{"id":2451,"date":"2011-01-24T22:04:40","date_gmt":"2011-01-24T21:04:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2451"},"modified":"2011-01-30T22:22:37","modified_gmt":"2011-01-30T21:22:37","slug":"tristan-und-isolde-weimar-deutsches-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2451","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE  &#8211; Weimar, Deutsches Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865 M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Karsten Wiegand, B\u00fchne: B\u00e4rbel Hohmann, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Solyom, Staatskapelle Weimar, Herren des Opernchores des Deutschen Nationaltheaters Weimar<\/p>\n<p>Solisten: Franco Farina (Tristan), Marion Ammann (Isolde), Hidekazu Tsumaya (Marke), Tuija Knihtil\u00e4 (Brang\u00e4ne), Sebastian Noak (Kurwenal)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2011 (Premiere)<em> <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Weimar-Tristan1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2453\" title=\"Weimar-Tristan\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Weimar-Tristan1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Weimar-Tristan1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Weimar-Tristan1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<em> <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobter Morold im Zweikampf mit Tristan zu Tode kam, soll nun dessen Onkel K\u00f6nig Marke von Kornwall ehelichen. Kurz vor der Ankunft an der englischen K\u00fcste bittet Isolde Tristan zu sich und verlangt, da\u00df er mit ihr S\u00fchne auf den Tod Morolds trinke. Doch vertauscht Isoldes Magd Brang\u00e4ne einen t\u00f6dlichen Trank heimlich mit einem Liebeselexier, worauf zwischen Tristan und Isolde eine leidenschaftliche Zuneigung entflammt. Nach der Ankunft in England heiratet Isolde K\u00f6nig Marke, Tristan wird jedoch ihr heimlicher Liebhaber, bis Markes Getreuer Melot das Liebespaar an Marke verr\u00e4t und Tristan im Kampf schwer verwundet. Tristans Knappe Kurwenal bringt ihn daraufhin in Sicherheit und versucht, den t\u00f6dlich Verwundeten am Leben zu erhalten, w\u00e4hrend Isolde ihnen hinterher reist um Tristan zu heilen, der jedoch im Moment ihrer Ankunft stirbt. Sie sinkt \u00fcber seiner Leiche zusammen.<em> <\/em><\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In dieser <em>Tristan<\/em>-Inszenierung gestaltet sich das B\u00fchnenbild unter dem variablen Einsatz vieler Requisiten als sehr abwechslungsreich. Im ersten Aufzug bildet das goldene Ger\u00fcst eines Bettes das Gemach Isoldes auf dem Schiff, dessen Mast im Hintergrund \u2013 geschm\u00fcckt mit hellen Lichterketten \u2013 leuchtet. Im zweiten Aufzug bildet selbiges Ger\u00fcst dann das Lager, das Isolde heimlich mit Tristan teilt, um schlie\u00dflich im dritten Aufzug als Tristans Totenbett zu fungieren. Dazu wird eine wei\u00dfe, durchbrochene Jalousie eingesetzt, die je nach Bedarf zur Raumtrennung dient. Sehr pomp\u00f6s gestaltet sich der Empfang Isoldes in Kornwall, wo neben einem gro\u00dfen Aufgebot von S\u00e4ngern und Statisten als Volk Markes mit viel Liebe zu Dekorationsdetails inszeniert wird. \u00dcber der B\u00fchne prangen die riesigen, in Flammen stehenden Letter I&amp;M. In der Liebesnacht werden neben anderem bunte B\u00e4nder eingesetzt, die b\u00fchnenf\u00fcllend wie ein Labyrinth aus farbigen F\u00e4den \u00fcberall herabh\u00e4ngen. Die Fieberfantasien Tristans am Ende des dritten Aufzugs sind ebenfalls plastisch und technisch aufwendig gestaltet: Hier wird durch etliche Drehungen der B\u00fchne je eine neue Fantasie Tristans szenisch umgesetzt. Die Kost\u00fcmwahl ist eine Mischung zwischen schlicht, wie z.B. Isoldes Kleid in einfachem Schnitt mit gedeckten Farben, und traditionell, wie das ritterliche, goldene Kettenhemd Tristans oder die milit\u00e4rische Uniformierung der Gefolgsm\u00e4nner Markes.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p><strong>Franco Farina <\/strong>bew\u00e4ltigt seine anspruchsvolle Hauptrolle als Tristan den gesamten Abend \u00fcber mit ausdrucksstarker und klanglich differenzierter Stimme, die \u00fcber s\u00e4mtliche Lagen hinweg intonationsrein und textverst\u00e4ndlich ist, was sich besonders in Passagen wie seinen Fieberfantasien bezahlt machte. <strong>Marion Ammann<\/strong> (Isolde) gelangen zwar sanfte Passagen, in denen eine weiche Stimme und ein schmelzender Klang gefragt war: <em>O sink hernieder Nacht der Liebe<\/em> (2. Aufzug), doch fehlte es ihr bei den leidenschaftlichen, furiosen Szenen, wie dem emotionsgetr\u00e4nkten Ausbruch am Beginn des ersten Aufzugs, an Kraft und Klangvolumen, um sich gegen das Orchester durchsetzen zu k\u00f6nnen. <strong>Sebastian Noak<\/strong> (Kurwenal) und <strong>Tuija Knihtil\u00e4<\/strong> (Brang\u00e4ne) pr\u00e4sentieren ihre Rollen lebendig, mit dynamischen Abstufungen und vollem, facettenreichen Klang. Noak gelang dies beispielsweise am Beginn der Fieberszene Tristans im dritten Aufzug, Knihtil\u00e4 am Anfang des ersten und zweiten Aufzugs, wobei sie sich zus\u00e4tzlich durch eine besondere schauspielerische Leistung auszeichnete, vor allem beim Tranktausch. <strong>Hidekazu Tsumaya<\/strong> pr\u00e4sentierte die Figur des K\u00f6nig Marke stimmlich solide und mit viel W\u00e4rme, lie\u00df es aber an emotionalen Textstellen wie <em>Tatest du\u00b4s wirklich<\/em> (2. Aufzug) an Temperament und Leidenschaft fehlen. Hier klang er zu sanft oder sogar matt. Die <strong>Staatskapelle Weimar<\/strong> unter<strong> Stefan Solyom <\/strong>gestaltete dynamisch differenziert und klanglich-musikalisch farbenreich. Doch mangelte es im Zusammenspiel mit den S\u00e4ngern und am Beginn des Vorspiels an rhythmischer Pr\u00e4zision.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein insgesamt sehr positiver Opernabend, den der \u00fcberwiegende Teil des Publikums mit lang anhaltendem Applaus und gelegentlichem Zwischenapplaus belohnte.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Empfang bei Hidekazu Tsumaya (Marke) \u00a0in Kornwall<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883) Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. 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