutto nel mondo \u00e8 burla <\/em><em>\u2013 Alles auf der Welt ist Scherz <\/em>(3. Akt) war ein offenkundiger Beweis des au\u00dferordentlich guten Zusammenspiels zwischen dem Orchester und den S\u00e4ngern.<\/p>\n<p><strong>Ambrogio<\/strong> <strong>Maestri<\/strong> (Falstaff) pr\u00e4sentierte seine kr\u00e4ftigen, aber ausdrucksstarke stimmliche Qualit\u00e4ten besonders in <em>Mondo ladro<\/em><em> <\/em><em>\u2013<\/em><em> Diebische Welt<\/em><em> <\/em>(3. Akt). Bewundern konnte man zudem seinen Gesichtsausdruck, seine gute Aussprache und differenzierten Stimmklang. <strong>Barbara<\/strong> <strong>Frittoli<\/strong> (Alice Ford) sang in vollkommener Intonation und klaren Koloraturen. Der brillante und jugendlich frische Tenor des <strong>Javier<\/strong> <strong>Camarena <\/strong>(Fenton) war die perfekte Erg\u00e4nzung zu der klarklingenden Stimme der <strong>Eva<\/strong> <strong>Liebau<\/strong> (Nannetta). Sie standen sogleich im Mittelpunkt mit <em>Bocca baciata\u2026 anzi rinnova come fa la luna<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Ein Mund\u2026 es kehrt wie des Mondes Rund stets zur\u00fcck <\/em>(1. Akt). Ein gutes Spiel und ansprechende stimmliche Qualit\u00e4ten gab <strong>Massimo<\/strong> <strong>Cavalletti<\/strong> (Ford) im <em>\u00c9 sogno o realt\u00e0? <\/em><em>\u2013 Ist es ein Traum? <\/em>(2. Akt) zum Besten. <strong>Patrizio<\/strong> <strong>Saudelli<\/strong> (Dr. Cajus), <strong>Martin<\/strong> <strong>Zysset<\/strong> (Bardolfo), <strong>Davide<\/strong> <strong>Fersini<\/strong> (Pistola) und <strong>Judith<\/strong> <strong>Schmid<\/strong> (Meg Page) sowie die dunkle, geschmeidige Stimme der<strong> Yvonne<\/strong> <strong>Naef<\/strong> (Mistress Quickly) setzten dem Abend weitere teils komische, teils ber\u00fchrende Glanzlichter auf.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung wirkte nat\u00fcrlich und erfrischend, so da\u00df das Publikum nicht zur\u00fcckhaltend mit seinen positiven Zurufen und langanhaltendem warmen Beifall blieb. Der Z\u00fcrcher <em>Falstaff <\/em>war spannend, am\u00fcsant und witzig.<br \/>\nRuta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Barbara Frittoli (Alice Ford) und Ambrogio Maestri (Sir John Falstaff) beim Rendezvous im Hause Ford<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), lyrische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeare, UA: 1893, Mailand, Teatro alla Scala Regie: Sven-Eric Bechtolf, B\u00fchne: Rolf Glittenberg, Kost\u00fcme: Marianne Glittenberg, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann Dirigent: Daniele Gatti, Orchester und Chor der<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2676\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,104],"tags":[],"class_list":["post-2676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-zurich-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2676"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2680,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2676\/revisions\/2680"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}