{"id":2456,"date":"2011-01-23T22:23:13","date_gmt":"2011-01-23T21:23:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2456"},"modified":"2011-01-30T22:26:05","modified_gmt":"2011-01-30T21:26:05","slug":"salome-kiel-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2456","title":{"rendered":"SALOME &#8211; Kiel, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Musikdrama in einem Aufzug, Libretto: Oscar Wilde, in der deutschen \u00dcbertragung von Hedwig Lachmann; UA: 9. Dezember 1905 Dresden<\/p>\n<p>Regie: Silvana Schr\u00f6der, Ausstattung und Video: Andreas Auerbach, Dramaturgie: Ulrich Frey<br \/>\nDirigent: Georg Fritzsch, Philharmonisches Orchester Kiel<\/p>\n<p>Solisten: Ks. Wolfgang Schmidt (Herodes), Daniela Denschlag (Herodias), Agnieszka Hauzer (Salome), Ralf Lukas (Jochanaan), Yoonki Baek (Narraboth) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Kiel-Salome.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2457\" title=\"Kiel-Salome\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Kiel-Salome.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"238\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Kiel-Salome.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Kiel-Salome-300x204.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die sch\u00f6ne Prinzessin Salome entflieht dem Bankett ihres Stiefvaters Herodes, der ihr aufdringliche Blicke zuwirft. Drau\u00dfen trifft sie auf Narraboth, der f\u00fcr die Prinzessin schw\u00e4rmt. Doch Salomes einziges Interesse gilt dem in einer Zisterne gefangenen Propheten Jochanaan. Sie nutzt Narraboths Verliebtheit, so da\u00df dieser die Zisterne trotz des Verbotes des Herrschers Herodes \u00f6ffnet. Salome verliebt sich auf den ersten Blick in Jochanaan, weshalb sich Narraboth vor Eifersucht selbst t\u00f6tet. Doch Jochanaan st\u00f6\u00dft sie zur\u00fcck und verflucht sie. T\u00f6dlich beleidigt entlockt sie dem ihren verfallenen Stiefvater, ihr bedingungslos einen Wunsch zu erf\u00fcllen, wenn sie f\u00fcr ihn tanzt. Sie fordert das Haupt des Jochanaan. Widerwillig erf\u00fcllt Herodes ihren Wunsch und mu\u00df ansehen, wie Salome in Ekstase den abgeschlagenen Kopf k\u00fc\u00dft. Entsetzt l\u00e4\u00dft Herodes Salome t\u00f6ten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf den blickdurchl\u00e4ssigen Vorhang wird der Mond projiziert. Das B\u00fchnenbild wirkt kahl und minimalistisch. Der Raum ist als Halbkreis geformt und neben der T\u00fcr zu Jochanaans Verlies ist lediglich eine in grau gehaltene Sofaecke mit mehreren Stehlampen zu sehen. Die Kost\u00fcme der Darsteller sind ausschlie\u00dflich in Wei\u00df, Grau und Schwarz gehalten. Salome tr\u00e4gt ein wei\u00dfes Kleid, Herodes von Kopf bis Fu\u00df Leder, seine Frau Herodias einen Lederrock und eine Bluse, die Angestellten entweder gestreifte Dienerkleidung oder schwarze Anz\u00fcge. Der gefangene, verwahrloste Jochannaan sticht mit seinem knielangen, schmutzigem Hemd, seinem verwundeten Gesicht und seinen langen Haaren heraus. Erw\u00e4hnenswert sind die Bild- oder Videoprojektionen an der abgerundeten R\u00fcckwand. Zun\u00e4chst ist ein steifes Familienfoto zu sehen. Bei Salomes Tanz-Szene, bei der sie nur wenig tanzt und stattdessen von ihrem Vater zum Oralsex gezwungen wird, schaltet Herodes sein voyeuristisches \u201eSalome-Programm\u201c an, das sie in einem Film unschuldig schlafend in ihrem Bett zeigt. Nach und nach werden ihre mehreren Decken weggezogen, und es ist Herodes Hand zu erkennen, die sich langsam zu ihr hinbewegt. Am Ende ist die Wand von Jochanaans Kopf erf\u00fcllt. Die zwei Nazarener treten in der Inszenierung vom ersten Rang aus auf und werfen Flugbl\u00e4tter mit Zitaten von Jochanaan ins Publikum.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Yoonki Baek<\/strong> als Narraboth verk\u00f6rpert glaubhaft, wie ihn die Geschehnisse um Salome \u00fcberfordern. Mit seiner sanften Stimme versucht er Salome aufzuhalten. Die bizarre, \u00fcbergro\u00dfe Gestalt von <strong>Daniela Denschlag<\/strong> als Herodias pa\u00dft zu ihrer Rolle. Jedoch ist der Einsatz ihrer Stimme manchmal allzu verhalten. <strong>Wolfgang Schmidt<\/strong> (Herodes) gelingt eine durch und durch Salome-besessene, \u201eunmoralische\u201c Darstellung seiner Rolle. Seine Blicke sind f\u00fcr den Zuschauer widerw\u00e4rtig und seine klare, durchdringende Stimme verleiht seinem Auftreten Glaubw\u00fcrdigkeit. <strong>Ralf Lukas<\/strong> (Jochanaan) brilliert schon aus der Tiefe seines Verlieses heraus. Seine Stimme ist eindringlich, und der Text, den er singt, ist deutlich zu verstehen, z.B. <em>Du bist verflucht, Salome!<\/em> <strong>Agnieszka Hauzer<\/strong> (Salome) verk\u00f6rpert die verschiedenen Facetten ihrer Rolle, so da\u00df sie dem Zuschauer nachvollziehbar wird. Sie zeigt sich als die junge, aber doch reife Prinzessin, als das Objekt der Begierde und am Schlu\u00df als die Wahnsinnige. Auch stimmlich setzt sie diese Entwicklung ihrer Rolle um, und bei <em>Den Kopf des Jochanaan!<\/em> ist man als Zuh\u00f6rer schockiert und fasziniert zugleich. Dem Orchester unter der Leitung von <strong>Georg Fritzsch<\/strong> gelingt die atmosph\u00e4rische Untermalung des Geschehens, es ist aber zeitweise etwas zu laut f\u00fcr die S\u00e4nger.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese <em>Salome<\/em> erlebt man schockiert, angewidert und zugleich fasziniert. Der \u00dcberflu\u00df an Eindr\u00fccken \u00fcberfordert das Publikum zun\u00e4chst, doch dann entl\u00e4dt sich die Spannung im tosenden Schlu\u00dfapplaus.<\/p>\n<p>Frederike Arns<\/p>\n<p>Bild:struck-foto<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ks. Wolfgang Schmidt (Herodes), Agnieszka Hauzer (Salome)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Musikdrama in einem Aufzug, Libretto: Oscar Wilde, in der deutschen \u00dcbertragung von Hedwig Lachmann; UA: 9. 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