{"id":2620,"date":"2011-03-05T09:39:37","date_gmt":"2011-03-05T08:39:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2620"},"modified":"2011-03-10T09:42:25","modified_gmt":"2011-03-10T08:42:25","slug":"norma-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2620","title":{"rendered":"NORMA &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenzo Bellini (1801-1835), tragische Oper in zwei Akten, Libretto: Felice Romani<\/p>\n<p>UA: 1831, Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Robert Wilson\/Gudrun Hartmann, B\u00fchne: Robert Wilson\/Stephanie Engeln, Kost\u00fcme: Moidele Bickel, Licht: Robert Wilson\/Aj Weissbard\/Hans-Rudolf Kunz<\/p>\n<p>Dirigent: Paolo Carignani, Orchester und Chor, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Elena Mosuc (Norma), Michelle Breedt (Adalgisa), Liuba Chuchrova (Clotilde), Roberto Aronica (Pollione), Giorgio Giuseppini (Oroveso), Michael Laurenz (Flavio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. M\u00e4rz 2011 (B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Norma.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2621\" title=\"Z\u00fcrich-Norma\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Norma.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Norma.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Z\u00fcrich-Norma-300x194.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Die Ereignisse spielen im ersten Jahrhundert v. Chr. Die Priesterin Norma erinnert an die altgriechische Medea. Ihr Vater Oroveso ist das Oberhaupt der Druiden. Die junge Frau hat sich der Keuschheit verpflichtet. Heimlich bricht aber Norma ihren Eid, da sie sich auf den r\u00f6mischen Befehlshaber Pollione einl\u00e4\u00dft. Von ihm bekommt sie zwei Kinder. Die Gallier warten auf Normas Aufruf zum Kampf gegen die Besatzer. Doch Norma handelt aus Liebe zu Pollione und deutet die Aussagen der G\u00f6ttin, die Kampf gegen die r\u00f6mische Besatzung forderte, ihren eigenen Interessen nach um. Pollione h\u00e4lt sich nicht an das Treueversprechen und verliebt sich in Adalgisa, Novizin und Freundin Normas. Adalgisa wei\u00df nichts von den Geheimnissen Normas, nichtsahnend offenbart sie dieser ihren Seelenschmerz. Daraufhin schw\u00f6rt die Priesterin Rache und entschlie\u00dft sich, ihre eigenen Kinder zu t\u00f6ten. Als die Mutterliebe siegt und Pollione sich nicht von Adalgisa lossagt, ruft Norma das Volk zum Kampf auf. Pollione f\u00e4llt in die H\u00e4nde der Gallier. Widererwarten bekennt sie ihr Vergehen und geht selbst in den Tod. Von Normas Heldentum \u00fcberw\u00e4ltigt und erneut in Liebe entbrannt, folgt ihr Pollione in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild, losgel\u00f6st vom Geschehen, wird von Licht und Farben bestimmt. Hin und wieder erscheinen verschiedenartigen Lichtk\u00f6rper oder abstrakte geometrische Figuren. Ihre Lage wird nur sehr langsam ver\u00e4ndert. Die vielen illusionistischen Bilder und Choreographien der wie versteinerten Protagonisten erzeugen den Eindruck des Schwebens. Das Licht hebt den gleichbleibenden Gesichtsausdruck und die gestreckten H\u00e4nde der Akteure hervor. Es entsteht Freiraum zur Entfaltung der Musik Zu den abstrakten Bildern kommen wiederkehrend hochwirksame keltische mythologische Gestalten hinzu. Einige Figuren \u2013 ganz in wei\u00df &#8211; bewegen sich im Schneckentempo \u00fcber die B\u00fchne, darunter sind ein \u00fcberlebensgro\u00dfer L\u00f6we und andere Tiergestalten.<\/p>\n<p>Im zweiten Akt schm\u00fcckt den Schauplatz eine gro\u00dfe und innen gl\u00e4nzende H\u00f6hle, die sich bald teilt. Diese selbst\u00e4ndigen Teile kreisen am Boden herum und reflektieren das Licht durch den einseitigen metallischen Glanz. Es gibt w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung auf der B\u00fchne zeitlich sehr lange Abschnitte, die optisch und inhaltlich dem Publikum wenig bieten, manche Handlungen bleiben unverst\u00e4ndlich wie beispielsweise, da\u00df die Knaben nicht im Bett, sondern am Boden kniend schlafen. Norma scheint ohne Pollione schlie\u00dflich alleine ins Feuer des Scheiterhaufens zu schreiten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Orchester <\/strong>der Oper Z\u00fcrich zeigte sein K\u00f6nnen mit sanfter Linienf\u00fchrung, genauer Intonation, Zur\u00fcckhaltung des Klanges und einer vortrefflichen musikalischen Einheit. Die <strong>Ch\u00f6re <\/strong>und das Solistenensemble traten mit einer sp\u00fcrbaren Hingabe und perfekter klanglicher Treffsicherheit auf. Eine solistisch und spielerisch elegante<strong> Elena Mosuc <\/strong>(Norma) zeigte ihren weichen Stimmklang, ihre elastische wellenartige Dynamik und ihr Geschick, die weiten Passagen der langen Kantilenen gef\u00fchlvoll zu singen. Hierf\u00fcr kann die anspruchsvolle<em> Casta diva <\/em><em>\u2013 Keusche G\u00f6ttin <\/em>ein Beispiel sein (1. Akt).<strong> Michelle Breedt <\/strong>(Adalgisa) bewies ebensoviel Geschick mit einem etwas dunkleren und dramatischeren Farbton in ihrer Stimme. Die Duette der beiden S\u00e4ngerinnen im zweiten Akt sind besonders kunstvoll und beeindruckend vorgetragen worden. Eine f\u00fcgsame und kluge Clotilde war in der stimmlich k\u00fchnen <strong>Liuba Chuchrova <\/strong>zu erleben. Die sonst starke und scharf klingende Stimme des <strong>Roberto Aronica <\/strong>(Pollione) zeigte sich etwas geschmeidiger im Duett <em>In mia man alfin tu sei <\/em><em>\u2013<\/em> <em>Endlich habe ich dich in meiner Hand <\/em>mit <strong>Elena Mosuc <\/strong>(2. Akt). <strong>Giorgio Giuseppini <\/strong>(Oroveso) pr\u00e4sentierte seine gro\u00dfe und einschl\u00e4gige Stimme.<strong> Michael Laurenz<\/strong> war sanft und angenehm in seiner stimmlichen Darstellung des Flavio.<br \/>\n<strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Die <em>Norma <\/em>wurde in Z\u00fcrich mit Begeisterung aufgenommen. Den meisten Applaus ernteten die S\u00e4ngerinnen der Rollen Norma und Adalgisa. Die pr\u00e4zise F\u00fchrung des Dirigenten <strong>Paolo Carignani<\/strong> fruchtete mit einem perfektionistisch einf\u00fchlsamen Orchesterklang, klangstarken Chornummern und meisterhaftem Gesang. Die statisch wirkende Inszenierung gab dem Publikum die M\u00f6glichkeit, ihren eigenen Gedanken in die Welt dieser Oper nachzusinnen.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Roberto Aronica (Pollione), Michelle Breedt (Adalgisa), Elena Mosuc (Norma) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vincenzo Bellini (1801-1835), tragische Oper in zwei Akten, Libretto: Felice Romani UA: 1831, Mailand, Teatro alla Scala Regie: Robert Wilson\/Gudrun Hartmann, B\u00fchne: Robert Wilson\/Stephanie Engeln, Kost\u00fcme: Moidele Bickel, Licht: Robert Wilson\/Aj Weissbard\/Hans-Rudolf Kunz Dirigent: Paolo Carignani, Orchester und Chor,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2620\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,104],"tags":[],"class_list":["post-2620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-zurich-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2620"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2623,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2620\/revisions\/2623"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}