{"id":260,"date":"2008-04-14T14:53:27","date_gmt":"2008-04-14T12:53:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=260"},"modified":"2010-01-06T19:42:26","modified_gmt":"2010-01-06T17:42:26","slug":"bremen-theater-am-goetheplatz-la-cenerentola-%e2%80%93-das-aschenputtel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=260","title":{"rendered":"Bremen, Theater am Goetheplatz &#8211; LA CENERENTOLA \u2013 Das Aschenputtel"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868),Dramma giocoso in zwei Akten; Libretto: Jacopo Ferretti nach dem M\u00e4rchen Cendrillon ou La petite pantoufle de verre (1697) von Charles Perrault<br \/>\nDirigent: Markus Poschner, die Bremer Philharmoniker, Chor des Theater Bremen, Einstudierung Tarmo Vaask<br \/>\nRegie: Michael Hampe, B\u00fchnenbild: Christian K\u00f6pper, Andreas Hornburg, Ausstattung: Monika Gora, Kost\u00fcme: Paul Zimmermann;<br \/>\nSolisten: Tamara Klivadenko (Angelina), Benjamin Bruns (Don Ramiro), Jan Friedrich Eggers (Dandini), Seth Keeton (Alidoro), Damon Nestor Ploumis (Don Magnifico), Nadine Lehner (Clorinda), Barbara Buffy (Tisbe)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. April 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"bremen-cenelentola.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/bremen-cenelentola.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"bremen-cenelentola.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/bremen-cenelentola.jpg\" \/><\/a>Unter der Leitidee der Oper, dem Triumph der Herzensg\u00fcte, gibt Angelina (Aschenputtel) im Unterschied zu ihren selbstbezogenen Schwestern Clorinda und Tisbe dem als Bettler verkleideten Philosophen Alidoro zu essen und zu trinken. Dieser hilft ihr, als ihr Vater Don Magnifico ihr verbietet, mit aufs Fest im Schlo\u00df des Prinzen Ramiro zu kommen, wo sie den als seinen Kammerdiener verkleideten Prinzen Don Ramiro wiedertreffen k\u00f6nnte. Denn Prinz Ramiro, verkleidet als sein Diener Dandini, hatte sich zuvor auf Brautschau zur Wohnung von Don Magnificos begeben, wo er sich in die unscheinbare Angelina (Das Aschenputtel \u2013 La Cenerentola) verliebt hatte. Don Magnifico will aber seine beiden selbsts\u00fcchtige T\u00f6chter reich verheiraten, weil er finanziell am Ende ist. Alidoro f\u00fchrt Angelina mit verschleiertem Gesicht am Hof des Prinzen ein, womit er sowohl ihren Vater als auch ihre neidgesch\u00fcttelten Schwestern verwirrt. Angelina gibt zu erkennen, da\u00df sie den Kammerdiener liebt, woraufhin der Prinz seine Verkleidung fallenl\u00e4\u00dft. Alidoro verursacht einen Kutschunfall und arrangiert damit eine erneute Begegnung mit Angelina im Haus Don Magnificos. Dort erkennt Prinz Ramiro Angelina am Armreif, den sie vom ihm im Schlo\u00df erhalten hatte. Magnifico und seine beiden T\u00f6chter \u2013 entsetzt und v\u00f6llig machtlos \u2013 m\u00fcssen mit ansehen, wie Don Ramiro Angelina zum Thron f\u00fchrt. Der Triumph des Guten steht auch am Ende der Oper, denn Angelina vergibt gro\u00dfz\u00fcgig ihren Schwestern und Magnifico.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nMit dieser Produktion wurde in Bremen ein Zyklus von Rossini-Inszenierungen er\u00f6ffnet.<br \/>\nDie Inszenierung von Altmeister Michael Hampe, der am Schlu\u00df langanhaltenden Applaus bekam, sowie die detailverliebten Kost\u00fcme gehen auf althergebrachten Techniken des barocken Theaters zur\u00fcck: drehbare B\u00fchne, sich hebende und senkende Prospekte, k\u00fcnstliche Pferde und eine Kutsche, deren Hintergrund vorbeizieht, um das Fahren zu imitieren, sich auf der B\u00fchne umkleidende S\u00e4nger: Durchschaubarkeit und Magie in einem.<br \/>\nDie<strong> Bremer Philharmoniker<\/strong> spielten wohltuend pr\u00e4zise und musizierten in hervorragendem Einklang mit den S\u00e4ngern. Der<strong> Herrenchor<\/strong> war musikalisch exzellent vorbereitet und bot einen schauspielerisch gekonnten Spiegel f\u00fcr die Handlung.<br \/>\nDie Solisten standen mit ihrer s\u00e4ngerischen Leistung alle auf \u00e4hnlich hohen Niveau. Die Auff\u00fchrung lebte von deren artikulatorischen Kunstst\u00fccken, die teilweise in atemberaubender Geschwindigkeit dahinflogen. Nur \u00fcber h\u00f6chste Konzentration konnte es m\u00f6glich sein, das Zusammensingen in den Ensembles mit dieser Pr\u00e4zision zu erreichen, eines der entscheidenden Elemente, welches die charakteristische Virtuosit\u00e4t dieser Oper ausmachte.<br \/>\n<strong>Tamara Klivadenko<\/strong> (Angelina) war die zwar zur\u00fcckgewiesene, aber nicht widerstandslose Stieftochter und sie lie\u00df u.a. durch ihren weiten Stimmumfang die Verwandlung von der schlichten Dienstmagd, die schlichte Melodien singt zur bravour\u00f6sen K\u00f6nigin, die Koloraturen perlen lassen kann, nachvollziehbar werden.<br \/>\n<strong>Seth Keeton<\/strong> (Alidoro), der die F\u00e4den der Geschichte in der Hand h\u00e4lt, blieb gem\u00e4\u00df seiner Rolle etwas im Hintergrund, symbolisch trug er ein Wendemantel: au\u00dfen grau und innen voller Sterne.<br \/>\n<strong>Jan Friedrich Eggers<\/strong> (Dandini) vertrat genu\u00dfvoll seinen Herrn und stand ihm in nichts nach. Sein Ba\u00df klang sogar manchmal wohlt\u00f6nender als der an lauten Stellen etwas gepre\u00dfte Tenor des <strong>Benjamin Bruns<\/strong> (Don Ramiro).<br \/>\n<strong>Damon Nestor Ploumis<\/strong> (Don Magnifico) war sowohl schauspielerisch als auch stimmlich ein Meister der komischen \u00dcbertreibung, ob es um seine tr\u00e4umerischen Schw\u00e4rmereien f\u00fcr eine finanziell unabh\u00e4ngige Zukunft ging oder um seine kratzf\u00fc\u00dfige Unterwerfung unter den Prinzen, um seine verschw\u00f6rerische Absprache mit seinen heiratsw\u00fctigen T\u00f6chtern oder um die Nachahmung des ehrenwerten Alidoro, der ihm heftig in die Parade fuhr.<br \/>\nAuch wenn ihre Stiefschwester als Protagonistin den meisten Beifall bekam, <strong>Nadine Lehner<\/strong> (Clorinda) und <strong>Barbara Buffy <\/strong>(Tisbe) spielten die z\u00e4nkischen, schnatternden, neidischen und von Selbstdarstellungszwang zerfressenen Marionettenwesen einfach umwerfend gut. Es ist wirklich schwierig, h\u00e4\u00dflich zu singen!<br \/>\nNach dreist\u00fcndiger Auff\u00fchrungszeit dann das Lieto fine (das gl\u00fcckliche Ende) mit einer der virtuosesten Ensembleszenen Rossinis \u2013 der angestrebte Triumph des Guten: den B\u00f6sen wurde vergeben, es tropfte der Schmalz. Aber alle Premierenbesucher gingen nach stehendem Beifall wohl zufrieden nach Hause. Sie hatten eine Oper gesehen, in der sich schauspielerische und s\u00e4ngerische Leistung der Darsteller aufs Beste erg\u00e4nzten.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Tamara Klivadenko (Angelina), Benjamin Bruns (Don Ramiro) und das Ensemble.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868),Dramma giocoso in zwei Akten; Libretto: Jacopo Ferretti nach dem M\u00e4rchen Cendrillon ou La petite pantoufle de verre (1697) von Charles Perrault Dirigent: Markus Poschner, die Bremer Philharmoniker, Chor des Theater Bremen, Einstudierung Tarmo Vaask Regie: Michael<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=260\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[72],"tags":[],"class_list":["post-260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bremen-theater-am-goetheplatz"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=260"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}