{"id":2582,"date":"2011-02-07T22:33:54","date_gmt":"2011-02-07T21:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2582"},"modified":"2011-03-02T09:09:52","modified_gmt":"2011-03-02T08:09:52","slug":"lulu-halle-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2582","title":{"rendered":"LULU &#8211; Halle, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Alban Berg, Text: Alban Berg, UA: 2. Juni 1937, Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Regie: Jasmina Hadziahmetovic, B\u00fchne: Hella Prokoph, Kost\u00fcme: Mechthild Feuerstein<\/p>\n<p>Dirigent: Karl-Heinz Steffens, Staatskapelle Halle<\/p>\n<p>Solisten: Anke Berndt (Lulu), Ulrike Schneider (Gr\u00e4fin Geschwitz), Sandra Maxheimer (Theatergadroberie, Gymnasiast), \u00c1sgeit P\u00e1ll \u00c1g\u00fastsson (Medizinalrat Dr. Goll), Michael Smallwood (Maler Walter Schwarz), Gerd Vogel (Chefredakteur Dr. Sch\u00f6n), Ralph Ertel (Alwa Sch\u00f6n), Christoph Stegemann (Schigolch, Tierb\u00e4ndiger), Ki-Hyun Park (Rodrigo, Athlet), Nils Giesecke (Prinz Giesecke)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. Februar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Halle-Lulu.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2583\" title=\"Halle-Lulu\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Halle-Lulu.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Halle-Lulu.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Halle-Lulu-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Lulu ist die personifizierte Gestalt der weiblichen Verf\u00fchrung und verderbnisbringend f\u00fcr all ihre sie umgarnenden Liebhaber. So rafft sie \u2013 in der Version als Zweiakter \u2013 alle, die ihr verfallen dahin: einen Herrn Medizinalrat, einen Maler, einen Chefredakteur und schlie\u00dflich b\u00e4ndelt sie gar mit dem Sohn des von ihr erschossenen Chefredakteurs an und beschert auch ihm den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung fand zum gro\u00dfen Teil in einem eisernen K\u00e4fig statt, wobei einzelne Gitterelemente unterteilbar waren und somit M\u00f6glichkeit boten den Raum zum Publikum hin zu \u00f6ffnen. Au\u00dferdem wurden einzelne Requisiten und Dekorationen in das K\u00e4figinnere gestellt, um eine Ver\u00e4nderung des Handlungsortes zu verdeutlichen. Dabei fungierten die Darsteller als B\u00fchnenbauer. Lediglich vor dem Epilog wurde der Vorhang gezogen, so da\u00df der Umbau nicht vor den Augen des Publikums erfolgte. Auch wurde die Drehb\u00fchne im zweiten Akt kurz genutzt, um vielleicht die Szenerie etwas zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme waren schlicht gehalten und quasi einer zeitlosen Mode verpflichtet. Die Herren, die Lulu einen nach dem anderen dahinrafft, trugen allesamt schwarze Anz\u00fcge und wei\u00dfe Hemden beziehungsweise entledigten sich derer teilweise im Lauf der Handlung. Beim Prolog und ebenso beim Epilog trugen all die Darsteller Tiermasken. Einzig Lulu wechselte ihre Kleidung nach jeder neuen Heirat: zuerst ein bla\u00dfrosa Kleidchen, dann ein aufwendiges halbdurchsichtiges Kleid in orange und sp\u00e4ter noch ein \u00e4hnliches in schwarz, bis sie schlie\u00dflich die letzten Szenen in schwarzer Hose und wei\u00dfem Hemd bestritt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anke Berndt<\/strong> gelang es leider nicht der Lulu ein erkennbares Gesicht zu geben. Zwar meisterte sie die doch sehr schwierigen Partien souver\u00e4n, doch fehlte es ihr eindeutig an Dramatik \u2013 sowohl in der Stimme als auch im Schauspiel. Sie begn\u00fcgte sich im ersten Akt mit einer \u00fcberzogen l\u00fcsternen Spielweise und im zweiten agierte sie nur noch ungelenk und statisch. <strong>Gerd Vogel<\/strong> bot als Dr. Sch\u00f6n eine hervorragende Darstellung. Sein Gesang war kr\u00e4ftig und mit scheinbarer Leichtigkeit verlieh er seinem Part einen eigenen Charakter. Sein Spiel war sehr dezent und nicht so \u00fcberladen mit gro\u00dfen Gesten. Ein weiterer guter Darsteller war <strong>Ki-Hyun Park<\/strong>, der den Athleten darbot. Die Partien waren f\u00fcr den Bassisten keine gro\u00dfe Herausforderung und sein Spiel war ebenso eine Spur dezenter und somit facettenreicher. Die anderen S\u00e4nger lieferten eine gute Leistung ab. Es gab keine gro\u00dfen Patzer oder sonstige Ausf\u00e4lle, insgesamt jedoch war alles eher unauff\u00e4llig und farblos.<\/p>\n<p>Die <strong>Staatskapelle Halle<\/strong> unter der Leitung von <strong>Karl-Heinz Steffens<\/strong> bewegte sich sehr gut durch die Partitur, doch auch hier fehlte es an der n\u00f6tigen Dramatik. erst w\u00e4hrend des Epilogs entfaltete sich der gesamte Klangk\u00f6rper und erzeugte die geforderte Stimmung und Spannung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Leider konnte die Inszenierung in keiner Weise dem hohen Anspruch, den dieses St\u00fcck vorgibt, gerecht werden. Das Motiv des K\u00e4figs war zwar eine interessante Idee, aber es funktionierte leider nicht. Es transportierte nichts, und wirkte leider nur etwas platt. Ebenso die Darstellung der Personen, es war \u2013 bis auf besagte Ausnahmen \u2013 alles eine Idee zu h\u00f6lzern. Auch mangelte es teilweise an Konsequenz. So wurden die Umbauten stets von den Darstellern gemacht, nur vor dem Epilog wurde der Vorhang gezogen und das B\u00fchnenbild vom Anfang dahinter hergestellt.<\/p>\n<p>Es wurden viele M\u00f6glichkeiten einfach nicht bis zum letzten Ende ausgenutzt und die Spieler ersch\u00f6pften sich in gro\u00dfen Gesten, die den sehr tiefen Stoff nur oberfl\u00e4chlich darbot.<\/p>\n<p>Tom Zackl<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Michael Smallwood (Maler Walter Schwarz), Anke Berndt (Lulu), Gerd Vogel (Chefredakteur Dr. Sch\u00f6n)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Alban Berg, Text: Alban Berg, UA: 2. 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