{"id":2500,"date":"2011-02-08T22:49:22","date_gmt":"2011-02-08T21:49:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2500"},"modified":"2011-02-21T09:58:05","modified_gmt":"2011-02-21T08:58:05","slug":"tannhauser-und-der-sangerkrieg-auf-wartburg-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2500","title":{"rendered":"TANNH\u00c4USER UND DER S\u00c4NGERKRIEG AUF WARTBURG &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 1845 Dresden<\/p>\n<p>Regie: Harry Kupfer, B\u00fchne: Hans Schavernoch, Kost\u00fcme: Yan Tax, Licht: Elfried Roller, Hans Toelstede, Video-Design: Peer Engelbracht und Christopher Lensing, Choreographie: Philippe Egli<\/p>\n<p>Dirigent: Ingo Metzmacher, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Extraballett, Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli, Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Alfred Muff (Landgraf Hermann), Peter Seiffert (Tannh\u00e4user), Michael Volle (Wolfram), Christoph Strehl (Walther), Valeriy Murga (Biterolf), Michael Laurenz (Heinrich der Schreiber), Tomasz Slawinski (Reinmar), Nina Stemme (Elisabeth), Vesselina Kasarova (Venus), Camille Butcher (junger Hirt)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Februar 2011 (B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Z\u00fcrich-Tannh\u00e4user.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2501\" title=\"Z\u00fcrich-Tannh\u00e4user\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Z\u00fcrich-Tannh\u00e4user.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"229\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Z\u00fcrich-Tannh\u00e4user.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Z\u00fcrich-Tannh\u00e4user-300x196.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Tannh\u00e4user lebt bei der Liebesg\u00f6ttin Venus im Genu\u00df paradiesischen Vergn\u00fcgens. Dennoch bekommt er Sehnsucht nach dem irdischen Leben unter den Menschen. F\u00fcr die G\u00f6ttin singt er, aber seine Sehnsucht w\u00e4chst. Nach seiner Anrufen Marias ist der Venusberg verschwunden, Hirtenmusik und Pilgergesang sind zu h\u00f6ren. Bald treffen ihn seine fr\u00fcheren Freunde und Rivalen. Als Elisabeth Tannh\u00e4user wieder sieht, ist ihre Trauer verschwunden. Sie ist ihm in stiller Liebe zugetan. In seiner Abwesenheit hatte sie den Kreis der S\u00e4nger gemieden. Der Landgraf versucht, sie mit einem S\u00e4ngerwettstreit \u00fcber die Liebe zu erfreuen. Tannh\u00e4user h\u00e4lt sich nicht zur\u00fcck und singt aber schlie\u00dflich sein Lob der G\u00f6ttin Venus. Das ver\u00e4rgert die anderen sehr. Nur eine Pilgerfahrt nach Rom kann ihn nun vor deren Zorn retten. Elisabeth wartet auf seine R\u00fcckkehr. Die Pilger kehren zur\u00fcck, nur Tannh\u00e4user ist nicht unter ihnen. Sie beschlie\u00dft, sich f\u00fcr sein Seelenheil zu opfern. Tannh\u00e4user, der sp\u00e4ter als die anderen Pilger zur\u00fcckkommt, stirbt erl\u00f6st, als er den Leichnam Elisabeths sieht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne wird von Licht belebt, sie ist zu Beginn ein nur leerer Raum, der mit einem Bett ausgestattet ist. Mit bewegter Choreographie, rotem Licht und anderen Mitteln wird der Venusberg als Nachtclub dargestellt. Verschiebbare metallische W\u00e4nde ver\u00e4ndern den Raum und erm\u00f6glichen \u00dcberraschungseffekte. Die Kost\u00fcme sind zeitgen\u00f6ssisch, wie auch die Interpretation des ganzen Werkes. Die Schalmei des jungen Hirten wird von einer Krankenpflegerin gespielt. Die R\u00fcckkehr Tannh\u00e4users in die Menschenwelt f\u00fchrt ihn auf einen Golfplatz. Zum S\u00e4ngerwettstreit wird die B\u00fchne in einen Konzertsaal verwandelt: Die Zuschauer nehmen Platz auf durchsichtigen St\u00fchlen, ein Konzertfl\u00fcgel ist in der Mitte, Fernsehkameras werden aufgefahren, links und rechts stehen St\u00fchle f\u00fcr die Adligen. Die Pilger treffen im dritten Aufzug am Bahnhof ein. Zwei Gleise mit fahrenden Z\u00fcgen und eine Dachkonstruktion des Bahnhofes sind zu sehen. Die Farbe Grau dominiert die letzten Szenen, wobei der Auftritt der Venus in Rot erfolgt. Elisabeth wird in einem Sarg aus Glas vorbeigetragen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester der Oper Z\u00fcrich spielte mit weichem Klangflu\u00df. Metzmachers Interpretation war dynamisch \u00e4u\u00dferst vielschichtig. Die Ch\u00f6re klangen breit und vibrato-gef\u00e4rbt, ein sch\u00f6nes Klangerlebnis bescherten ihre Auftritte hinter der B\u00fchne. Besondere Klangst\u00e4rke entwickelte der Chor der \u00e4lteren Pilger nach Wolframs<em> Wohl wu\u00dft\u00b4 ich hier sie im Gebet zu finden<\/em> (3. Aufzug).<em> <\/em>Das gesamte S\u00e4ngerensemble sang deutlich artikuliert, so da\u00df man die \u00dcbertitel kaum ben\u00f6tigte, es harmonierte darstellerisch wie auch klanglich vorz\u00fcglich miteinander. Die kraftvollen Stimmen der Solisten pa\u00dften gut zueinander. Der emotional und musikalisch fein nuancierende <strong>Peter<\/strong> <strong>Seiffert<\/strong> (Tannh\u00e4user) konnte sich problemlos \u00fcber dem Orchesterklang behaupten, die dynamische Variabilit\u00e4t seiner Stimme konnte er z.B. bei dem zarten Pianissimoeinsatz in dem <em>O Walther, der du also sangest<\/em> vorf\u00fchren (2. Aufzug). <strong>Nina<\/strong> <strong>Stemme<\/strong> (Elisabeth) zeigte meisterhafte dynamische Zur\u00fcckhaltung in ihrem Gebet im 3. Aufzug. Die dunkle Tiefe von <strong>Alfred<\/strong> <strong>Muff<\/strong> (Hermann) klang stets rund und angenehm. Die scharfen und agilen Koloraturen in <em>Willkommen, ungetreuer Mann<\/em> (3. Aufzug) von <strong>Vesselina<\/strong> <strong>Kasarova<\/strong> (Venus) verdienen besondere Beachtung. Ihre energische, dunkle Stimme durchdrang den Raum. Klangstark zeigte sich auch <strong>Michael<\/strong> <strong>Volle<\/strong> (Wolfram), doch seine Gef\u00fchle f\u00fcr Elisabeth versteckte er.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><em>Tannh\u00e4user<\/em> wird in dieser Z\u00fcricher Produktion stark modernisiert inszeniert, mit einem direkten Bezug auf die heutige Gesellschaft. M\u00f6glicherweise flie\u00dft die derzeitige Diskussion \u00fcber den Z\u00fcrcher Stra\u00dfenstrich hier hinein. Der erste Aufzug spielte man nach der Pariser Fassung von 1861, die anderen Aufz\u00fcgen nach der Dresdener Fassung. Das Publikum w\u00fcrdigte die Produktion ausgiebig mit langem Beifall.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt den S\u00e4ngerwettstreit mit Elisabeth (ganz links)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813\u20131883), Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 1845 Dresden Regie: Harry Kupfer, B\u00fchne: Hans Schavernoch, Kost\u00fcme: Yan Tax, Licht: Elfried Roller, Hans Toelstede, Video-Design: Peer Engelbracht und Christopher Lensing, Choreographie: Philippe Egli Dirigent:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2500\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[104],"tags":[],"class_list":["post-2500","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zurich-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2500"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2500\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2541,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2500\/revisions\/2541"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2500"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2500"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}