{"id":2441,"date":"2011-01-25T20:22:53","date_gmt":"2011-01-25T19:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2441"},"modified":"2011-02-21T10:02:04","modified_gmt":"2011-02-21T09:02:04","slug":"lakme-trier-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2441","title":{"rendered":"LAKM\u00c9 &#8211; Trier, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von L\u00e9o Delibes (1836-1891), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre Julien Gondinet und Philippe-\u00c9mile-Fran\u00e7ois Gille, UA: 14. April 1883, Paris, Op\u00e9ra-Comique (Salle Favart)<\/p>\n<p>Regie: Bruno Berger-Gorski, B\u00fchne: Thomas D\u00f6rfler, Kost\u00fcme, Claudia Cas\u00e9ra, Dramaturgie. Peter Larsen<\/p>\n<p>Dirigent: Victor Puhl, Philharmonisches Orchester der Stadt Trier, Opernchor und Extrachor des Theaters Trier<\/p>\n<p>Solisten: Adr\u00e9ana Kraschewski (Lakm\u00e9), Claudia-Denise Beck (Mallika), Evelyn Czesla (Ellen), Angela Pavonet (Rose), Andreas Wagner (G\u00e9rard), Alexander Trauth (Nilakantha), Carlos Aguirre (Fr\u00e9d\u00e9ric), Peter Koppelmann (Hadji), Vera Ilieva (Mrs. Benson)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2011 (Premiere, in franz\u00f6sischer Sprache mit \u00dcbertitel)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Trier-Lakme.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2442\" title=\"Trier-Lakme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Trier-Lakme.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Trier-Lakme.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Trier-Lakme-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert, als Indien britische Kolonie war. Lakm\u00e9 lebt als Hindupriesterin in einem Tempel, versteckt hinter B\u00e4umen und dichtem Laubwerk. In diesem heiligen Hain lernen sich zuf\u00e4llig der britische Offizier G\u00e9rald und Lakm\u00e9 kennen und lieben. Doch die Hindu-Religion verbietet eine solche Liebesbeziehung. Dar\u00fcber wacht Lakm\u00e9s Vater Nilakantha. Da G\u00e9rald den heiligen Hain entweiht hat, will Nilakantha sich r\u00e4chen. Er verletzt G\u00e9rald durch einen Messerstich. Lakm\u00e9 findet ihn und pflegt ihn an einem geheimen Ort gesund. Sie wollen f\u00fcr immer zusammenbleiben, doch G\u00e9rald z\u00f6gert beim Gel\u00fcbde, da er sich nicht endg\u00fcltig von seiner Armee trennen will. Lakm\u00e9 sieht die Unm\u00f6glichkeit ihrer Beziehung und nimmt sich das Leben durch die giftigen Datura\u00a0 (Stechapfel).<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Inmitten der B\u00fchne findet sich ein rundes grau-wei\u00dfes Podest zu verschiedenen Zwecken: einmal als B\u00fchne f\u00fcr Nilakanthas Auftritt als Hohepriester, dann als Mittelpunkt des Markplatzes und im dritten Akt als Verbrennungsst\u00e4tte (!) f\u00fcr Lakm\u00e9 <em>und<\/em> G\u00e9rald. Zu Anfang sind Blumenbeete vor diesem Podest, auch Lotosbl\u00fcten sieht man. Hohe zerst\u00f6rte H\u00e4userw\u00e4nde, z.T. mit halbfertigen bunten Bemalungen bedeckt. Auf der Hinterb\u00fchne eine Leinwand, auf die u.a. der Schmuck von Lakm\u00e9 erscheint. Im letzten Akt drehen sich die kreisrunden Mauern und zeigen z.B. in Kassetten dieser Mauern verwundete oder tote Soldaten. Die Inderinnen tragen Saris, die Soldaten erscheinen in Kaki-Uniformen mit blauen Helmen, die die Aufschrift FIFA tragen. Touristen kommen mit typischer Freizeitkleidung einher. Ab und zu wird ein mit wei\u00dfem, durchsichtigen Vorhang versehenes zylinderartiges Gebilde vom Schn\u00fcrboden herabgelassen, das ab und zu Lakm\u00e9, Mallika oder G\u00e9rald umgibt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Nach etwas schleppendem Beginn spielen die Trier Philharmoniker recht z\u00fcgig die sehr franz\u00f6sische Musik Delibes unter GMD <strong>Victor Puhl<\/strong>. Ab und zu h\u00e4tte man sich mehr Zur\u00fcckhaltung gew\u00fcnscht, da des \u00f6fteren die Gesangslinien \u00fcberdeckt werden. <strong>Alexander Trauth<\/strong> (Nilakantha), als fanatisch gegen die englische Besatzung rebellierender Brahmane, beeindruckt mit m\u00e4chtigem Ba\u00df, deutlicher Artikulation und sauberer Intonation. Nur die H\u00f6hen werden oft unter M\u00fchen erreichte. <strong>Andreas Wagner<\/strong> (G\u00e9rard) wird mit starkvolumiger Tenorstimme der Rolle des sehns\u00fcchtigen Liebhabers gerecht. Leider wird der Eindruck durch Forcieren und Pressen in der H\u00f6he beeintr\u00e4chtigt. In den Duetten mit Lakm\u00e9 sind seine dynamischen Schattierungen besser. Hauptfigur der Oper ist Lakm\u00e9, der von Nilakantha als Priesterin erzogenen Tochter. <strong>Adr\u00e9ana Kraschewski<\/strong> wirkt in ihrem roten Sari mit pr\u00e4chtigen langgelockten, schwarzen Haaren wie eine stilgerechte Brahmanin. Mienenspiel und gemessene Bewegungen unterstreichen ihr Amt als Hindupriesterin. Umso schlimmer, da\u00df entgegen des Librettos, Nilakantha sie mit den H\u00e4nden an den Haaren\u00a0 auf den Boden dr\u00fcckt, um sie zum Singen zu zwingen. H\u00f6hepunkt des Gesangs ist die <em>Legende der Tochter des Paria, <\/em>das Paradest\u00fcck aller gro\u00dfen franz\u00f6sischen Sopranistinnen, allen voran von Mady Mespl\u00e9 und neuerdings von Natalie Dessay. Kraschewski hat also ein schweres Erbe! Doch sie hat einen geschmeidigen Sopran und ihre lyrische Stimmfarbe ist hinrei\u00dfend. Diese akrobatisch schwere <em>Legende<\/em> voller Verzierungen, chromatischen Abst\u00fcrzen, halsbrecherischen Staccati meistert sie vorz\u00fcglich. Allein die von Delibes minuti\u00f6s notierten Rhythmen werden \u00f6fter vernachl\u00e4ssigt. Das tut aber dem Gesamteindruck wenig Abbruch. Ihr letztes Solo <em>tu m\u2019as donn\u00e9 le plus doux r\u00eave \u2013 du gabst mir den s\u00fc\u00dfesten Traum<\/em> tr\u00e4gt sie mit elegischer Weichheit vor. Sie geht unter die Haut!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Absurd die vielen Regie\u00e4derungen, die gegen\u00fcber der lyrischen Anlage dieser sehr franz\u00f6sischen Oper wenig Sensibilit\u00e4t erahnen lassen. So will der Diener Hadji, seine Herrin Lakm\u00e9 pl\u00f6tzlich vergewaltigen, nur verhindert durch G\u00e9ralds Erscheinen. Der Gifttod Lakm\u00e9s war der Regie offensichtlich zu wenig theatralisch: hier verbrennt sich Lakm\u00e9 auf dem Marktplatz und G\u00e9rald l\u00e4\u00dft es sich nicht nehmen, sie zu begleiten. Leider werden die T\u00e4nze (au\u00dfer Persian) nicht gebracht und das vom gr\u00f6\u00dften Ballettkomponisten (z.B. <em>Copp\u00e9lia<\/em>)!<\/p>\n<p>Das Publikum merkt von alldem wenig, klatscht ausreichend und bedenkt die Schwarzjacken (Regie) mit keinem Buh.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Friedemann Vetter<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Adr\u00e9ana Kraschewski (Lakm\u00e9) \u00a0Bildmitte, Alexander Trauth (Nilakantha) 2. re., Peter Koppelmann (Hadji) 1. re. und Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von L\u00e9o Delibes (1836-1891), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre Julien Gondinet und Philippe-\u00c9mile-Fran\u00e7ois Gille, UA: 14. April 1883, Paris, Op\u00e9ra-Comique (Salle Favart) Regie: Bruno Berger-Gorski, B\u00fchne: Thomas D\u00f6rfler, Kost\u00fcme, Claudia Cas\u00e9ra, Dramaturgie. 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