{"id":262,"date":"2008-04-15T11:37:50","date_gmt":"2008-04-15T09:37:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=262"},"modified":"2008-04-15T11:37:50","modified_gmt":"2008-04-15T09:37:50","slug":"aachen-stadttheater-orfeo-ed-euridice-%e2%80%93-orpheus-und-euridike","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=262","title":{"rendered":"Aachen, Stadttheater &#8211; ORFEO ED EURIDICE \u2013 ORPHEUS UND EURIDIKE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Christoph Willibald Gluck, Oper in drei Akten, in italienischer Sprache mit deutschem \u00dcbertitel;<br \/>\nLibretto: Ranieri de Calzabigi, UA: 5.Oktober 1762, Wien<br \/>\nRegie: Martin Philipp, B\u00fchnenbild: Detlev Beaujean<br \/>\nDirigent: Volker Hiemeyer, Sinfonieorchester Aachen, Opernchor, Einstudierung: Frank Flade<br \/>\nSolisten: Annika van Dyk (Orfeo), Zoe Nicolaidou (Euridice), Soo-Jin Park (Amor)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13.4.2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"aachen-orfeo.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/aachen-orfeo.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"aachen-orfeo.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/aachen-orfeo.jpg\" \/><\/a>Orfeo trauert \u00fcber den Tod seiner Gattin Euridice. Da erscheint Gott Amor und macht ihm neuen Mut. Orfeo soll die Gelegenheit bekommen, in die Unterwelt zu reisen und Euridice zur\u00fcck ins Leben zu holen. Einzige Bedingung sei, da\u00df er Euridice auf keinen Fall ansehen d\u00fcrfe. Anderenfalls w\u00fcrde er sie erneut f\u00fcr immer verlieren. Dieses Angebot weckt bei Orfeo neuen Lebensmut, aber auch Zweifel. Wie wird Euridice wohl auf sein Verhalten reagieren? Vor den Toren der Unterwelt wird er von den Furien empfangen. Diese versperren ihm den Durchgang. Aber mit seiner Stimme bezwingt Orfeo sogar diese Wesen der Unterwelt. Durch seinen Gesang sind die Furien so ergriffen, da\u00df sie ihn doch passieren lassen. Orfeo durchquert die Tore und trifft wenig sp\u00e4ter auf Euridice. Er ergreift ihre Hand und fordert sie auf, ihm schweigsam zu folgen. Dabei schaut er sie nicht an. Euridice ist verwirrt und deutet sein distanziertes Verhalten als Gleichg\u00fcltigkeit ihr gegen\u00fcber. Sie fleht Orfeo an, ihr ein Zeichen der Liebe zu schenken. Schlie\u00dflich kann Orfeo sich nicht mehr zur\u00fcckhalten und bricht sein Versprechen. Er sieht sie an und gleich darauf stirbt Euridice. Aus Verzweiflung beschlie\u00dft Orfeo sich ebenfalls das Leben zu nehmen. Aber auch hier hat Amor Mitleid mit ihm und verhindert dies. Er erweckt Euridice wieder zum Leben und schickt das Paar zur\u00fcck auf die Erde. In freudiger Stimmung wird der Triumph des Liebesgottes gefeiert.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nBei dieser Oper handelt es sich um ein besonderes Werk im Schaffen Glucks. Sie stellt den Versuch einer Synthese von Opera seria und der franz\u00f6sischen Trag\u00e9die lyrique dar. Daher wurde die Oper sowohl in italienisch, als auch in franz\u00f6sisch geschrieben. Sie bricht mit der Operntradition des fr\u00fchen 18. Jahrhundert, indem sie dessen K\u00fcnstlichkeit, beispielsweise die ausgedehnten Koloraturarien, ablehnt. Statt dessen besticht sie durch Einfachheit und eine geradlinige Handlung. Leider lieferte das Programmheft des Opernhauses wenig Informationen \u00fcber die Besonderheiten der Gluckschen Oper.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung r\u00fcckte die Musik ganz in den Vordergrund, was vielleicht aus dramatischer Sicht nicht besonders aufregend war, aber zu einer Gluck-Oper sehr gut pa\u00dfte. Dies geschah allen voran durch eine sehr schlichte Optik von B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme.<br \/>\nIm ersten Akt blieb die B\u00fchne abgesehen von einer Treppe und einem Messer als Requisite leer. Auf eine schwarze Wand (als Ersatz f\u00fcr einen roten Vorhang) wurde ein Film projiziert. Er zeigte die beiden Hauptdarsteller gl\u00fccklich als Paar vereint. Im zweiten Akt hob sich die schwarze Wand und enth\u00fcllte eine erh\u00f6hte Konstruktion, die die H\u00f6llenatmosph\u00e4re sehr beeindruckend vermittelte. Die Furien wurden dargestellt durch kleine Figuren, die auf eine Walze gesteckt waren und sich um ihre eigene Achse drehten. Die Szene im Elysium wurde aufgegriffen durch eine Waldatmosph\u00e4re in Gr\u00fcnt\u00f6nen. Dies blieben die einzigen bunten Effekte in dem St\u00fcck, bei dem sonst die Farbe Schwarz vorherrschend blieb. Auch die Kost\u00fcme waren unauff\u00e4llig schwarz, allein Euridike trug ein wei\u00dfes Kleid.<br \/>\nStimmlich \u00fcberzeugte <strong>Annika van Dyk<\/strong> (Orfeo) durch ihren warmen Mezzosopran, der gut zu ihrer Rolle pa\u00dfte. Auch schauspielerisch konnte sie Orfeos Verzweiflung durch eine sehr \u00fcberzeugende Mimik Ausdruck verleihen. Sehr auffallend war auch <strong>Soo-Jin Park<\/strong> (Amor) deren klarer und schmetternder Sopran eine Bereicherung f\u00fcr das St\u00fcck war.<\/p>\n<p>Die Rolle des Amors spielte sie ebenfalls sehr \u00fcberzeugend, wobei sie die intriganten Z\u00fcge des Gottes in den Vordergrund r\u00fcckte. Sie trug st\u00e4ndig zwei Puppen mit sich, die Orfeo und Euridice verk\u00f6rpern sollten. Durch diese manipulierte sie die beiden, wo sie nur konnte, wie bei einem Voodoo Zauber. Damit zeigte sich deutlich, wer in dem St\u00fcck die F\u00e4den in der Hand hielt. Auch ihr Aussehen (schwarzes Lederkleid und kurze schwarze Z\u00f6pfe) unterstricht den verspielten Charakter ihrer Rolle.<br \/>\n<strong>Zoe Nicolaidou<\/strong> (Euridice) war ein weiterer H\u00f6hepunkt des Abends. Durch ihren kr\u00e4ftigen, metallischen Sopran konnte sie vor allem den Schmerz und die \u00c4ngste Euridikes sehr gut umsetzen. Besonders hervorzuheben ist auch die Leistung des Chores, der sehr gut mit dem Orchester unter Volker Hiemeyer zusammen agierte.<br \/>\nDas Ende des St\u00fcckes war etwas irritierend, da es dem gl\u00fccklichen Ende der Vorlage nur teilweise entsprach. Auch hier war Soo-Jin Park als Amor wieder sehr dominant. Sie versetzte dem Liebespaar einen Sto\u00df, das sich daraufhin wie ein Uhrwerk in Bewegung setzte und im Kreis drehte. Somit wurde die Abh\u00e4ngigkeit von Amors Wohlwollen noch auf die Spitze getrieben.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine sehr schlichte Umsetzung des St\u00fcckes, die sich auf das Musikalische konzentriert. Optisch nicht unbedingt spektakul\u00e4r, daf\u00fcr aber akustisch um so mehr.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<br \/>\nBild: Carl Brunn<br \/>\nDas Bild zeigt Annika van Dyk (Orfeo), Zoe Nicolaidou (Euridice, liegend)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christoph Willibald Gluck, Oper in drei Akten, in italienischer Sprache mit deutschem \u00dcbertitel; Libretto: Ranieri de Calzabigi, UA: 5.Oktober 1762, Wien Regie: Martin Philipp, B\u00fchnenbild: Detlev Beaujean Dirigent: Volker Hiemeyer, Sinfonieorchester Aachen, Opernchor, Einstudierung: Frank Flade Solisten: Annika van<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=262\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[61],"tags":[],"class_list":["post-262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aachen-stadttheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/262\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}