{"id":2569,"date":"2011-02-14T19:38:26","date_gmt":"2011-02-14T18:38:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2569"},"modified":"2011-02-23T19:42:12","modified_gmt":"2011-02-23T18:42:12","slug":"madama-butterfly-bremen-theater-am-goetheplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2569","title":{"rendered":"MADAMA BUTTERFLY &#8211; Bremen, Theater am Goetheplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Schauspiel von David Belasco, UA: 1904, Mailand<\/p>\n<p>Regie: Lydia Steier, B\u00fchne: Gideon Davey, Kost\u00fcme: Ursula Kudrna, Dramaturgie: Juliane Luster<\/p>\n<p>Dirigent: Daniel Montan\u00e9, Bremer Philharmoniker, Chor des Theater Bremen<\/p>\n<p>Solisten<span style=\"color: #000000;\">: <\/span><span style=\"color: #000000;\">Patricia Andress<\/span><span style=\"color: #000000;\"> (Cio-Cio-San), <\/span><span style=\"color: #000000;\">Barbara Buffy<\/span><span style=\"color: #000000;\"> (Suzuki\/Mutter), <\/span><span style=\"color: #000000;\">Marysol Schalit<\/span><span style=\"color: #000000;\"> (Kate Pinkerton), <\/span><span style=\"color: #000000;\">Peter Marsh<\/span><span style=\"color: #000000;\"> (B.F. Pinkerton), <\/span><span style=\"color: #000000;\">Martin Kronthaler<\/span><span style=\"color: #000000;\"> (Sharpless), <\/span><span style=\"color: #000000;\">Christian-Andreas Engelhardt<\/span><span style=\"color: #000000;\"> (Goro), Christian H\u00fcbner (Onkel Bonze) u.a.<\/span><\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Februar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Bremen-Butterfly.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2570\" title=\"Bremen-Butterfly\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Bremen-Butterfly.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Bremen-Butterfly.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Bremen-Butterfly-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Marineleutnant Pinkerton heiratet bei seinem Aufenthalt in Nagasaki die Geisha Cio-Cio-San, genannt Madama Butterfly. Sie liebt Pinkerton leidenschaftlich, f\u00fcr ihn ist es jedoch nur eine Verbindung auf Zeit, denn er wird Japan wieder verlassen. Noch nach drei Jahren wartet Cio-Cio-San, die inzwischen einen gemeinsamen Sohn geboren hat, auf Pinkertons R\u00fcckkehr. Als dieser eintrifft, schm\u00fcckt sie voll Vorfreude das Haus und erwartet ihn in ihrem Hochzeitskleid. Pinkerton hat jedoch seine amerikanische Ehefrau mitgebracht und ist nur in Japan, um seinen Sohn mitzunehmen. Cio-Cio-San ist bereit, ihnen das Kind zu geben. Sie ist in ihrer Ehre verletzt und ersticht sich, nachdem sie sich von ihrem Sohn verabschiedet hat.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Lydia Steiner verlegt die Handlung komplett in einen amerikanischen Nachtclub \u201eNagasaki\u201c, der mit Showb\u00fchne, Glitzer und bunten Lichtern im Stil der 30er Jahre dekoriert ist. Cio-Cio-San \u2013 in dieser Inszenierung eine gestandene Frau mittleren Alters mit einer fast erwachsenen Tochter statt eines dreij\u00e4hrigen Sohns \u2013 ist der unangefochtene Star dieses Etablissements, das Pinkerton geh\u00f6rt. Der erste Akt wird zur Show, in der Butterfly und Pinkerton die Darsteller einer japanischen Hochzeitszeremonie sind. Nach der Show entdecken Butterfly und Pinkerton ihre Gef\u00fchle f\u00fcr einander, indem sie eine Weile ihre vorherigen Rollen weiterspielen. Im zweiten und dritten Akt erscheint der Nachtclub heruntergekommen und kurz vor dem Ruin. Als Pinkerton wieder auftritt, wird er von Yamadori, der er angeboten hat, den Club zu kaufen, zu Boden getreten. Um Butterfly zu \u00fcberzeugen, da\u00df es keine gemeinsame Zukunft mit Pinkerton gibt, wird ihre Tochter von Suzuki als seine Ehefrau verkleidet. Am Schlu\u00df h\u00e4lt sich Butterfly auf fast leerer B\u00fchne eine Pistole an den Kopf.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>In musikalischer Hinsicht rangierte der Abend auf h\u00f6chstem Niveau: <strong>Patricia Andress\u2019<\/strong> Interpretation der Butterfly-Partie geb\u00fchrt gro\u00dfen Respekt. Sie spielte nicht nur \u00fcberzeugend den Star, sondern f\u00fcllte den Opernabend auch als Solistin mit Zauber: Ihr weicher, beweglicher Sopran klang warm, sie intonierte sauber und nuancierte klangfarblich sch\u00f6n, besonders an Pianostellen. Den einzigen Szenenapplaus des Abends erhielt sie f\u00fcr <em>Un bel di, vedremo<\/em> \u2013 <em>Eines sch\u00f6nen Tages werden wir sehen<\/em>. <strong>Peter Marsh <\/strong>(Pinkerton) zeigte durchweg lyrische stimmliche Qualit\u00e4ten. Das Duett <em>Bimba, dagli occhi<\/em> \u2013 <em>M\u00e4dchen, in deinen Augen<\/em> am Ende des ersten Aktes wurde zu einem H\u00f6hepunkt des Abends \u2013 souver\u00e4n getragen vom stets pr\u00e4senten, aber nirgends zu lauten Orchester, welches unter der Leitung von <strong>Daniel Montan\u00e9<\/strong> flexibel zwischen fl\u00e4chigen und transparenten Kl\u00e4ngen zu differenzieren wu\u00dfte. Die deutlichste Aussprache hatte unter den Solisten <strong>Martin Kronthaler<\/strong> (Sharpless); sein Bariton klang vollt\u00f6nend und warm im Timbre. Der Chor zeichnete sich durch sein dynamisches K\u00f6nnen aus: Bei der Ankunft Cio-Cio-Sans <em>Ancora un passo<\/em> \u2013 <em>Ein Schritt mehr<\/em> etwa sang er leise und dennoch atmosph\u00e4risch dicht. Auch der <em>Summ-Chor<\/em> aus der Kulisse klang wunderbar zart und sauber im Pianissimo.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Reaktion des Bremer Publikums war deutlich: S\u00e4nger, Dirigent und Orchester erhielten rauschenden Beifall und vereinzelte Bravo-Rufe, das Regie-Team wurde hingegen laut ausgebuht. Durchaus eine verst\u00e4ndliche Reaktion, denn gerade im zweiten Teil war die Inszenierung unlogisch und als Ganzes nicht zu verstehen. Warum soll Butterfly etwa sehns\u00fcchtig ein Schiff erwarten, wenn doch die ganze Handlung in Amerika spielt, wo sich auch Pinkerton aufh\u00e4lt? Im ersten Akt waren den Zuschauern noch sorgf\u00e4ltig komponierte Bilder gezeigt worden, die optisch zu gefallen vermochten. Die Reaktion des Publikums zeigte einmal mehr, da\u00df eine Umschreibung der Handlung sorgf\u00e4ltig sein mu\u00df, wenn sie Sinn ergeben soll. Diese Inszenierung wirkte jedoch leider so, als ob die Regisseurin zwar einen guten Einfall gehabt h\u00e4tte, der sich aber partout nicht auf Puccinis <em>Butterfly<\/em> anwenden l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Annika Klanke<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Barbara Buffy (Suzuki), Martin Kronthaler (Sharpless), Patricia Andress (Cio-Cio-San), Peter Marsh (B.F. Pinkerton), Marysol Schalit (Kate Pinkerton) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Schauspiel von David Belasco, UA: 1904, Mailand Regie: Lydia Steier, B\u00fchne: Gideon Davey, Kost\u00fcme: Ursula Kudrna, Dramaturgie: Juliane Luster Dirigent: Daniel Montan\u00e9, Bremer Philharmoniker, Chor des Theater Bremen<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2569\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[72,1],"tags":[],"class_list":["post-2569","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bremen-theater-am-goetheplatz","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2569"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2572,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2569\/revisions\/2572"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}