{"id":2557,"date":"2011-02-21T19:48:15","date_gmt":"2011-02-21T18:48:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2557"},"modified":"2011-02-21T19:48:15","modified_gmt":"2011-02-21T18:48:15","slug":"partenope-karlsruhe-badisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2557","title":{"rendered":"PARTENOPE &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Oper von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1758), Libretto: Silvio Stampiglia nach einer Vorlage von 1699<\/p>\n<p>UA: 24. Februar 1730, Haymarket King\u2019s Theatre, London<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Hofstetter, Deutsche H\u00e4ndel-Solisten, Statisterie des Badischen Staatstheaters<\/p>\n<p>Regie: Ulrich Peters, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: G\u00f6tz Lanzelot Fischer<\/p>\n<p>Solisten: Polina Pasztircs\u00e0k (Partenope), Karolina Gumos (Rosmira), Terry Wey (Arsace), Valer Barna-Sabadus (Armindo), Gideon Poppe (Emilio), Christian Miedl (Ormonte)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Februar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<h3><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Karlsruhe-Partenope.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2558\" title=\"Karlsruhe-Partenope\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Karlsruhe-Partenope.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Karlsruhe-Partenope.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Karlsruhe-Partenope-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/h3>\n<p>Partenope ist Gr\u00fcnderin und Herrscherin von Neapel. Die Prinzen Arsace (der in Partenopes Gunst am h\u00f6chsten steht) und Armindo werben um sie, als pl\u00f6tzlich Arsaces Verlobte Rosmira in Gestalt des armenischen Prinzen Eurimene erscheint und Gastfreundschaft erbittet. Arsace ahnt die wahre Identit\u00e4t. Rosmira l\u00e4\u00dft ihn schw\u00f6ren, sie nicht auffliegen zu lassen. Zudem steht Prinz Emilio mit einem Heer vor den Toren Neapels und unterbreitet den Vorschlag, auf friedlichem Wege die Ehe zu schlie\u00dfen und so die beiden Reiche zu vereinen. Er sei auch bereit, sein Vorhaben durch Krieg zu verwirklichen \u2013 Emilio verliert die Schlacht. Zu allem \u00c4rger ersucht nun auch die verkleidete Rosmira Partenopes Gunst und wird als Konsequenz in den Kerker geworfen. Auf Arsaces Bitten freigelassen, fordert Rosmira einen Zweikampf gegen den Verlobten. Arsaces Wunsch, mit entbl\u00f6\u00dfter Brust zu k\u00e4mpfen wird, gew\u00e4hrt: Rosmira mu\u00df sich zu erkennen geben und Partenope erw\u00e4hlt den feigen Armindo zum Gatten. Mit Emilio schlie\u00dft sie Freundschaft.<\/p>\n<h3>Auff\u00fchrung<\/h3>\n<p>Man wird von einer tristen Wellblechwand empfangen, rechterhand mit den Schriftzug \u201eL\u2019amor \u00e8 un dio d\u2019inferno \u2013 Amor ist ein Gott der H\u00f6lle\u201c versehen (Dabei handelt es sich um den Textanfang von Arsaces vorletzter Arie!). Die Konstruktion entpuppt sich als Drehb\u00fchne, die zwischen mehreren R\u00e4umlichkeiten hin- und herzuwechseln vermag. Die Feierlichkeiten zu Beginn werden durch eine opulent gedeckte Tafel bereichert, \u00fcberall flackern Kerzen auf Armleuchtern durch die Inszenierung. Zur Begr\u00fc\u00dfung gibt es Sekt. W\u00e4hrend sich bei den Liebhabern die Kost\u00fcmierung auf schwarz-wei\u00df-Kontraste beschr\u00e4nkt, erscheint Partenope bei jedem Auftritt in anderem Outfit (Das wei\u00dfe Fechtkost\u00fcm kennen wir bereits aus der Zauberfl\u00f6ten-Wiederaufnahme). Die Schlacht zwischen Partenope und Emilio spielt sich nicht im Freien, sondern bei einem Billard-Turnier ab (Die Billard-Tische sind dem Publikum schon aus der Traviata-Produktion vertraut). Im zweiten Teil nach der Pause wird der Zuschauer weitgehend mit dem bisher Gesehenen konfrontiert. Da\u00df Rosmira kurzfristig im Kerker landet, geht hier v\u00f6llig unter. Kleiner Trost: Beim Duell zwischen Rosmira und Arsace kommen keine Billard-Queues zum Einsatz, sondern echte Degen!<\/p>\n<h3>S\u00e4nger und Orchester<\/h3>\n<p>Ausdrucksst\u00e4rke und Individualit\u00e4t bezeichnen am besten die an diesem Abend dargebotene k\u00fcnstlerische Leistung der Darsteller. <strong>Polina Pasztircs\u00e0k<\/strong> mu\u00df in ihrer ersten Arie <em>L\u2019amor ed il destin combatter\u00e0 per me<\/em> <em>&#8211; Liebe und Schicksal werden f\u00fcr mich k\u00e4mpfen<\/em> noch zu sich finden: Die H\u00f6hen geraten etwas scharf, die Bruststimme wirkt noch leicht tr\u00e4ge. Versiert bewegt sie sich durch ihre Koloraturen und l\u00e4\u00dft auf weiteres hoffen. <strong>Karolina Gumos<\/strong> (Rosmira) rauscht mit Leichtigkeit durch ihre virtuosen Passagen \u2013 ein gelungener Balanceakt zwischen Eifersucht und Zuneigung. Ein wahrlich bezaubernder Auftritt ist <strong>Terry Weys<\/strong> (Arsace) Larghetto <em>O Eurimene ha l\u2019idea di Rosmira \u2013 Entweder \u00e4hnelt Eurimene Rosmira &#8230;<\/em>. Geschmeidig und sanft im Timbre liefert er den Gegenpol zu Partenopes monumentalem Sopran. In v\u00f6lliger Sentimentalit\u00e4t befangen erscheint er als Vollblutliebhaber. <strong>Valer Barna-Sabadus\u2019<\/strong> (Armindo) Stimme steckt voller Musikalit\u00e4t. Mit einem Timbre, das sich hinsichtlich der Klangfarbe zwischen Fl\u00f6te und Chalumeau verorten l\u00e4\u00dft, trifft er die Grundstimmung seiner ausweglosen Situation. Der Tenor <strong>Gideon Poppe<\/strong> (Emilio), ist sicherlich kein ins Barockfach Hineingeborener. Seine Auftrittsarie <em>Anch\u2019io pugnar sapr\u00f2 &#8211; Auch ich wei\u00df zu k\u00e4mpfen<\/em> unterstreicht Partenopes Skepsis, da\u00df dieser junge Prinz weder auf dem Schlachtfeld noch im Ehebett gro\u00dfe Heldentaten vollbringen wird. Er steigert sich jedoch in dem mit Koloraturen \u00fcberladenen <em>La gloria in nobil alma &#8211; Der Ruhm in einer edlen Seele<\/em> immens. Mit gro\u00dfer Virtuosit\u00e4t und Ausdauer k\u00e4mpft er sich durch die Bravourarie und bekommt seinen tosenden Applaus zu Recht! <strong>Christian Miedls <\/strong>Rolle als Ormonte trifft den rauen Ton des kriegerischen Adjutanten sehr gut. Kurze Koloraturen und stolpernde Achtelgruppen in seiner Arie <em>T\u2019appresta forse amore &#8211; Vielleicht dr\u00e4ngt dich die Liebe<\/em> schlie\u00dfen sich in seiner Interpretation an diesem Abend zu einem mannigfaltigen Gesamtbild musikalischer Darbietung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4ndels Idee einer ernsten Situation, die an gezielten Stellen ins Komische verf\u00e4llt, weicht zugunsten einer v\u00f6lligen Ironisierung der Protagonisten. Vor allem das B\u00fchnenbild distanziert sich stark vom eigentlichen B\u00fchnengeschehen und l\u00e4\u00dft dem Betrachter beim Interpretieren gro\u00dfe Freiheiten.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Gideon Poppe (Emilio), Valer Barna-Sabadus (Armindo), Polina Pasztircs\u00e1k (Partenope), Karolina Gumos (Rosmira), Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oper von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1758), Libretto: Silvio Stampiglia nach einer Vorlage von 1699 UA: 24. 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