{"id":2624,"date":"2011-03-14T21:45:34","date_gmt":"2011-03-14T20:45:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2624"},"modified":"2011-03-15T21:45:50","modified_gmt":"2011-03-15T20:45:50","slug":"la-traviata-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2624","title":{"rendered":"LA TRAVIATA &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Drama <em>La Dame aux cam\u00e9lias<\/em> von Alexandre Dumas, UA: 1853, Venedig, Teatro La Fenice<br \/>\nRegie: Kerstin Wei\u00df, B\u00fchne: Bernhard Niechotz, Kost\u00fcme: Katrin Kammann, Choreographie: Sabrina Sadowska, Dramaturgie: L\u00fcr Jaenike<br \/>\nDirigent: Karl Prokopetz, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Vorpommern, Einstudierung: Thomas Riefle<br \/>\nSolisten: Ulrike Maria Maier (Violetta Val\u00e9ry), Wiebke Damboldt (Flora Bervoix), Christina Winkel (Annina), Kerem Kurk (Alfredo Germont), Chul-Ho Jang (Giorgio Germont), Noriyuki Sawabu (Gaston), Ahmet Melih Colakoglu (Baron Douphol), Volkmar A\u00dfmus (Marquis d\u2018Obigny), Bernhard Leube (Doktor Grenvil) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. M\u00e4rz 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Greifswald-Traviata.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2625\" title=\"Greifswald-Traviata\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Greifswald-Traviata.gif\" alt=\"\" width=\"242\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Greifswald-Traviata.gif 242w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Greifswald-Traviata-207x300.gif 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Fest wird Alfredo Germont mit der sch\u00f6nen Kurtisane Violetta Val\u00e9ry bekannt gemacht, die das rauschhafte Pariser Gesellschaftsleben in vollen Z\u00fcgen genie\u00dft und dabei versucht, ihre eigene t\u00f6dliche Krankheit zu vergessen. Als Alfredo ihr seine Liebe gesteht, bricht sie mit ihrer Vergangenheit, und sie ziehen sich gemeinsam aufs Land zur\u00fcck. Alfredos Vater, um das Ansehen seiner Familie besorgt, bringt Violetta dazu, sich von Alfredo zu trennen und nach Paris zur\u00fcckzukehren. Alfredo reist ihr nach und findet sie bei einem Fest an der Seite eines ihrer fr\u00fcheren Liebhaber, Baron Douphol. Alfredo, der von Violettas Beweggr\u00fcnden nichts wei\u00df, dem\u00fctigt sie in aller \u00d6ffentlichkeit. Als sein Vater ihn \u00fcber die Hintergr\u00fcnde aufkl\u00e4rt, sucht er sie voller Reue wieder auf und erreicht sie kurz vor ihrem Tod. Violetta stirbt, w\u00e4hrend sie mit Alfredo eine gemeinsame Zukunft ertr\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme sind durchgehend im Stil der 1970er Jahre gehalten. Alfredo hebt sich von der farbenfrohen Partygesellschaft durch einen langweiligen grauen Anzug ab, sein Vater im schwarzen Gehrock weckt Assoziationen an einen Pfarrer. Das Casino des ersten Aktes und des zweiten Bildes im zweiten Akt zeigt eine orange gestreifte, in verschiedenen Farben beleuchtete Bar, gro\u00dffl\u00e4chige Muster an den W\u00e4nden, eine Deckendekoration aus kleinen beleuchteten Glaskugeln und Bistromobiliar. Dabei ist das B\u00fchnenbild geschickt so gestaltet, da\u00df die geringe Gr\u00f6\u00dfe der B\u00fchne kaum auff\u00e4llt.<\/p>\n<p>Der Aufenthalt auf dem Land spielt sich auf einem verfallenen Rummelplatz ab; Alfredo restauriert dort ein altes Karussellpferd. Violettas Kammer im letzten Akt ist bis auf das Bett, einen Stuhl und das Karussellpferd aus dem zweiten Akt leer, W\u00e4nde und Boden sind ganz und gar schwarz. Das Bett ist erh\u00f6ht auf einem Podest angebracht. T\u00fcr und Fenster sind zu einem breiten Durchgang verschmolzen, der nur mit einem durchscheinenden schwarzen Fadenvorhang verschlossen und mit einem Leuchtschild \u201eExit\u201c gekennzeichnet ist. So wirkt das B\u00fchnenbild des letzten Aktes wie eine verlassene Theaterb\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Alles war an diesem Abend auf <strong>Ulrike Maria Maier<\/strong> (Violetta Val\u00e9ry) ausgerichtet. Mit ihrer souver\u00e4nen Darbietung, ihrem klaren und beweglichen, aber dennoch warmen und vielschichtigen Sopran stellte sie alle anderen Akteure in ihren Schatten. Da\u00df sie zudem sehr h\u00fcbsch aussah, war dem nicht abtr\u00e4glich. Die durchaus angenehme, lyrische Tenorstimme von <strong>Kerem Kurk<\/strong> (Alfredo Germont) zeigte im ersten Akt gewisse Schw\u00e4chen, wo er merkw\u00fcrdig gehemmt wirkte und seine Stimme nasal klang. Danach sang er befreiter, erlangte aber in Volumen und Durchschlagskraft nie besondere St\u00e4rke. Bei Szenen zusammen mit <strong>Chul-Ho Jang<\/strong> (Giorgia Germont) war dieser trotz seiner tieferen Stimmlage wesentlich besser zu h\u00f6ren. Er \u00fcberzeugte in seiner Rolle, die er mit sonorem Klang stimmlich variabel gestaltete \u2013 da\u00df er oft etwas steif auftrat, pa\u00dfte zu seiner Interpretation des konservativen Familienvaters. <strong>Wiebke Damboldt<\/strong> (Flora Bervoix) gab zwar optisch eine gute Figur ab, fiel aber durch teilweise extremes Vibrato unangenehm auf. Die anderen Akteure erf\u00fcllten ihre kleineren Rollen unspektakul\u00e4r, aber solide. Durchweg positiv war die sehr gute schauspielerische Leistung und hervorragende Textartikulation aller S\u00e4nger, auch des Chores.<\/p>\n<p>Weniger \u00fcberzeugend zeigte sich das Orchester an diesem Abend. Besonders st\u00f6rend waren gro\u00dfe Intonationsschwierigkeiten der hohen Streicher w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre und des Vorspiels zum dritten Akt. Auch die Abstimmung zwischen Instrumentalisten und S\u00e4ngern lie\u00df, vor allem vor der Pause, sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Phasenweise gelang es dem Orchester, angemessen in den Hintergrund zu treten und so nicht mehr aufzufallen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Am Ende der Auff\u00fchrung blieb besonders die phantastische Gestaltung der Titelrolle in Erinnerung \u2013 alles andere verbla\u00dfte dahinter. Das dankbare Greifswalder Publikum wu\u00dfte eine solche in der Kleinstadt seltene Ausnahmeleistung zu w\u00fcrdigen. Und so feierte Ulrike Maria Maier einen sch\u00f6nen Erfolg, der verdienterma\u00dfen mit gro\u00dfem Applaus bedacht wurde.<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<br \/>\nBild: Vincent Leifer<br \/>\nDas Bild zeigt: Kerem Kurk (Alfredo Germont), Ulrike Maria Maier (Violetta Val\u00e9ry)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Drama La Dame aux cam\u00e9lias von Alexandre Dumas, UA: 1853, Venedig, Teatro La Fenice Regie: Kerstin Wei\u00df, B\u00fchne: Bernhard Niechotz, Kost\u00fcme: Katrin Kammann, Choreographie: Sabrina Sadowska,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2624\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[70,1],"tags":[],"class_list":["post-2624","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-greifswald-theater-vorpommern","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2624"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2628,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2624\/revisions\/2628"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}