{"id":2490,"date":"2011-01-30T22:26:27","date_gmt":"2011-01-30T21:26:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2490"},"modified":"2011-02-21T10:03:10","modified_gmt":"2011-02-21T09:03:10","slug":"werther-magdeburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2490","title":{"rendered":"WERTHER &#8211; Magdeburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet (1842-1912), Lyrisches Drama in vier Akten, Libretto: Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman <em>Die Leiden des jungen Werther<\/em> von Johann Wolfgang von Goethe, UA: 16. Februar 1892, Wien, Hofoper<\/p>\n<p>Regie: Walter Sutcliffe, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Kaspar Glarner, Dramaturgie: Ulrike Schr\u00f6der<\/p>\n<p>Dirigent: Rudolf Piehlmayer, Magdeburgische Philharmonie<\/p>\n<p>Solisten: Iagos Ramos (Werther), Mario Solimene (Albert), Lucia Cervoni (Charlotte), Julie Martin du Theil (Sophie), Paul Skretis (Amtmann), Chan Young Lee (Schmidt), Wolfgang Klose (Johann), Marie Neumann (Marie), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Januar 2011 (Premiere, in franz\u00f6sischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Magdeburg-Werther.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2491\" title=\"Magdeburg-Werther\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Magdeburg-Werther.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"253\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Magdeburg-Werther.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Magdeburg-Werther-300x216.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Werther hat sich in die \u00e4lteste Tochter des Amtmanns, Charlotte, verliebt. Diese \u00fcbernimmt seit dem Tod ihrer Mutter die Erziehung ihrer j\u00fcngeren Geschwister. Sie kann Werthers Liebe nicht erwidern, da sie ihrer Mutter auf dem Sterbebett versprochen hat, Albert zu heiraten. Nachdem Werther ihr seine Gef\u00fchle gestanden hat, schickt sie ihn fort und heiratet Albert. Ungl\u00fccklich und schwerm\u00fctig liest sie immer wieder Werthers Briefe. Als dieser zu Weihnachten zur\u00fcckkehrt, geben sie sich gemeinsamen Erinnerungen hin. Doch Werther darf nicht bleiben und l\u00e4\u00dft durch einen Boten um Alberts Waffen f\u00fcr seine Reise bitten. Tats\u00e4chlich plant er jedoch seinen Selbstmord. Charlotte ahnt Werthers Vorhaben, eilt ihm nach und findet ihn t\u00f6dlich verwundet. Mit ihrem Gest\u00e4ndnis, ihn immer geliebt zu haben, stirbt er.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Entsprechend der sich immer mehr in die Tiefe schraubenden Entwicklung des Librettos wandern auch die Handlungsorte von au\u00dfen nach innen. Das musikalische Ger\u00fcst des Werkes besteht aus den vier gro\u00dfen Duetten von Werther und Charlotte, die auf die vier Akte verteilt sind, die wiederum vier sich intensivierende Stadien des Dramas an vier unterschiedlichen Orten wiedergeben. Die erste H\u00e4lfte der Oper ist nach Art eines Adventskalenders inszeniert. Auf einer senkrecht stehenden schwarzen Wand \u00f6ffnet sich bei der Ouvert\u00fcre die erste T\u00fcr, und in den ersten zwei Akten geben weitere T\u00fcren den Blick auf spielzeugartig wirkende Szenen frei. So tauchen z.B. das H\u00e4uschen der Familie mit Vorgarten und sp\u00e4ter das Dorf mit dem Wirtshaus auf. Im dritten Akt sieht man Charlottes karg eingerichtete Stube und im vierten etliche Spiegel, von denen die Sterbeszene verdoppelt wird. Zwischen den Spiegeln bewegen sich Doppelg\u00e4nger von Charlotte und Werther und andere Personen. Alle S\u00e4nger, auch die Kinder, tragen historische Kost\u00fcme.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Die Magdeburger Philharmonie schl\u00e4gt unter der Leitung von Rudolf Piehlmayer einen durchsichtigen Klang an. \u00dcber einem Klangteppich von Streicher- oder Paukentremolos erheben sich immer wieder die sehnsuchtsvollen und wehm\u00fctigen Bl\u00e4serstimmen, die allerdings auch in Bedrohlichkeit und Verzweiflung umschlagen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Hauptrolle des an seiner unerwiderten Liebe verzweifelnden Werthers ist <strong>Iagos Ramos<\/strong><\/p>\n<p>eine gute Wahl. Mit seinen stimmlich weitgreifenden Ausdrucksm\u00f6glichkeiten, von der leisen Klage bis zur tiefen Verzweiflung, verleiht er der Figur \u2013 wenn auch mehr musikalisch als darstellerisch \u2013 Glaubw\u00fcrdigkeit. <strong>Lucia Cervoni <\/strong>kann die vor allem zu Beginn unschuldig-pflichtbewu\u00dfte und m\u00fctterlich wirkende Charlotte gut spielen. Sie singt ihren Part \u00fcberzeugend, wobei der H\u00f6hepunkt im dritten Akt liegt <em>Va! Laisse couler mes larmes \u2013 Ja! La\u00df meine Tr\u00e4nen flie\u00dfen<\/em> als sie ihre nicht zu verwirklichende Liebessehnsucht erkennen mu\u00df und der Klang des Altsaxophons ihre unendlich gro\u00dfe Traurigkeit unterstreicht. <strong>Julie Martin du Theil <\/strong>(Sophie) ist ein heiteres Gegenbild zu ihrer schwerm\u00fctigen Schwester, aufmerksam und wachsam, mit hellem Sopran, intonationssicher, wenn auch etwas zu leise singend. <strong>Mario Solimene <\/strong>wirkt als Charlottes Ehemann Albert eher etwas unbeholfen als mi\u00dftrauisch und eifers\u00fcchtig. Manchmal klingt seine sonst angenehme Baritonstimme in der Tiefe etwas gedr\u00fcckt. <strong>Paul Skretis<\/strong> (Amtmann) gibt mit <strong>Chan Young Lee<\/strong> (Schmidt) und <strong>Wolfgang Klose<\/strong> (Johann) dem St\u00fcck Lokalkolorit. Der kleine Kinderchor trifft mit der mehrfach auftauchenden Weihnachtsmelodie die jeweilige Gef\u00fchlslage.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Lehrst\u00fcck \u00fcber die Liebe mit der nicht mehr zu korrigierende Entscheidung f\u00fcr den falschen Ehepartner wurde entsprechend der Absicht des Librettisten Paul Milliet, demzufolge ein Opernsujet einfach und unmittelbar sein solle, umgesetzt. Den Musikern gelang es, diese Geschichte menschlicher Leidenschaft stimmlich und instrumental ausdrucksstark wiederzugeben. Es war insgesamt eine runde, sich im Dramatischen konsequent steigernde Auff\u00fchrung mit viel Applaus, durchsetzt mit einigen Bravos f\u00fcr das ungl\u00fcckliche Liebespaar.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: Andreas Lander<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Iagos Ramos (Werther) und Lucia Cervon (Charlotte)<\/p>\n<p>Charlotte weist Werther erneut zur\u00fcck, woraufhin er endg\u00fcltig seinen Tod beschlie\u00dft<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jules Massenet (1842-1912), Lyrisches Drama in vier Akten, Libretto: Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe, UA: 16. 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