{"id":247,"date":"2008-03-31T23:49:21","date_gmt":"2008-03-31T21:49:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=247"},"modified":"2008-03-31T23:49:21","modified_gmt":"2008-03-31T21:49:21","slug":"dortmund-theater-the-rake%c2%b4s-progress","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=247","title":{"rendered":"Dortmund Theater &#8211; THE RAKE\u00b4S PROGRESS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Igor Strawinsky, Oper in drei Akten  Dichtung: Wystan Hugh Auden und Chester Kallman, UA: Venedig, 11. September 1951.<br \/>\nRegie: Roland Schwab, B\u00fchnenbild: Piero Vinciguerra, Kost\u00fcme: Ren\u00e9e Listerdal Dramaturgie: Verena Harzer<br \/>\nDirigent: Jac van Stehen, Dortmunder Philharmoniker, Choreinstudierung: Granville Walker<br \/>\nSolisten: Jeff Martin (Tom Rakewell), Simon Neal (Nick Shadow), Lydia Skourides (Ann Trulove), Vidar Gunnarsson (Trulove), Ji Young Michel (Mutter Goose), Hannes Brock (T\u00fcrkenbab), Tansel Akzeybek (Sellem, der Auktionator), Georg Kirketerp (W\u00e4rter des Irrenhauses), Opernchor des Theater Dortmund, Statisterie des<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 30. M\u00e4rz 2008, Premiere<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"the-rakes-progress.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/the-rakes-progress.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"the-rakes-progress.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/the-rakes-progress.jpg\" \/><\/a>Der Lebemann Tom Rakewell sieht nicht ein, warum er sich in das Leben einpassen soll, das sein zuk\u00fcnftiger Schwiegervater f\u00fcr ihn entworfen hat. Angespornt von Nick Shadow, der ihn durch eine angebliche Erbschaft nach London lockt um ihn fortan als d\u00e4monischer Gef\u00e4hrte auf Abwege zu bringen, die schlie\u00dflich in Elend und Verderben enden, verl\u00e4\u00dft er seine Verlobte Ann Trulove. Als zu guter Letzt nur noch ein teuflisches Kartenspiel seine Seele retten kann, bewahrt die selbstlose Liebe von Ann Trulove Tom Rakewell davor, seine Seele zu verlieren. Doch schafft es Nick Shadow, ihn mit Wahnsinn zu beschlagen. Strawinsky verarbeitete hier die Geschichte, die bereits 1735 in einer Kupferstichserie des englischen Malers William Hogarth in England erschien.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Vorhang \u00f6ffnet sich in einem perfekten Zusammenspiel mit dem Orchester. Es zeigt sich eine B\u00fchnenkonstruktion aus achtzehn gro\u00dfen fensterartigen Aussparungen, die jeweils in drei Etagen mit je drei Aussparungen einen in der Mitte gelegenen, gro\u00dfen, runden B\u00fchnentunnel einfassen. Darin schwelgen Tom Rakewell (<strong>Jeff Martin<\/strong>) und Ann Trulove (<strong>Lydia Skourides<\/strong>) in ihrem Liebesgl\u00fcck.<br \/>\nDie Inszenierung durch <strong>Roland Schwab<\/strong> macht aus Strawinskys letztem Werk seiner neoklassizistischen Phase ein Theaterst\u00fcck, das den Publikumsraum integriert. So agieren die Akteure teilweise von verschiedenen Publikumslogen aus und der Chor kommt seitens der Publikumseing\u00e4nge auf die B\u00fchne. Obwohl die B\u00fchnenkonstruktion erst sehr sp\u00e4t wechselt, verschafft sie durch stetig neue Licht- und Farbenspiele, die harmonisch dem Konzept und dem Klang angepa\u00dft sind, neue Eindr\u00fccke. Die sinnbildliche Zerrissenheit von Ann Trulove, ob sie ihrem Tom nach London nachreisen soll, stellt Roland Schwab durch f\u00fcnf identisch aussehende Anns dar, die auf der B\u00fchne an Ann Truelove hin- und herzerren.<br \/>\nZu der gut gemachten Inszenierung gesellen sich sehr gute Gesangsstimmen. Ohne Zweifel ist die Tenorstimme von Jeff Martin (<strong>Tom Rakewell<\/strong>) zuerst zu nennen. Er sang den gr\u00f6\u00dften Teil in dieser Oper und meisterte dies wirklich vortrefflich. Seine Stimme ist klar, kr\u00e4ftig und von gleichbleibender Brillanz. Ebenso beeindruckend ist auch sein schauspielerisches Agieren \u2013 ein wahrer Genu\u00df f\u00fcr Auge und Ohr. Der Bariton Simon Neal (<strong>Nick Shadow<\/strong>) stellt mit seiner Gesangsleistung einen w\u00fcrdigen Gegenpart zu Jeff Martin dar. Er \u00fcberzeugt durch eine kr\u00e4ftige, volumin\u00f6se Stimme. <strong>Hannes Brock<\/strong> (T\u00fcrkenbab) hat sich trotz einer schweren Indisposition bereit erkl\u00e4rt, die Tenorpartie der T\u00fcrkenbab zu singen, um die Premiere nicht zu gef\u00e4hrden und macht dies mit Bravour. Die Sopranistin <strong>Lydia Skourides<\/strong> (Ann Trulove) \u00fcberzeugt als S\u00e4ngerin ebenso wie als Akteurin. Ihre gemeinsamen Arien mit Jeff Martin sind ein harmonisches Klangerlebnis.<br \/>\n<strong>Gidar Gunnarsson<\/strong> (Trulove), <strong>Ji Young Michel<\/strong> (Mutter Goose), <strong>Tansel Akzeybek<\/strong> (Auktionator) und <strong>Georg Kirketerp<\/strong> (W\u00e4rter des Irrenhauses) gl\u00e4nzten als S\u00e4nger wie als Akteure. Der Opernchor beeindruckte mit den Vokaleinlagen und sorgte gemeinsam mit der Statisterie f\u00fcr ein ausgewogenes, buntes Gesamtbild.<br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Jac van Steen<\/strong> spielte rhythmisch wie melodisch perfekt und beeindruckte mit fein abgestimmtem Zusammenspielen zwischen B\u00fchnenakteuren und Orchestereins\u00e4tzen. Der Einsatz eines Cembalos ist f\u00fcr dieses Werk Strawinskys nat\u00fcrlich ein Mu\u00df und wird hier von <strong>Alexandra Goloubitskaia<\/strong> sehr gut bewerkstelligt<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nInsgesamt eine sehr gelungene Inszenierung mit ausgezeichneten Solisten und einem auf allen Ebenen hervorragenden Orchester. Eine Opernvorstellung, die sehr zu empfehlen ist und Genu\u00df f\u00fcr Augen und Ohren bietet.<\/p>\n<p>Britta Wandschneider<br \/>\nDas Bild zeigt Simon Neal (Nick Shadow), Jeff Martin (Tom Rakewell) und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Igor Strawinsky, Oper in drei Akten Dichtung: Wystan Hugh Auden und Chester Kallman, UA: Venedig, 11. September 1951. Regie: Roland Schwab, B\u00fchnenbild: Piero Vinciguerra, Kost\u00fcme: Ren\u00e9e Listerdal Dramaturgie: Verena Harzer Dirigent: Jac van Stehen, Dortmunder Philharmoniker, Choreinstudierung: Granville Walker<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=247\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,1],"tags":[],"class_list":["post-247","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dortmund-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/247","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=247"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/247\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=247"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=247"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=247"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}