{"id":2478,"date":"2011-02-01T18:30:58","date_gmt":"2011-02-01T17:30:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2478"},"modified":"2011-02-21T10:03:37","modified_gmt":"2011-02-21T09:03:37","slug":"francesca-da-rimini-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2478","title":{"rendered":"FRANCESCA DA RIMINI &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Riccardo Zandonai,\u00a0 Oper in vier Akten (f\u00fcnf Bildern), Libretto: Tito Ricordi, nach der gleichnamigen Trag\u00f6die von Gabriele D\u2019Annunzio, EA: 19. Februar, 1914 Turin, Teatro Regio<\/p>\n<p>Regie: Giancarlo del Monaco, B\u00fchne: Carlo Centolavigna, Kost\u00fcme: Maria Filippi, Licht: Heinz Rudolf Kunz,\u00a0 Choreinstudierung: Patrick-Marie Aubert<\/p>\n<p>Dirigent: Daniel Oren, Orchester und Chor der Op\u00e9ra National de Paris<\/p>\n<p>Solisten: Svetla Vassileva (Francesca), Louise Callinan (Samaritana), Wojtek Smilek (Ostasio), George Gadnidze (Giovanni der Lahme), Roberto Alagna (Paolo der Sch\u00f6ne), William Joyner (Malatestino der Ein\u00e4ugige), Grazia Lee (Biancofiore), Manuela Bisceglie (Garsenda), Carol Garcia (Adonella), Andrea Hill (Altichiara), Cornelia Oncioiu (La Schiava), Alexandre Kravets (Ser Toldo Berardengo), Yuri Kissin (Il Giullare), Alexandre Duhamel (Il Torrigiano), Nicolas Marie (Il Balestriere), Ook Chung (La Voce del Prigionniero)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Paris-Francesca.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2479\" title=\"Paris-Francesca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Paris-Francesca.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Paris-Francesca.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Paris-Francesca-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Schatten von Tristan und Isolde schweben \u00fcber der ganzen Handlung. In der Burg der Polenta in Ravenna\u00a0 ist aus politischen Gr\u00fcnden die Verm\u00e4hlung Francescas mit einem der S\u00f6hne der Malatesta aus Rimini beschlossen worden. Da jedoch der Br\u00e4utigam Giovanni h\u00e4\u00dflich und lahm ist, spiegelt man der Braut vor, da\u00df sie sich mit Giovannis sch\u00f6nem Bruder Paolo verm\u00e4hlen werde, der als Brautwerber auftritt. Francesca ist entz\u00fcckt. Als sie den Betrug entdeckt, ist ihre Liebe zu Paolo umso tiefer, da er an dem Betrug unschuldig ist. Sie betet um ihn w\u00e4hrend des Kampfes gegen die Ghibellinen und vergeht vor Sehnsucht in seiner Abwesenheit. Als er einige Monate sp\u00e4ter zur\u00fcckkehrt und sie leidenschaftlich umwirbt, kann sie ihm nicht widerstehen. Der ha\u00dferf\u00fcllte Malatestino unterrichtet seinen Bruder Giovanni \u00fcber das Liebesverh\u00e4ltnis Paolos und Francescas. Als die Liebenden den Bruder abwesend w\u00e4hnen und sich heimlich treffen, dringt Giovanni pl\u00f6tzlich in Francescas Schlafgemach ein und t\u00f6tet beide.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Gabriele D\u2019Annunzio (sogar als Totenmaske auf dem gro\u00dfen Vorhang), Elenore Duse, der italienische Jugendstil, das Mittelalter und die Renaissance sind allgegenw\u00e4rtig in Dekor und Kost\u00fcmen. So spielt der erste Akt, romantisch-sommerlich, in einem \u00fcppig-bl\u00fchenden Park mit Palmen und s\u00fcdlicher Vegetation, im Stil der <em>Belle \u00c9poque.<\/em> In den folgenden Akten, sind die Gem\u00e4cher in der Burg der Malatesta in einer gelungenen Mischung aus Neo-Renaissance und Jugendstil gehalten, mit Kost\u00fcmen, die teils von der <em>Belle \u00c9poque,<\/em> teils von Mittelalter oder von der Renaissance inspiriert sind. Nur im zweiten Akt f\u00e4llt das Schiff, aus dessen sich \u00f6ffnendem Bug der lahme Giovanni im Rollstuhl herausgeschoben wird, als einziges Element aus dem Rahmen einer sonst recht einheitlichen Inszenierung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Svetla Vassileva<\/strong>s (Francesca) klare Sopranstimme bleibt auch in hohen Lagen makellos. <strong>Roberto Alagna<\/strong>s klangvoller Heldentenor ergibt einen leidenschaftlichen Paolo. Sie sind in den lyrischen wie in dramatischen Szenen ein ergreifendes, von keimender Liebe, von Zweifeln und von Vorahnungen verfolgtes Paar, keimende Liebe im dramatischen Schlachtenduett im zweiten Akt <em>Date il Segno. No temete de mi, Paolo,<\/em> Zerrissenheit im wundervollen Liebesduett im dritten Akt <em>Benvenuto, signore mio cognato,<\/em> sowie Todesahnungen im Schlu\u00dfduett im vierten Akt <em>O mia vita, non fu mai tanto folle il desiderio mio di te. <\/em><\/p>\n<p>Der kraftvolle Bariton <strong>George Gagnidze<\/strong>s (Giovanni) und der raue Tenor<strong> William Joyner<\/strong>s (Malatestino) gepaart mit einer glaubhaften schauspielerischen Leistung treten in der brutal-perversen Streitszene im vierten Akt. <em>Ecco, vengo<\/em> besonders wirksam in Erscheinung<em>.<\/em><\/p>\n<p>Es bezaubern die Szenen reinen weiblichen Gesangs, von denen der Abschied Francescas von ihrer Gef\u00e4hrtin Biancafiore im vierten Akt (bezaubernd gesungen von Grazia Lee) <em>O Biancafiore, piccola tu sei! <\/em>besonders z\u00e4rtlich ist. Auch seien die oft unsichtbaren Frauench\u00f6re erw\u00e4hnt, die immer wieder die jeweilige Stimmung der Handlung wirksam unterstreichen. In den Ensembleszenen f\u00e4llt keine Stimme aus dem hohen musikalischen Rahmen.<\/p>\n<p><strong>Daniel Oren<\/strong> leitet das Orchestre de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris nuanciert durch die reichhaltige Partitur.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wieder hat <strong>Nicolas Jo\u00ebl <\/strong>ein gro\u00dfes Werk des fr\u00fchen 20. Jahrhundert zum ersten Mal in der Pariser Oper zur Auff\u00fchrung gebracht. Es ist das Hauptwerk eines Komponisten, der in Frankreich fast v\u00f6llig unbekannt ist (in Deutschland \u00fcbrigens auch!). Wohl glaubt man immer wieder Wagner, manches Mal auch Puccini aus seiner Musik herauszuh\u00f6ren, aber letztlich ist es doch das eigenst\u00e4ndige Werk eines Vertreters der \u201eNeuen Musik\u201c Italiens, der seine eigenen neuen, sinnlichen Klangfarben durchgesetzt hat. Es war ein denkw\u00fcrdiger Premierenabend!<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Mirco Magliocca \/ Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Roberto Alagna (Paolo der Sch\u00f6ne), Svetla Vassileva (Francesca)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Riccardo Zandonai,\u00a0 Oper in vier Akten (f\u00fcnf Bildern), Libretto: Tito Ricordi, nach der gleichnamigen Trag\u00f6die von Gabriele D\u2019Annunzio, EA: 19. 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