{"id":2536,"date":"2011-02-17T09:48:51","date_gmt":"2011-02-17T08:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2536"},"modified":"2011-02-21T09:52:20","modified_gmt":"2011-02-21T08:52:20","slug":"die-tote-stadt-regensburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2536","title":{"rendered":"DIE TOTE STADT &#8211; Regensburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), Oper in drei Bildern, Libretto: E. W. Korngold und Paul Schott, UA: 1920, Hamburg und K\u00f6ln<\/p>\n<p>Regie: Ern\u00f6 Weil, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Karin Fritz<\/p>\n<p>Dirigent: Tetsuro Ban, Philharmonisches Orchester Opernchor Regensburg, Cantemus Kinderchor, Choreinstudierung: Christoph Heil<\/p>\n<p>Solisten: Wolfgang Schwaninger (Paul), Allison Oakes (Marietta\/Marie), Adam Kruzel (Frank), Jasmin Etezadzadeh (Brigitta), Gesche Geier (Juliette), Misaki Ono (Lucienne), Cameron Becker (Victorin), Seymur Karimov (Fritz), Michael Berner (Graf Albert)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Februar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Regensburg-Tote-Stadt.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2537\" title=\"Regensburg-Tote-Stadt\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Regensburg-Tote-Stadt.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Regensburg-Tote-Stadt.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Regensburg-Tote-Stadt-300x214.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In der \u201eToten Stadt\u201c Br\u00fcgge lebt Paul zur\u00fcckgezogen nach dem Tod seiner Frau Marie. Unversehens begegnet er der T\u00e4nzerin Marietta, die eine auffallende \u00c4hnlichkeit mit Pauls verstorbener Frau hat. Auf Maries Laute begleitet sich Marietta beim ber\u00fchmten Lied <em>Gl\u00fcck, das mir verblieb<\/em> und durch ihren verf\u00fchrerischen Tanz verschwimmen f\u00fcr Paul Wirklichkeit und Traum zu einer Vision. Am Abend verl\u00e4\u00dft Marietta, von Liebhabern umschw\u00e4rmt, das Theater und alle spielen die diabolische Nonnenerweckung aus Giacomo Meyerbeers Oper <em>Robert le Diable<\/em>. Paul beobachtet die Szene, springt pl\u00f6tzlich herbei und beschuldigt Marietta der Gottlosigkeit. Marietta folgt Paul in sein Haus zum Kampf gegen den geisterhaften Schatten der toten Marie. Sie w\u00e4hnt sich als Siegerin \u00fcber die tote Rivalin, tanzt mit einer \u201eReliquie\u201c, einer Haarflechte der verstorbenen Marie, bis Paul sie in h\u00f6chster Erregung erdrosselt. Paul erwacht aus seiner Vision und beschlie\u00dft, Br\u00fcgge zu verlassen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Mythos einer toten Stadt wird von Anfang an zelebriert: Das dunkle Zimmer wird von einem \u00fcberdimensionalen plastischen Gem\u00e4lde Maries beherrscht. Trauerbilder umrahmen den Lehnsessel Pauls und die mit schwarzem Samt verh\u00fcllte Vitrine mit der Locke Maries. Nachdem Marietta gegangen ist, f\u00e4hrt ein Gazevorhang herunter und Pauls Traumsequenz beginnt. In der durch den Vorhang verkl\u00e4rten Optik steigen nun die Monster der toten Stadt auf, nachempfunden aus den Bildern des j\u00fcngsten Gerichtes fl\u00e4mischer Renaissance-Maler. Auch die Nonnenerweckung oder der Auftritt der Clowns und T\u00e4nzer werden traumatisch \u00fcberzeichnet. Marietta kehrt zur\u00fcck, der Gazevorhang hebt sich, die D\u00e4monen des Traums sind verschwunden. Paul will der toten Stadt den R\u00fccken kehren.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein Rollendeb\u00fct steht im Mittelpunkt des Interesses. Von weither kamen die Stimmenfetischisten, denn ein neuer S\u00e4nger in der Rolle des Paul war vielen eine Reise wert. <strong>Wolfgang Schwaninger<\/strong> ist ein Heldentenor der alten Schule. Obwohl als indisponiert angek\u00fcndigt, stellte er alle zufrieden mit voll ausgesungenen Phrasierungen und erreichte auch in <em>Gl\u00fcck, das mir verblieb<\/em>, die strahlenden hohen T\u00f6ne m\u00fchelos, auch wenn er relativ leise sang und von dem hohen Tempo profitierte, das Tetsuro Ban vorgab. Wobei das hohe Tempo allenfalls in einigen Passagen auffiel, denn das Philharmonische Orchester meistert das schwierige St\u00fcck mit Bravour, die sp\u00e4tromantischen und impressionistischen Klangfarben kamen klar zur Geltung und die dargestellten Gef\u00fchlswelten brachten die Zuschauer in Wallung. Besonders zu erw\u00e4hnen, da\u00df die Nonnenerweckung und der Auftritt der Tanzgruppe vollst\u00e4ndig gespielt wurde. Solide pr\u00e4pariert war der Chor unter <strong>Christoph Heil<\/strong>, der ein wenig unter der \u00dcbertragung aus dem Chorsaal litt \u2013 besonders erw\u00e4hnenswert der <strong>Cantemus Kinderchor<\/strong>, der glockenklar, hell und rein intonierte. <strong>Allison Oakes<\/strong> h\u00e4lt sich ebenso gut wie Paul in den genauso extremen Lagen der Doppelrolle von Marietta\/Marie. Allerdings setzt sie ihren schweren Sopran mit zuviel Kraft ein, und so enden viele Koloraturen in unsch\u00f6ner Sch\u00e4rfe. W\u00e4hrend <strong>Adam Kruzel<\/strong> (Frank) schon in der Mittellage zum heftigen Tremolieren neigt und deutliche Probleme in den H\u00f6hen hat, kann <strong>Seymur Karimov<\/strong> (Fritz) als Heldenbariton mit viel Durchschlagskraft aufwarten. Seine eloquente Beredsamkeit und Einf\u00fchlsamkeit kann er mit <em>Mein Sehnen, mein W\u00e4hnen<\/em> unter Beweis stellen. <strong>Jasmin Etezadzadeh<\/strong> legt viel H\u00e4rte und Nachdruck in die Rolle der Brigitta, zeigt aber dadurch bei den Tonspr\u00fcngen manche Ungenauigkeiten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Donnernder Jubel im allgemeinen und hysterischer Jubel f\u00fcr das Rollendeb\u00fct von Wolfgang Schwanninger als Paul im besonderen \u2013 das ist der Dank des Publikums f\u00fcr das Wagnis an einem kleineren Opernhaus, ein solch schwieriges Werk aufzuf\u00fchren. Der Mut des Intendanten Ern\u00f6 Weil hat sich ausgezahlt, denn diese grandiose Produktion (fast ohne Striche!) ist ein Meilenstein f\u00fcr das Theater Regensburg und f\u00fcr Wolfgang Schwaninger. Unbedingt ansehen, da keine Wiederaufnahme in der n\u00e4chsten Spielzeit!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Juliane Zitzlsperger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Marietta (Allsison Oakes) spielt Paul (Wolfgang Schwaninger) ein St\u00e4ndchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), Oper in drei Bildern, Libretto: E. W. 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