{"id":2592,"date":"2011-02-28T15:17:51","date_gmt":"2011-02-28T14:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2592"},"modified":"2011-03-03T15:20:28","modified_gmt":"2011-03-03T14:20:28","slug":"don-giovanni-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2592","title":{"rendered":"DON GIOVANNI &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von W.A. \u00a0Mozart, Oper in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 29. Oktober 1787, Prag<\/p>\n<p>Regie: Eva-Maria H\u00f6ckmayr,\u00a0 B\u00fchne: Ric Schachtebeck, Kost\u00fcme: Julia R\u00f6sler<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus R. Bosch, Aachener Sinfonieorchester und Opernchor des Theater Aachen, Choreinstudierung: Andreas Klippert<\/p>\n<p>Solisten: Istv\u00e1n Kov\u00e1cs (Don Giovanni), Marek Gasztecki (Der Komtur), Eva Bernard (Donna Anna), Patricio Arroyo (Don Ottavio), Antonia Bourv\u00e9 (Donna Elvira), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Leporello), Pawel Lawreszuk (Masetto),\u00a0 Michaela Maria Mayer (Zerlina)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Februar 2011( B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Aachen-Don-Giovanni.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2593\" title=\"Aachen-Don-Giovanni\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Aachen-Don-Giovanni.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Aachen-Don-Giovanni.gif 233w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Aachen-Don-Giovanni-199x300.gif 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Giovanni ist ein Frauenheld ohne Skrupel. In Verkleidung versucht er Donna Anna, die Verlobte Ottavios zu verf\u00fchren. Ihr Vater, der Komtur k\u00e4mpft mit ihm und wird erstochen. Als Donna Anna herausfindet, da\u00df Don Giovanni der M\u00f6rder ihres Vaters ist, plant sie Rache. Donna Elvira, eine Verflossene Don Giovannis, kommt Don Ottavio und Donna Anna zur Hilfe. Auf Don Giovannis Maskenfest schlie\u00dfen die drei einen Bund. Als er versucht, das Bauernm\u00e4dchen Zerlina, Masettos Braut, zu verf\u00fchren, kommt es zum Eklat. Nun schlie\u00dft sich auch das Bauernpaar den R\u00e4chern an. Doch auch das h\u00e4lt Don Giovanni nicht auf. Er tauscht mit seinem Diener Leporello die Rollen, und hintergeht alle Beteiligten. Die Statue des toten Komturs sucht Don Giovanni heim und fordert ihn auf sein Leben zu \u00e4ndern. Doch dieser bleibt bis zum letzten Moment uneinsichtig. Don Giovanni wird hinuntergezogen in die Tiefen der H\u00f6lle.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine karges Einheitsb\u00fchnenbild er\u00f6ffnete die Szene: ein offener quadratischer Bau in altrosa war in der Mitte aufgebaut. An den Seiten waren eine Reihe von Klappt\u00fcren angebracht, durch welche die S\u00e4nger ein- und austreten konnten. Das sorgte f\u00fcr Lebendigkeit und richtete den Fokus ganz auf die Handlung. Don Giovanni verk\u00f6rperte den galanten Draufg\u00e4nger in Anzug mit rotem Hemd und Mantel mit Pelzkragen. Die Kost\u00fcme waren insgesamt elegant und zeitlos. Vor allen Dingen die Frauen verk\u00f6rperten starke Charaktere: Donna Elvira als verf\u00fchrerische Diva mit Kleopatrafrisur und satinblauem Minikleid, Donna Anna damenhaft und selbstbewu\u00dft im kleinen Schwarzen und Zerlina m\u00e4dchenhaft keck (im zweiten Akt zog sie ihr Brautkleid \u00a0aus und stolzierte im Unterkleid \u00fcber die B\u00fchne). Insgesamt war die Inszenierung zur\u00fcckhaltend, daf\u00fcr lag der Fokus auf der musikalischen Darbietung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Aus dem vorz\u00fcglichen S\u00e4ngerensemble sei <strong>Istv\u00e1n Kov\u00e1cs<\/strong> (Don Giovanni) erw\u00e4hnt, der kurzfristig f\u00fcr die Rolle einsprang, da die erste Besetzung erkrankt war. Er pa\u00dfte rein optisch schon hervorragend durch sein mediterranes Aussehen (schwarzes Haar und \u201emachohafter\u201c Bart) in die Rolle. Sehr temperamentvoll sang er den Don Giovanni mit dynamischem Bariton. Sein Diener, gespielt von <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson<\/strong> (Leporello), bildete den komischen Kontrast zu seinem Herrn. Er brillierte mit einem kraftvollen und satten Ba\u00df, wenn auch seine Kost\u00fcmierung eher irritierte \u2013 mit einer M\u00fctze und einem Ripphemdchen unter der Lederjacke erinnerte er an einen Bettler. Die Damen des Abends zeigten sehr unterschiedliche Facetten. <strong>Eva Bernard<\/strong> (Donna Anna) bestach durch ihr damenhaftes Auftreten, das von einem dramatischen Timbre ihres metallischen Soprans unterst\u00fctzt wurde. <strong>Antonia Bourv\u00e9s <\/strong>(Donna Elvira) Sopran war eher klar und weich und unterstrich das Wesen der verzweifelten Verliebten ausgenommen gut. <strong>Michaela Maria Mayer<\/strong> (Zerlina) fiel auf durch einen lyrischen Sopran, der in den H\u00f6hen schimmerte und so der Rolle der Zerlina etwas Unschuldiges und zugleich Freches verlieh. Im Zusammenspiel sorgten die Stimmen f\u00fcr einen ausgewogenen Klang und ergaben eine sehr gute Mischung. Bei den M\u00e4nnern konnte <strong>Patricio Arroyo <\/strong>(Don Ottavio) durch seinen zarten, fast zerbrechlichen Tenor einen Gegenpart zu den starken Ba\u00df- und Baritonstimmen bilden. Ein gesangliches Highlight war der kurze aber intensive Auftritt von <strong>Marek Gasztecki<\/strong> (Der Komtur). Sein Ersch\u00fctterung hervorrufender Ba\u00df hallte in den Ohren der Zuschauer nach und erzielte die unheimliche Wirkung des Komturs \u2013 dies wurde allerdings auch durch eine technische Verst\u00e4rkung hervorgerufen. Leider war sein Aussehen etwas flach: ein wei\u00dfgeschminktes Gesicht mit Hut und schwarzem Anzug reichte nicht aus um die Assoziation zu einem Geist zu wecken. Doch die Musik konnte diesen dramatischen H\u00f6hepunkt unterstreichen. Unter der Leitung von <strong>Marcus R. Bosch<\/strong> zeigte das Orchester wie gewohnt seine Flexibilit\u00e4t, Es wurden die richtigen Tempi genommen und Lautst\u00e4rke \u00fcberdeckte nicht die S\u00e4nger. Das Zusammenspiel mit den S\u00e4ngerensembles harmonierte perfekt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Durch ein Aufgebot an hervorragenden S\u00e4ngern wurde die Auff\u00fchrung musikalisch zum absoluten Genu\u00df, der Inszenierung fehlte es aber an originellen Einf\u00e4llen. Vor allem der dramatische H\u00f6hepunkt am Ende der Oper wurde nicht genug hervorgehoben. Das Ensemble spielte und sang mit Bravour. Auch das Publikum nahm dies so wahr und applaudierte ausgelassen f\u00fcr die S\u00e4nger und das Orchester.<\/p>\n<p>Melani Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Wil van Iersel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Eva Bernard (Donna Anna), Patricio Arroyo (Don Ottavio)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von W.A. \u00a0Mozart, Oper in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 29. Oktober 1787, Prag Regie: Eva-Maria H\u00f6ckmayr,\u00a0 B\u00fchne: Ric Schachtebeck, Kost\u00fcme: Julia R\u00f6sler Dirigent: Marcus R. 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